Zum Hauptinhalt springen

«Musik soll provokativ sein»

Das Konzertlokal Bad Bonn in Düdingen ist seit bald 20 Jahren Kult. Und das Festival Bad Bonn Kilbi geht im Mai zum 20.Mal über die Bühne. Initiant dieser Rockinstitutionen im Freiburgischen ist

Daniel Fontana, was bedeutet Ihnen eigentlich Musik? Daniel Fontana: Musik gehört für mich zum Tagesablauf und hat einen hohen Stellenwert. Zudem gehört sie zu meinem Job. Was ist für Sie gute Musik? Hmm(überlegt kurz) Das ist für mich Musik, bei der man die Kreativität heraushört. Musik, die man vielleicht nicht bereits beim ersten Hinhören supertoll findet. Gute Musik soll ruhig auch provokativ sein. Und da reicht für mich das Spektrum von experimentellen Klängen über Rock und Pop bis hin zu Volksmusik. Ihr Klub und das Festival sind in Düdingen angesiedelt. Wie kamen Sie eigentlich dazu, ausgerechnet an diesem nicht gerade urbanen Ort Konzerte zu organisieren? Nun, ich komme ja aus der Gegend, ging in Düdingen zur Schule. Auch meine Mitstreiter sind hier verwurzelt. Als das Café Bad Bonn neue Mieter suchte, haben wir zugegriffen. Ich begann dann, erste Konzerte zu organisieren. Das Ganze startete recht ziellos. Wir wollten einfach ein feines Lokal mit guter Musik betreiben. Und irgendwie entwickelte sich das Bad Bonn mit der Zeit zu einer Musikinstitution, die man weitherum kannte. Düdingen wurde zu einem kleinen Rock-, Pop- und Jazzmekka. Gabs nie Probleme? Doch, schon. Vor allem wegen des Lärms. Es wurde von Behördenseite sogar mal ein Konzertstopp verhängt. Aber diese Probleme haben wir heute nicht mehr. Wie das? Nachdem wir das Haus vor neun Jahren kaufen konnten, begannen wir, Lärmschutzmassnahmen umzusetzen. Diverse Umbauten und auch neue Fenster sorgten dafür, dass der Musikbetrieb niemanden mehr störte. Und auch die Kommunikation mit den Behörden hat sich massiv gebessert. Heute geniesst das Bad Bonn einen wirklich guten Ruf. Das darf man ruhig sagen. Die verschiedenen Konzertveranstalter in der Schweiz konkurrenzieren sich heute ja massiv. Was ist das Geheimnis des Bad-Bonn-Erfolgs? Wir sind sehr offen auch für Nischen und Randzonen in der Populärmusik. Das ist sicher eine unserer Stärken. Wir bringen Publikum und Musiker in einem sehr persönlichen Umfeld zusammen. Und wir betreiben unter dem Strich einen Mordsaufwand für das Programm. Das honorieren die Leute wohl auch. So gegen 2000 Gigs gingen bisher über die Bühne des Bads Bonn. Erinnern Sie sich an ein besonderes Highlight? Ganz gewaltig war der Auftritt von Queens Of The Stone Age 1999. Das war genial. Und auch die Musiker hatten riesigen Spass daran, bei uns aufzutreten. Noch Jahre später bekamen wir ein tolles Feedback von der Band, die Jungs schwärmten immer noch von dem Konzert. Gabs auch einen echten Absteller? Ou ja, leider. Der amerikanische Hip-Hopper Rahzel benahm sich total daneben. Stänkerte bloss herum, beschwerte sich über das Essen und so weiter. Und das Konzert war auch zum Vergessen. Der Typ war eine einzige Katastrophe. Ein kurzer Blick in die Zukunft: Wie gehts weiter mit Bad Bonn? Wir haben keine grossen Pläne und arbeiten noch immer etwas chaotisch. Mir persönlich ist es wichtig, dass der Betrieb einfach weiterläuft. Dass wir unser Publikum auch in Zukunft mit toller Musik begeistern können. Keine Ermüdungserscheinungen? (Wie aus der Pistole geschossen:) Nein, absolut nicht! Ich habe nach wie vor einen Riesenplausch am Projekt Bad Bonn! Christian WerderDas 20. Festival: Bad Bonn Kilbi vom 27. bis 30.Mai in Düdingen FR. Infos zum Betrieb unter www.badbonn.ch. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch