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Musik und Sport im Vergleich

In der Kirche Lützelflüh konnten gestern über 300 Schulkinder ein klassisches Konzert der etwas anderen Art erleben.

Mit Applaus, Trampeln und einer Welle begrüssen die Kinder die «Athleten». Doch der Austragungsort ist nicht das Stade de Suisse, sondern die Kirche Lützelflüh. Und die Mannschaft stellt sich nicht aus Fussballern, sondern aus 14 Solistinnen und Solisten der bekannten Camerata Bern zusammen. Dass Musik und Sport viel gemeinsam haben, zeigt sich bereits zu Spielbeginn. «Wisst ihr, was Concerto heisst?», fragt Moderatorin Fränzi Frick. Concerto sei ein uraltes Wort und heisse «Wettkampf». Schliesslich sei Musik nichts anderes als ein sportliches Ereignis. Erste Geige: Der Captain Während des Konzerts, das unter dem Motto «Konzer-Tiert euch, Kinder!» steht, zog das Orchester viele Vergleiche zu einem Fussballmatch. 300 Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Lützelflüh konnten gestern miterleben, wie zu Vivaldis «vier Jahreszeiten» gekickt und gedribbelt wurde. Während des 45-minütigen Anlasses, der dreimal hintereinander mit je 100 Kindern durchgeführt wurde, erlebte das junge Publikum die Instrumente beim «Aufwärmen» und beim «Wettkampf». Auch bekamen sie mit, dass Musik etwas mit Hochleistungssport zu tun hat. «Ein Musiker braucht Ausdauer wie ein Marathonläufer, Reaktion wie ein Formel-1-Fahrer und Muskeln aus Stahl», erklärt die Moderatorin und erläutert die Mannschaftsaufstellung. «Die erste Geige ist der Captain, die Bratschisten bilden das Mittelfeld, und die Cellisten sind die Verteidiger.» «Solche Projekte sind pädagogisch enorm wertvoll», stellt Jürg Luder, stellvertretender Schulleiter von Lützelflüh, fest. In Ranflüh, wo er unterrichte, habe man sich bereits im Vorfeld mit dem Thema Musik auseinandergesetzt, zumal das Lehrpersonal vielseitiges Material erhalten habe. «Bei uns hängt der Himmel voller Geigen», lächelt Luder und führt aus, dass man dieses Streichinstrument in allen Klassen thematisiert habe. Keine Zugabe beim Sport Den Musikern gelang es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Erfahrungswelt ab-zuholen. «Das Konzert hat mir gefallen», sagt Melanie Wagner (10), die als Hobby Keyboard spielt. Sicher werde sie nun auch daheim vermehrt klassische Musik hören. Auch Simon Fankhauser, der im Kinderchörli Unteremmental jodelt, zeigt sich begeistert. «Faszinierend war der schnelle Wechsel zwischen Cello und Geige, und dies ohne Dirigent.» Nach tosendem Applaus und Zurufen der Kinder gibt die Camerata Bern eine weitere Kostprobe. «Musik und Sport haben viel gemeinsam», betont Fränzi Frick nochmals, aber eines sei nur bei der Musik möglich: die Zugabe.Jacqueline Graber >

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