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Musliminnen unter sich

In der Turnhalle des Dorfschulhauses in Wabern werden sich inskünftig muslimische Frauen treffen, um gemeinsam Sport zu treiben. Die

«Die Turnhalle ist geschützt vor Blicken von aussen », heisst es in der Ausschreibung für den Frauensport auf der Website des Islamischen Zentralrates Schweiz (IZRS). Geleitet werde das Turnen von zwei Muslimas «mit viel Erfahrung im Sportbereich». Angeboten wird ein vielfältiges Sportprogramm mit Basket-, Völker-, Hand- und Volleyball, aber auch Geräteturnen, Kraft- und Kondidionstraining. Das sportliche Vergnügen startet Ende April und kostet 15 Franken pro Monat. Allerdings hätten sich bis jetzt «noch nicht so viele Frauen» angemeldet, sagt die Organisatorin Daniela Rickli. Genaue Zahlen will sie keine nennen. «Wie eine Trachtengruppe» Die Anfrage des IZRS sei bewilligt worden wie die von anderen Organisationen auch, sagt der Könizer Gemeinderat Ueli Studer (SVP). «Diese Frauen haben das Recht, sich zu bewegen, wie sie es für gut finden», sagt er und zieht den Vergleich mit einer Trachtengruppe, die sich ja auch entsprechend ihren Gepflogenheiten bewegen dürfe. Das Turnen muslimischer Frauen unter sich widerspreche dem Integrationsgedanken nicht, erklärt Studer weiter. Demgegenüber werde an den Könizer Schulen auf Integration gemäss den Kantonsrichtlinien geachtet. Auskunft über den Hintergrund des Frauenturnes gibt Qaasim Illi, Bereichsleiter Public Relations und Information IZRS. Ausser in Wabern soll demnächst auch in St.Gallen, Aarau und Zürich Turnen für muslimische Frauen angeboten werden. Dass sie sich nicht unter Männerblicken bewegen wollen, widerspreche dem Integrationsgedanken nicht, betont Illi. «Wir wollen die Integration, aber nicht Assimilation.» Letzteres heisst so viel wie Verschmelzung. Diese sei nicht erwünscht, so Illi. «Unsere Sicht der Integration betrifft vor allem das Erlernen der Sprache sowie, sich in die Kultur einzuleben.» Die eigene Religion müsse gelebt werden. Dass Musliminnen nicht mit Männern Sport treiben wollen, müsse toleriert werden. Problem: Wettkämpfe Dass das Sporttreiben hinter verschlossenen Türen die Teilnahme an Wettkämpfen erschwert, bestätigt Qaasim Illi. Er hat aber eine andere Optik: «Es sind die muslimischen Frauen, die ausgeschlossen werden», beklagt er und bezieht sich auf die Irakerin Sura Al-Shawk. Der 19-jährigen Basketballspielerin ist es verwehrt worden, während der Spiele ein Kopftuch zu tragen. Demgegenüber sei es nicht-muslimischen Frauen jederzeit erlaubt, am vom Islamischen Zentrum angebotenen Frauensport teilzunehmen. Illi: «An allen unseren Veranstaltungen heissen wir Nichtmuslime willkommen.»Laura Fehlmann >

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