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Nach den Geistesblitzen kam das Donnerwetter

rollhockeyEine Feier mit forschen Gästen war das

Zum Sieg gegen den Zwölften der portugiesischen Meisterschaft hätte es ausserordentlicher Vorkommnisse bedurft. Die blieben aus. Wimmis spielte ganz ordentlich zwar. Dazu, den zumindest im Verborgenen erhofften Überraschungssieg zu bewerkstelligen, waren die Oberländer aber niemals in der Lage. 1:6 verloren sie eine Begegnung, deren Intensität unüblich hoch war. Die Feststellung, als Schweizer Team gegen Portugiesen nun mal chancenlos zu sein, war nach dem Aufeinandertreffen allgegenwärtig. So absurd scheinen mag, was folgt: Womöglich war es zum Nachteil der Wimmiser, hatte sich Fisica Torres in der Meisterschaft zuletzt schwer getan. Eine Pleite bei einem Schweizer Vertreter konnten sich die Südwesteuropäer nicht leisten; entsprechend traten sie auf. Ganz schön forsch waren sie. Sie liessen den «Kleinen» nicht erst kommen, wie andere das auch schon mal tun. Gleich übernahmen sie die Initiative, und eine Minute war kaum um, da erzielten sie auch schon ein Tor. Den Treffer gaben die Schiedsrichter aus Spanien indes nicht. Der ganz grosse Schock wurde den Wimmisern damit erspart. Es zeichnete sich aber schon da ab: Es dürfte schwer werden, den Übermächtigen zu schlagen. Zumal Fisica in Minute acht dann doch in Front ging. In der Folge gefiel Wimmis. Die Einwechslung von Kreativkopf Tobias Cebulla erwies sich als klug. Der 19-Jährige hatte Geistesblitze. In der 11. Minute traf er gar, wenngleich begünstigt von einer Unachtsamkeit des Keepers. Später entschieden Zentimeter, und das Glück war nicht auf Seiten des Herausforderers: Erst traf Cebulla an, Augenblicke später die Portugiesen unter die Latte. 1:2 lag Wimmis nun hinten und befand sich fortan nicht mehr auch nur im Entferntesten auf Augenhöhe mit sehr soliden, jederzeit überzeugenden Portugiesen. Im Spiel der Berner wurden zu viele Fehler begangen, Gegenstösse meist schlecht abgeschlossen. Nach guter erster Halbzeit büsste das Team von Andreas Brand zunehmend an Konkurrenzfähigkeit ein. So schmeichelt das Resultat den Wimmisern bestimmt nicht; das 1:6 spiegelt die Kräfteverhältnisse nicht korrekt. Brand sagte: «Das Skore fiel um zwei Tore zu hoch aus.» Damit lag er richtig. Präsident René Wittwer war der Meinung, die Partie hätte auch 2:4 enden können. Auch er ist Realist und kein Fantast. Heldenhafter A-Junior So sehr die Wimmiser als Einheit nachliessen, so beständig hielt Jonas Schädeli während der 50 Minuten. Der 18-Jährige wird als Riesentalent gehandelt, und dem wurde er vollauf gerecht. Er parierte gar die beiden «indirekten Freistösse». Im Laufe des Spiels gewann er an Bekanntheit: In der ersten Halbzeit rief noch «Heya, Wasi!», wer ihn supporten wollte. Das änderte sich. Und nun dürfte jeder wissen: Wimmis verfügt über zwei starke Keeper. Christian Wasem, die Nummer eins, wurde entgegen den Plänen des Trainers nicht eingewechselt. Der Keeper mit Können eines Weltklassetorhüters wurde nicht gebraucht – A-Junior Schädeli war toll, mitunter heroisch. Trainer Brand ist im Allgemeinen zufrieden mit der Entwicklung der jungen Spieler. Und Schädeli habe seine Sache super gemacht. Der Thuner selbst, trotz sechs Gegentoren so was wie der Matchwinner, sagte, es habe Spass gemacht, vor so vielen Leuten zu spielen. Der angehende Gebäudetechnikplaner soll Wasem ersetzen, der seine Laufbahn als Aktiver im Sommer zu beenden gedenkt. Aktuell ist Schädeli bloss Alternative. Er sagt: «Im Europacup darf ich oft ran. Hier geht es ja auch ein wenig um Spass.» In der Tat: Spiele wie gegen Fisica sind im Prinzip Feste und werden von Vereinen auch zum Erwerben neuer Zuschauer gebraucht. Werte wie Besuchermenge (350) und Zahl konsumierter Abendessen (100 Menüs) interessieren den RHC Wimmis auch. Sportlich trug sich tags darauf schon Wichtigeres zu: Die Oberländer qualifizierten sich für die Finalrunde. Zuschauer hatte es viele.Adrian Horn>

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