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Nach einem Streit gründeten elf Deutsche den Berner Verein

Die Alpine Vereinigung Bern feiert heute ihren 100.Geburtstag. Der «kleine Bruder» des grossen SAC zählt 170 Mitglieder und organisiert nicht nur Bergtouren. Es werden auch Höhlen begangen und erforscht.

Als 1906 ein paar Männer eine Berner Sektion des österreichischen Bundes der Naturfreunde gründeten, kam prompt das Veto aus Wien. Mitglied könne nur werden, wer politisch und gewerkschaftlich aktiv sei, was für die Berner Gründerväter nicht zutraf. Zwei Jahre später gründeten sie deshalb den «Touristenclub Bern». Aber auch da gabs bald Krach. In den Statuten stand nämlich, dass nur Schweizer Bürger aufgenommen werden. 1909 schliesslich riefen elf Männer – vor allem deutscher Nationalität – im ehemaligen Hotel Simplon die «Alpine Vereinigung Bern» (AVB) ins Leben. Der AVB-Saal im Nidlenloch Es gibt den Verein, der erst seit 1983 Frauen aufnimmt, heute noch; und die 170 Mitglieder feiern heute den runden Geburtstag mit einer Party. Seit fast 50 Jahren mit dabei – und seit 25 Jahren im Vorstand – ist Martin Küng, der 1974 bis 1982 auch Vereinspräsident war. Während in den Anfängen ausschliesslich Bergtouren unternommen wurden, sei das Programm heute vielfältiger, sagt der 68-jährige Küng. Angeboten werden Ski- und Biketouren, Canyoning, Turnen und Höhlenexkursionen. Es waren AVB-Mitglieder, die etwa das 7,5 Kilometer lange Nidlenloch – eine Riesenhöhle am Weissenstein (SO) – bereits in den 1930er-Jahren erforscht und vermessen hatten. «Die hinterste bisher bekannte Stelle des Höhlensystems heisst AVB-Saal», erzählt Martin Küng nicht ohne Stolz. Touren und Lehrgänge Die Alpine Vereinigung Bern organisiert nicht nur sportliche Unternehmungen, sie bildet ihre Mitglieder auch im Bergsteigen und Skifahren aus und organisiert Kurse und Vorträge rund um den Alpinismus. Zudem unterhält der Verein das eigene Klubhaus Metschalp-Höchst. «Alle 14 Tage ist eine Klubtour ausgeschrieben», sagt Küng, «und alle zwei Jahre organisieren wir eine längere Tourenwoche.» Diese könne auch in die Nachbarländer führen. Speziell für jüngere Klubmitglieder werden unter anderem Klettertage in Südfrankreich angeboten, für Veteranen stehen gemütlichere Wanderungen auf dem Programm. Die Anlässe würden auch Gästen offenstehen. Eine Konkurrenz zum grossen Schweizer Alpen-Club (SAC) sei der Berner Verein nicht. «Wir sind der kleine Bruder des SAC», meint Martin Küng, «etliche Mitglieder machen auch im SAC mit.» Für den Vereinseintritt seien keine alpinistischen Vorkenntnisse nötig – ausser der Freude an der Bergwelt. Die Mitgliederzahl sei seit Jahren konstant, meint Küng. Mitglieder in den Vorstand zu gewinnen, sei da schon schwieriger. «Da gibt es jedenfalls nie Kampfwahlen.» Erste Kontakte können übrigens im Klublokal (Restaurant Atlantico an der Belpstrasse) geknüpft werden. Dort treffen sich jeden Mittwochabend die AVBler zum Höck. Urs Wüthrich >

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