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Nun wird genau hingeschaut

Die Löcher im System sind weitgehend gestopft: Der Sozialdienst in Bern hat nach mehreren Reformschritten ein engmaschiges Kontrollnetz. Der Preis

Letzten Februar stand ein Sozialhilfebezüger vor Gericht, weil er dem Berner Sozialdienst zwischen 2002 und 2008 Lohnzahlungen verschwiegen hatte. Dabei handelte es sich nicht um Schwarzgeld: Der Sozialhilfebezüger rechnete brav AHV ab. Ein Blick in die AHV-Auszüge hätte dem Sozialdienst also sofort Klarheit gebracht. So kämpft nun aber der Sozialdienst vor Gericht um die Rückzahlung der zu viel bezahlten 105000 Franken – mit wenig Chancen, von dem mittellosen Mann einen Rappen retour zu kriegen. Solche Fälle sollten mittlerweile Vergangenheit sein. Seit Sozialdirektorin Edith Olibet (SP, Bild) nach anfänglichem Zögern den Umbau des Sozialdiensts angepackt hat, wurde aus dem löchrigen Kontrollsystem ein feinmaschiges Netz. Gestern zog Olibet zum dritten Mal eine Zwischenbilanz über den Reformprozess: «Das Wechseln der Räder am fahrenden Zug ist gelungen», resümierte sie. Die Dossierqualität habe sich markant verbessert. Dies habe mit der Einführung von Sozialinspektoren und eines Sozialrevisorats zu tun. Zudem wurden systematische Datenabfragen eingerichtet. So werden nun alle relevanten Daten – wie eben AHV-Beiträge – regelmässig abgefragt (siehe Tabelle), um die Angaben der Klienten zu überprüfen. Der Aufwand dafür sei beträchtlich, sagte Olibet: «Die systematische Kontrolltätigkeit beansprucht 660 Stellenprozente.» Pro Jahr mache der Sozialdienst zur Bewirtschaftung seiner rund 4000 Dossiers an die 28000 Datenabfragen. Dies sei nur möglich, weil der Kanton zehn zusätzliche Sekretariatsstellen bewilligt hat, ergänzte Sozialamt-Chef Felix Wolffers. Doch auch so bleibe die Belastung für die Sozialarbeiter hoch: «Die Ansprüche an die Dossierführung sind gestiegen.» Als Folge davon lag die Fluktuationsrate im Sozialdienst Mitte 2009 bei «alarmierenden» 30 Prozent, wie Wolffers sagte. Ende Jahr konnte sie auf 20 Prozent reduziert werden. Nun, nachdem 80 Prozent der beschlossenen Massnahmen umgesetzt seien, brauche der Sozialdienst eine «Phase der Konsolidierung» mit den erreichten Verbesserungen, schloss Wolffers. Adrian Zurbriggen >

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