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Nur ein Teilstück wird unterirdisch

Das Bundesamt für Energie (BFE) hat entschieden, dass von 32,7 Kilometern Hochspannungsleitung zwischen Wattenwil und Mühleberg nur 3,3 Kilometer unterirdisch gelegt werden. Dies sieht die Regierung anders.

Dass nur ein Teilstück und nicht die ganze Hochspannungsleitung zwischen Wattenwil und Mühleberg in die Erde kommt, habe das BFE nach «Abwägen der Interessen aller Beteiligten» entschieden. Dies erklärte gestern Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation des Bundesamtes für Energie (BFE). Denn die zu erwartenden Mehrkosten müssten zum Schluss die Strombezüger übernehmen. Zudem wäre das Verlegen sämtlicher Leitungen in die Erde äusserst arbeits- und zeitaufwendig. Der oberirdische Ausbau der Leitung wird von der BKW auf 41 Millionen Franken geschätzt, eine Erdleitung auf das Sechsfache. «Verstärkung notwendig» Das BFE teilte gestern mit, dass die Pläne der BKW für den Um- und Neubau der Hochspannungsleitung Wattenwil–Mühleberg genehmigt worden seien. Das freut die BKW. Sie sieht sich darin bestätigt, dass die Stromversorgung im Grossraum Bern zu verstärken sei. Die Hochspannungsleitung soll den Strombedarf des Alp-Transit-Basistunnels Lötschberg sichern, so die BKW. Das BFE verlangt, dass von den 32,7 Kilometern Leitung deren 3,3 unter den Boden kommen sollen. Dies in der geschützten Landschaft zwischen Rümligen und Niedermuhlern. Ob die BKW diese Auflagen akzeptiert, ist offen. Sie werden nun «eingehend geprüft», wie die BKW mitteilt. Gegen den Entscheid des BFE können die BKW und die Gegner des Projekts innert 30 Tagen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Briefe des Regierungsrats Im November 2009 hatte der Grosse Rat eine Motion gutgeheissen, welche die Verkabelung des ganzen Leitungsabschnittes zwischen Wattenwil und Mühleberg verlangt. Die Energiedirektorin Barbara Egger (SP) zeigte sich gestern enttäuscht über den Beschluss des Bundesamtes für Energie. Egger sagte, dass der Regierungsrat im Nachgang zur Motion sowohl dem BFE als auch dem Verwaltungsrat der BKW einen Brief geschrieben habe. «Wir verlangten, dass das Projekt angepasst und die Leitung in den Boden verlegt werden muss.» Damit habe die Regierung «ihr Möglichstes gemacht». Denn sie sei nicht befugt, Beschwerde einzureichen. «Wir können nichts anderes mehr tun, als die opponierenden Gemeinden und Bürger moralisch zu unterstützen», erklärte die Regierungsrätin Egger. «Inakzeptabel» Der Verein Hochspannung unter den Boden hat «mit grossem Erstaunen» vom Entscheid des BFE Kenntnis genommen. Dieser sei «inakzeptabel», weil weder die gesundheitlichen Folgen bei den Direktbetroffenen noch die Interessen der Gemeinden berücksichtigt worden seien (siehe Interview unten). In einer Mitteilung an die Medien schreibt der Verein, dass die Auflage des BFE, 3,3 Kilometer der Leitung in den Boden zu verlegen, darauf hinweise, dass dies technisch machbar sei. Dies gebe den Anliegen des Vereins Hochspannung unter den Boden auch in zahlreichen anderen Fällen Auftrieb. Auch die IG Umweltfreundliche Hochspannungsleitung Wattenwil–Mühleberg meldet sich zu Wort. Sie will sich weiterhin für die Bodenverlegung der ganzen Leitung einsetzen und ist auch bereit, dafür bis an die höchste Instanz zu gelangen. «Mit diesem Entscheid setzt sich das Bundesamt in demokratisch fragwürdiger Weise über einen grossmehrheitlichen Entscheid des Kantonsparlaments hinweg», betont die IG. Höhere Masten Gemäss BFE hat die BKW die Möglichkeit, im Landschaftsschutzgebiet höhere Masten mit breiteren Auslegern zu bauen. Dies aber nur mit Ersatzmassnahmen. Für die Beeinträchtigung der Landschaft müssen dafür rund 5,5 km Freileitung bei Oberbütschel, der Bütschelegg, nördlich von Niedermuhlern und des Köniztälis unter den Boden verlegt werden. Laura Fehlmann >

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