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Nur Wacker Thun brach den Bann

handballTrotz Schwierigkeiten zu Beginn hat Wacker Thun auch das vierte Spiel des Jahres gegen den BSV Bern Muri gewonnen (29:28). Jonas Dähler, treffsicherster Oberländer, erzielte in der achten Minute das erste Tor der Gäste.

Thomas Furer war in Rage. Wacker Thun hatte auf den gerade gefallenen Anschlusstreffer des BSV Bern Muri nicht mit rapidem Gegenstoss reagiert und in den finalen Sekunden kein Tor mehr angestrebt. Weil die Gastgeber dadurch nicht mehr angreifen konnten, bestürmte Furer nach dem Schlusspfiff eben einen Unparteiischen. Beruhigen konnte er sich aber bald wieder. Auch er wusste: Es wäre sehr anspruchsvoll gewesen, den Oberländern innert weniger Augenblicke den Ball abzunehmen und selber noch mal abzuschliessen. Das hätte wohl Stoff für einen weiteren «Mission Impossible»-Streifen geboten. Dem Team von Alex Milosevic fehlten aber neben Tom Cruise auch die Schlüsselspieler Alen Milosevic und Goran Cvetkovic. Und so unterlag es Martin Rubins Ensemble 28:29. Die Thuner siegten damit 2011 in sämtlichen Begegnungen mit dem Kantonsrivalen. Vor fünf Jahren hatte es eine Berner Auswahl letztmals geschafft, alle Derbys zu gewinnen. Damals arbeitete Wacker an einer Serie von sechs Erfolgen über den BSV. Reh im Walde Am Samstag begannen die Oberländer schlecht. Nach sieben Minuten brach Jonas Dähler mit dem ersten Tor den Bann – davor hatten die Gäste siebenmal umsonst angegriffen. Nach der Startphase lagen sie 1:5 hinten. Gerade Borna Franic, gewöhnlich ein verlässlicher Skorer, tat sich schwer. Dann drehte Wacker auf. Nach einem Drittel Spielzeit egalisierten die Oberländer erstmals (8:8). Luca Linder traf auf Zuspiel von Lukas von Deschwanden, der Franic ersetzt hatte und fortan im linken Rückraum anstelle des Kroaten agierte. In der Folge lag der Gast meist vorn; Mitte der zweiten Hälfte schuf er sich eine Differenz, von der er in der torreichen Schlussphase zehrte. Der Sieg Wacker Thuns ging in Ordnung. Nationaltrainer Goran Perkovac hatte den Oberländern attestiert, stabiler zu sein – er bekam recht. Die Leute der Gäste waren die besseren Handballer, wendiger und kreativer. Der BSV ist gespickt mit grossen, kräftigen Spielern wie dem 2-Meter-Mann Martin Prachar, der sich regelmässig ungeschickt anstellte. Der Zweitplatzierte gab das Reh im Walde, das versuchte, an stämmigen Bernern vorbeizukommen. Vom mitunter rustikalen Verhalten des Heimteams profitierte Rubins Auswahl, die einige Tore in Überzahl erzielte. Das zweite Derby der Saison gefiel als spannungsgeladenes Aufeinandertreffen zweier Spielkulturen vor beachtlicher Kulisse. 1100 Besucher sahen sich die Partie an; die Mooshalle in Gümligen erfuhr dabei ihre Grenzen. Auf geringeres Interesse werden Begegnungen der Berner Equipen so schnell nicht stossen. Die Affiche Wacker gegen den BSV hat mit den gegenwärtigen Besetzungen die Anlagen zum Kultduell. Die Thuner haben den Vergleich letztmals am 17.Dezember 2010 verloren. Exakt ein Jahr später feierten sie den vierten Sieg en suite. Die Stadtberner vermochten ihren Bann nicht zu brechen. Den Thunern bedeutet der neuerliche Erfolg eine Menge. Rivalität ist nämlich durchaus vorhanden. Alex Milosevic, der Trainer des BSV, geniesst im Wacker-Lager nicht den Status eines Sympathieträgers.Adrian Horn>

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