So sieht der neue Kindergarten aus

Huttwil

Unspektakulär und in die Umgebung des Schulhauses eingepasst: So kommt das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs für den neuen Kindergarten daher. Es stammt vom Surseer Büro Amrein Kunz Architekten.

Modell: Das Siegerprojekt für den Kindergarten Huttwil (1) neben dem Schulhaus (2). Er wird zu einem weiteren Ergänzungsbau neben der alten Turnhalle (3) und der Turnhalle Dornacker (4).

Modell: Das Siegerprojekt für den Kindergarten Huttwil (1) neben dem Schulhaus (2). Er wird zu einem weiteren Ergänzungsbau neben der alten Turnhalle (3) und der Turnhalle Dornacker (4).

(Bild: zvg)

Jürg Rettenmund

«Was darfs denn sein für den ­neuen Kindergarten?» Das fragt man sich unwillkürlich, wenn man gegenwärtig den Saal des Huttwiler Kirchgemeindehauses betritt. So wie man manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, fällt es schwer, zwischen den Stellwänden den Überblick zu behalten.

90 Architekturbüros hatten die Unterlagen für den Wettbewerb angefordert, 54 davon reichten schliesslich ein Projekt ein. Diese sind nun alle ausgestellt.An der gut besuchten Vernissage gab Jurypräsident Peter Baumberger eine Orientierungshilfe. Auf der Bühne sind die sieben Siegerprojekte vereint. Den ersten Preis holten sich Amrein Kunz Architekten aus Sursee ­zusammen mit den ASP Landschaftsarchitekten aus Zürich.

Nicht alle Siegerprojekte könnten wie das Erstrangierte zur Weiterbearbeitung empfohlen werden, hob Peter Baumberger hervor: Ein Wettbewerb gebe den Juroren auch die Möglichkeit, innovative Projekte finanziell zu belohnen, die sich im konkreten Fall nicht realisieren liessen, oder auch Projekte, die mit unerwarteten Lösungsansätzen für Teilaspekte aufwarteten.

Jury: Am richtigen Ort

Alle Siegerprojekte reagieren jedoch gleich auf die Ausgangslage: Sie nehmen genügend Abstand zum dominanten Schulhaus aus den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts und verbauen die Durchblicke in die Landschaft nicht ganz. Sie setzen den Baukörper in die südöstliche Ecke der verfügbaren Fläche in den Hang zum Dornackerweg. Der ehemalige Schulgarten bleibt damit auch künftig unverbaut.

Zum Siegerprojekt hebt die ­Jury zudem hervor, dass es mit einem überraschend bescheidenen Volumen auskommt, indem es die Hangkante ausnutzt und das Gebäude den Hang entlang abstuft. Es sei ein «sorgfältiges und effizientes Projekt ohne Pathos». Seine Bescheidenheit entspreche den «engen wirschaftlichen Anforderungen».

Das siegreiche Architektur­büro wurde 2007 vom Surseer Architekten Andreas Amrein gegründet. Huttwil ist seinen Mitarbeitenden nicht unbekannt, arbeiteten sie doch bereits beim neuen Bahnhof mit. Reiche Erfahrungen im Schulhausbau konnte das Büro bei der Erweiterung der Schulanlage Neufeld in Sursee sammeln, wo es 2009 den ersten Preis im Projektwettbewerb gewann und seither mehrere Etappen realisieren konnte.

Kindergärtnerin: Optimal

Die Jury bestand aus vier Architekten als Fachpreisrichtern sowie drei Vertretern von Huttwil als Sachpreisrichtern. Diese waren Adrian Lienhart, Gemeinderat mit Ressort Bildung (SVP), Bauverwalter Beat Rickenbacher sowie Christa Loosli, Schulhausvorstand Kindergärten. Letztere sieht alle Anforderungen ihres Teams im siegreichen Projekt ­optimal integriert. Unter dem Kindergarten entstehen im Neubau Räume für die Tagesstruktur der Schule.

Der weitere Zeitplan sieht laut Gemeindepräsident Walter Rohrbach (BDP) vor, dass der ­Gemeindeversammlung im Juni 2018 der Planungskredit vorgelegt werden soll. Über den eigentlichen Ausführungskredit können die Stimmberechtigten dann im Februar 2019 an der Urne befinden.

Dabei will ihnen der Gemeinderat zwei Varianten unterbreiten: eine nur für den Neubau und eine mit gleichzeitiger Umgestaltung des ganzen Schulhausareals. Überspringt das Projekt alle diese Hürden, soll vom Februar 2019 bis zum Sommer 2020 gebaut werden. Bezugstermin wäre somit der Schuljahresbeginn 2020/2021.

Ausstellung: bis Freitag, 17. November, jeweils 18 bis 20 Uhr im Kirchgemeindehaus.

Langenthaler Tagblatt

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