Treffpunkt Weihnachtsmarkt

Huttwil

Mit dem ersten Schneefall ist auch die Zeit für einen der ältesten Märkte zum heiligen Fest angebrochen. Ein Besuch zum Auftakt.

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Wenn die Tage kürzer und kälter werden, beginnt die Zeit der Besinnlichkeit, Weihnachtslichter, des Glühweins und Lebkuchens und auch diejenige der Suche nach den passenden Geschenken. All diese Bedürfnisse deckt der Huttwiler Weihnachtsmarkt ab, der am Mittwoch eröffnet wurde.

Denn er ist jeweils nicht nur der erste Weihnachtsmarkt in der Region, sondern auch einer der grössten. Grösser sogar als die Langenthaler Stärne Wiehnacht. Dazu ist er einer der ältesten der Schweiz, heuer findet er bereits zum 22. Mal statt. So strömten denn auch unzählige Menschen ins Zentrum Huttwils und sahen sich, mit roten, dampfenden Glühweintassen gerüstet, das Angebot der 127 Stände an.

Singen, essen, trinken

Doch Weihnachtseinkäufe scheinen für die meisten Besucher nicht im Vordergrund zu stehen. Huttwilerin Andrea Fiechter besucht mit ihren Kindern jedes Jahr den Weihnachtsmarkt. «Wir kommen auch oft mehrmals her.» Die Weihnachtsgeschenke seien aber alle schon besorgt. «Heute sind wir hier, weil mein Sohn mit seinem Kindergarten hier singt.»

Die Kinder des Kindergartens Städli fuhren nämlich um 17 Uhr in einem Rössliwagen vor und eröffneten den Markt mit einem kleinen Konzert. «Das ist natürlich sowohl für die Kinder wie auch für die Eltern ein tolles Erlebnis», so Fiechter. Das Konzert ist aber nur ein Teil des grossen Rahmenprogramms. Nebst regelmässigen «Sprächstunde bim Samichlous» gibt es musikalische Beiträge, Schafe zum Streicheln und diverse Lesungen.

Wie die Fiechters sind auch Michael und Fritz Oberli und Roman Kauz aus Huttwil nicht auf der Suche nach Geschenken. Für sie ist der Weihnachtsmarkt vor allem ein Treffpunkt. «Man trifft hier einfach jeden. Zum Beispiel alte Schulfreunde», sagt Michel Oberli und deutet auf Kauz, «es ist schön, alle mal wieder zu treffen und mit ihnen einen Glühwein zu trinken». Die Stände aber hätten sie sich schon lange nicht mehr wirklich angeschaut. Die weihnächtlich-romantische Atmosphäre scheint also zu genügen, den Weihnachtsmarkt zu einem beliebten Ausflugsziel zu machen. Der immer wieder fein einsetzende Schneefall tut an diesem Abend sein Übriges. Speziell für den Huttwiler Markt sei es, finden viele Besucher, dass die Häuser so stimmungsvoll geschmückt seien und sich alle so viel Mühe gäben.

Sorgsam zusammengestellt

So zieht der Weihnachtsmarkt nicht nur Huttwiler an. Maya und Werner Neuenschwander aus Gontenschwil AG zum Beispiel kennen den Markt schon lange und kommen jedes Jahr her. «Weihnachtsgeschenke haben wir zwar noch keine. Wir sind aber nicht unbedingt dafür hier», sagt sie. Die Augen hielten sie trotzdem offen, vielleicht fänden sie ja etwas Schönes. Das Marktangebot ist sorgsam zusammengestellt: «Alle Bewerbungen von neuen Interessenten werden jedes Jahr vom OK sorgfältig überprüft und mit dem bestehenden Angebot verglichen», sagt der Veranstalter Pro Regio Huttwil. Die Warteliste sei jeweils lang.

Auswärtige Besucher kombinieren den Weihnachtsmarktbesuch oft mit einem Besuch bei Freunden oder Verwandten. So auch Brigitta Lüthi, die zwar aus dem Raum Basel kommt, den Basler Weihnachtsmarkt aber langweilig findet und deshalb in Huttwil zu Besuch ist. «Ich habe es mir schon seit Jahren vorgenommen, einmal hierherzukommen. Jetzt habe ich es endlich geschafft», sagt sie. Am Wochenende wird der Markt wohl noch viel mehr, auch überregionale, Besucher anlocken.

Berner Zeitung

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