Ängste und Unsicherheiten sollen abgebaut werden

Langenthal

Erstmals führten das Schulzentrum Hard und die Heilpädagogische Schule Oberaargau einen gemeinsamen Sporttag für Kinder mit und ohne Behinderung durch.

Beim gemeinsamen Spielen lernen die Kinder, aufeinander einzugehen.

Beim gemeinsamen Spielen lernen die Kinder, aufeinander einzugehen.

(Bild: Thomas Peter)

Normalerweise gehen sie an verschiedenen Orten zur Schule und haben unterschiedliche Stundenpläne. An diesem Donnerstag steht für 60 Kinder des Schulzentrums Hard und 40 Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Schule Oberaargau jedoch dasselbe auf dem Programm: ein gemeinsamer Sporttag für Kinder mit und ohne Behinderung.

Entwicklungspotenzial vorhanden

Der Anlass ist Teil des nationalen Inklusionsprojekts «Sportin» der Stiftung Sport-up. Diese bietet die Sporterlebnisse für Regel- und Sonderschulen seit 2014 an. Das Projekt wird vom Eidge­nössischen Büro für Gleichstellung von Menschen mit Behinderung mitfinanziert.

Durch das gemeinsame Bewegungserlebnis könnten die Kinder Unsicherheiten und Berührungsängste abbauen, sagt Projektleiter Stefan Häusermann. «Und auch die Lehrpersonen haben die Möglichkeit, sich auszutauschen.» Im Idealfall soll es nicht nur beim einmaligen Sporttag bleiben. So werden unter anderem Weiterbildungskurse und Fachberatung für Lehrpersonen angeboten.

«Bezüglich der Nachhaltigkeit unseres Projekts sehen wir noch Entwicklungspotenzial», sagt Häusermann. Es sei für die Partnerschulen oft eine Herausforderung, weitere gemeinsame Anlässe auf die Beine zu stellen. «Solche Aktivitäten sind leider schwierig in den alltäglichen Schulbetrieb zu integrieren.»

Um das Projekt attraktiv zu machen, übernehmen Stefan Häusermann und sein Team die gesamte Organisation des Sporttages. Die Kosten von 8000 bis 10 000 Franken werden von der Stiftung, teilweise mit Unterstützung lokaler Sponsoren, getragen.

Spass steht im Vordergrund

Die Partnerschulen können ihren Sporttag aus verschiedenen Modulen zusammenstellen. In Langenthal steht an diesem Tag nicht der Wettbewerb, sondern der Spass im Vordergrund. Die Posten sind an die unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten der Kinder angepasst. In Gruppen eingeteilt, absolvieren die 7- bis 12-Jährigen diverse Disziplinen wie einen Begegnungspostenlauf, eine Memorystafette oder einen speziellen ­Triathlon.

Dabei machen die Teilnehmenden zahlreiche neue Erfahrungen. Die vielen Eindrücke seien für die Schüler der Heilpädagogischen Schule eine Herausforderung, sagt Stefan Häusermann. Gleichzeitig seien die Schüler der Regelschule gefordert, sich auf Kinder einzulassen, die anders sind als sie. Das Sporterlebnis scheint jedenfalls allen Beteiligten zu gefallen. Rund um das Schulzentrum Hard herrscht eine fröhliche und ungezwungene Atmosphäre.

«Sportin» ist das erste gemeinsame Projekt der beiden Schulen. «Der Anlass überzeugt mich», sagt Daniel Bösiger, Schulleiter des Schulzentrums Hard. Ob die Partnerschulen weiterhin zusammenarbeiten, werde nach einer Evaluation des Sporttags entschieden. «Es ist sicher vorstellbar», so Bösiger.

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