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Auf zwei Geleisen Richtung neue Badi

Der Campus Perspektiven kann seine Schwimmbadpläne konkretisieren. Der Urnengemeinde am 9. Februar 2020 sollen die Varianten Krummacker und Campus unterbreitet werden.

Sie machen knapp die Hälfte der Besucherinnen und Besucher der Huttwiler Badi aus: Die Kinder.
Sie machen knapp die Hälfte der Besucherinnen und Besucher der Huttwiler Badi aus: Die Kinder.
Thomas Peter

Campus-Co-Leiter Lukas Zürcher musste an der Huttwiler Gemeindeversammlung die Stimmberechtigten gar nicht mehr dazu aufrufen, seine Idee eines Schwimmbades auf seinem Gelände nicht einfach sterben zu lassen, weil die Sanierung im Krummacker dringend ist. Seine Idee hatten vor ihm bereits Stimmberechtigte aus der Mitte der Versammlung wieder ins Spiel gebracht. Er musste nur noch bestätigen, dass er bereit ist, die Konkretisierung selbst zu finanzieren.

Klar mit 202 zu 41 Stimmen nahm die Versammlung einen Antrag an, für die Urnenabstimmung vom 9. Februar 2020 vom Campus eine Machbarkeitsstudie mit einer Genauigkeit von plus/minus 15 Prozent ausarbeiten zu lassen. Er soll aufzeigen, dass die Finanzierung gesichert ist und welche Folgekosten die Gemeinde bei dieser Lösung zu tragen hat. Zudem seien Entwürfe für einen Leistungsvertrag zu erarbeiten.

Noch klarer sagten die Stimmberechtigten jedoch Ja zu einem vom Gemeinderat beantragten Kredit von 155'000 Franken, mit dem eine Totalsanierung am heutigen Standort im Kummacker projektiert werden kann. Nämlich mit 245 zu 14 Stimmen. Die Stimmberechtigten sollen am vorgesehenen Urnentermin über beide Varianten entscheiden können.

Beteiligung; 8,2 Prozent

Mit diesen Resultaten ist auch bereits aufgezeigt, dass das Schwimmbad die Huttwiler Stimmberechtigten nicht kaltlässt: 287 von ihnen strömten für die Versammlung in den Städtlisaal des Hotels Kleiner Prinz. Das sind 8,2 Prozent oder so viele wie kaum an einer ordentlichen Versammlung. Dort betrug der Durchschnitt in den letzten fünf Jahren bloss 2,9 Prozent, womit das Zentrum des oberen Langetentals im Verwaltungskreis Oberaargau regelmässig unter den Schlusslichtern landet.

Kalt soll es jedoch in der Huttwiler Badi nicht bleiben, bis diese saniert oder neu gebaut ist. Die Versammlung stimmte nämlich zusätzlich einer provisorischen Heizungsanlage für 175000 Franken zu. Sie gaben dieser Variante mit 211 zu 50 Stimmen den Vorzug gegenüber der vom Gemeinderat vorgeschlagenen vorgezogenen definitiven Sanierung, die 410000 Franken gekostet hätte. Dass es diese braucht, war unter den Anwesenden praktisch unbestritten: Nur sechs Stimmberechtigte wollten auf sie verzichten.

Kein Unterbruch

Kalt hätten bei einem Nein zur provisorischen Heizung vor allem die Kinder gehabt. Diese machen nämlich knapp die Hälfte der Besucherinnen und Besucher der Huttwiler Badi aus, wie Ernst Anliker, Bademeister und Präsident des Schwimmbadvereins, aufzeigte. 15,5 Prozent sind Schülerinnen und Schüler in ihrem obligatorischen Schwimmunterricht. Vehement sprach sich deshalb Gesamtschulleiter Pierre Zesiger für einen unterbruchlosen Badibetrieb aus, und zwar mit geheiztem Wasser.

Kalt hätten bei einem Nein zur provisorischen Heizung vor allem die Kinder gehabt.

Auswärtige Alternativen für den Unterricht zu finden, werde nicht nur teuer und aufwendig, sondern sei beinahe unmöglich, weil in den umliegenden Schwimmbädern schlicht die Kapazitäten fehlten, um die Huttwiler Schulen aufzunehmen, gab er zu bedenken. Denn es geht um rund 200 Lektionen, die abgehalten werden müssen. Insgesamt bewilligte die Gemeindeversammlung damit Kredite von 330'000 Franken.

Eine grosse Unsicherheit im Zusammenhang mit der Variante Campus sind mögliche Altlasten, wird das Gelände doch im entsprechenden Kataster des Kantons geführt. Bauunternehmer Martin Gränicher relativierte diese Ängste: Beim Bau der Dreifachturnhalle seien diese lediglich im Untergeschoss zum Vorschein gekommen, einer Tiefe, die für Schwimmbecken kaum erreicht werde.

In der Diskussion wurde auch die Frage nach einer Beteiligung der umliegenden Gemeinden aufgeworfen, die das Huttwiler Bad ebenfalls für den Schwimmunterricht besuchen. Diese Frage solle erst geklärt werden, wenn ein Projekt vorliege, hielt der zuständige Gemeinderat Hans Mathys (Bau, FDP) fest. Das gelte auch für die Frage eines Beitrags aus dem kantonalen Sport-Toto-Fonds.

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