Chor des Gymnasiums Oberaargau überzeugt mit Emotionen und Tiefe

Herzogenbuchsee

In der reformierten Kirche Herzogenbuchsee beeindruckte der Chor des Gymnasiums Oberaargau mit dem Stabat Mater von Rossini.

Der Chor des Gymnasiums Oberaargau sorgte in der Kirche in Herzogenbuchsee für ein eindrückliches Erlebnis.

Der Chor des Gymnasiums Oberaargau sorgte in der Kirche in Herzogenbuchsee für ein eindrückliches Erlebnis.

(Bild: Susanne Keller)

Das mittelalterliche Gedicht Stabat Mater hat im Laufe der Jahrhunderte viele Bearbeitungen erfahren. Unter diesen kommt derjenigen von Gioachino Rossini eine einzigartige Bedeutung zu: Obschon er selbst die Zeit seines Opernschaffens als beendet erklärt hatte, bringt er den Schmerz der Mutter Christi am Kreuz ihres Sohns in einem opernhaften Stil zum Ausdruck, wie er gerade hier mit seiner Beschwingtheit und Dramatik nicht erwartet würde.

Tief beseelt

Aber das Hörerlebnis in der reformierten Kirche Herzogenbuchsee legte frei, wie intensiv Rossini seine melodiösen Einfälle beseelte und wie er im Orchester auch Düsternis, besonders aus den Bläsern, aufbrechen lässt, die er freilich immer wieder in ein helles Spektrum verklärt. Das kammermusikalisch besetzte Orchester ad hoc, bestehend aus einem Streichquintett, Flöte, Klarinette, Oboe, Horn, Fagott und Pauk, vermittelte dieses bewegte Klangbild farblich dynamisch und präzis. Und das vollendete sich in einer intensiv gestalteten vokalen Ausprägung zu inniger Einheit.

Vorbildliche Homogenität

Da war der Chor, der sich das Werk ganz zu eigen gemacht hatte – junge, ausgezeichnet kultivierte Stimmen in vorbildlicher Homogenität und beglückender Reinheit, die die dynamischen Zeichen des Leiters in allen Lagen souverän umsetzten und dennoch den vier Gesangssolisten einen idealen Entfaltungsraum offenliessen.

Von dunkel bis hell

Welch bedeutsame Aussage Rossini in die vier Soloparts legt, trat in dieser Aufführung lebendig hervor: Bereits im Eingang vereint er sie mit dem Chor und dem Orchester, und ebenso nimmt er hier sämtliche Gefühlsregungen von dunkler Dramatik über Schmerz bis zu heiterer Gelöstheit vorweg.

In diesen melodiösen Modulationen überzeugten die vier Solisten mit intensiver Gestaltung: Gross entfaltete Eliane Haas ihre Sopranstimme. Weich und warm blühte der Mezzosopran Susanne Pucheggers auf, während Daniel Bösiger mit leuchtkräftigem Tenor gefiel. Christian Marthaler (Bass) fasste in seinem Rezitativ die darin enthaltenen Elemente des gregorianischen Chorals markant zusammen.

Die Aufführung in der reformierten Kirche Herzogenbuchsee fand mit der grossen Amen-Fuge einen triumphalen Höhepunkt.

Langenthaler Tagblatt

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