Création Baumann kürzt Pensen in der Produktion

Langenthal

Seit Montag arbeiten 41 der 170 Mitarbeitenden der Textil­firma am Standort Langenthal reduziert – und zwar um 30 Prozent.

An der Produktionsstätte der Création Baumann in Langenthal arbeiten 41 der 170 Mitarbeitenden ab sofort reduziert.

An der Produktionsstätte der Création Baumann in Langenthal arbeiten 41 der 170 Mitarbeitenden ab sofort reduziert.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Seit vergangenem Sommer habe die Geschäftsleitung laufend geprüft, ob zu dieser Massnahme gegriffen werden müsse. Dass das Langenthaler Traditionsunternehmen nun auf Anfang Februar Kurzarbeit eingeführt hat, begründet Geschäftsführer Philippe Baumann mit der Umsatzentwicklung bei den selbst produzierten Textilien sowie den rückläufigen Dienstleistungen für Industriekunden im vergangenen Jahr. «Dadurch ist die Beschäftigung in der Produktion gesunken.» Im vierten Quartal 2015 habe sich der Rückgang vor allem bei den in Langenthal hergestellten Produkten akzentuiert.

Verunsicherte Konsumenten

Dies sei auf die Verunsicherung der hiesigen Konsumenten durch den «Schweizer-Franken-Schock» zurückzuführen. «Der Werkplatz Schweiz ist das Problem», sagt Baumann. Negative Währungs­effekte bei der Marge hätten die Ertragslage zusätzlich verschlechtert, teilt Création Baumann mit.

Die Weltmarktführerin im ­Bereich der Stoffe für Verdun­kelung, Lichtsteuerung, Innenbeschattung und von akustisch wirksamen Textilien erzielt 65 Prozent ihres Umsatzes im ­Export. Design, Entwicklung und Produktion erfolgen im Unternehmen selbst. Die Produkte werden durch die eigene Vertriebsorganisation mit Tochtergesellschaften in neun Märkten mit insgesamt 60 Mitarbeitenden vertrieben. Kennzahlen gibt das Langenthaler Unternehmen keine bekannt.

Ziel: Zeit gewinnen

Seit Montag gelten daher in der Textilproduktion 30 Prozent Kurzarbeit. Davon betroffen sind 41 der insgesamt 170 in Langenthal beschäftigten Mitarbeitenden. Durch diese Reduktion hofft die Design-Preis-Gewinnerin 2015, die schwierige Beschäftigungslage auffangen zu können. «Wir möchten Zeit gewinnen», sagt Philippe Baumann. In diesem Jahr sehe man noch einige Herausforderungen kommen; er erwarte aber im Laufe des Jahres eine Stabilisierung der Lage, so Baumann.

Er hofft, dass der Schweizer Franken weiter abschwächt und sich dadurch die ­Situation entspannt. Wie lange Création Baumann an der Kurzarbeit festhalten wird, ist derzeit offen. Drei Monate seien vorerst beim Berner Amt für Wirtschaft Beco eingegeben; eine jeweilige Verlängerung werde laufend geprüft, so der Geschäftsführer.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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