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Das Kreuz liegt auf Kurs

Eine erste Bilanz für das neu eröffnete Generationenhaus fällt, sowohl was den Kulturbetrieb als auch was Gastronomie und Hotellerie betrifft, positiv aus. Im Restaurant herrscht Hochbetrieb. Es gibt aber trotzdem noch Luft nach oben.

Talkrunde im Dachstock: 152 Personen kamen, um den Nahostkorrespondenten Werner van Gent und Pascal Weber zuzuhören.
Talkrunde im Dachstock: 152 Personen kamen, um den Nahostkorrespondenten Werner van Gent und Pascal Weber zuzuhören.
zvg
Autor Pedro Lenz: Seine Vorstellungen waren ausverkauft.
Autor Pedro Lenz: Seine Vorstellungen waren ausverkauft.
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Eines von zwölf Zimmern im Hotel Kreuz. Die Auslastung war bisher besser als erwartet.
Eines von zwölf Zimmern im Hotel Kreuz. Die Auslastung war bisher besser als erwartet.
Daniel Fuchs
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Kaum ein anderes Projekt hat in den letzten Monaten und Jahren in Herzogenbuchsee so bewegt wie das Generationenhaus Kreuz. Schliesslich konnten die neuen Räumlichkeiten nach rund einjähriger Umbauzeit vergangenen September mit einem grossen Eröffnungswochenende eingeweiht werden.

Rund vier Monate später stellt sich nun die Frage: Konnten die Erwartungen bisher erfüllt werden? Seitens des Vereins Kreuz Keller Bühne, der für den Kulturbetrieb im Gewölbekeller zuständig ist, gibt es diesbezüglich keinen Zweifel: «Wir sind sehr gut gestartet», freut sich Vereinspräsidentin Stefanie Wittwer. Ihr Team kann auf eine erste Saisonhälfte mit insgesamt elf Veran­staltungen zurückblicken.

Fünf Anlässe waren ausverkauft: Das Jazzdinner zum Auftakt, die beiden Abende mit Autor Pedro Lenz, der «Pflotschhoger» mit Schriftsteller Peter Bichsel sowie der Talk mit den Nahostkorrespondenten Werner Van Gent und Pascal Weber. Dieser Anlass ging nicht im Keller, sondern im Dachstock über die Bühne. Es fanden sich dort 152 Zuhörerinnen und Zuhörer ein.

«Überrascht worden»

Aber auch die anderen Veranstaltungen seien teils sehr gut besucht gewesen, betont Stefanie Wittwer. So waren etwa die Auftritte der beiden Singer-Songwriter Shem Thomas sowie Marc Rudin mit rund 90 Eintritten jeweils fast ausverkauft.

Einzig der Klassikabend mit dem Nexus Reed Quintet sowie der Auftritt des Kabarettduos Valsecchi & Nater hätten mit rund 50 respektive 40 Eintritten weniger Leute angezogen, sagt Michael Schärer, Verwaltungsrat und Beisitzer des Vereins Kreuz Keller Bühne. «Ich bin sehr zufrieden», meint dieser. «Dass Pedro Lenz zweimal ausverkauft sein würde, war zwar fast zu erwarten. Er ist ein Strassenfeger.»

«Wenn es mit den Anlässen so weitergeht wie in der ersten Saisonhälfte, kommen wir gut über die Runden.»

Michael Schärer, Verein Kreuz Keller Bühne

Besonders erfreulich sei aber vor allem, dass auch die anderen Events gut besucht gewesen seien. Und Stefanie Wittwer meint: «Wir wussten natürlich, dass viele kommen würden, um sich das umgebaute Kreuz anzuschauen. Von der grossen Anzahl Besucher war ich dann letztlich aber doch überrascht.» So hätte das Team des Kreuz-Kellers auch «viele schöne Rückmeldungen» aus der ­Bevölkerung erhalten.

Erfreulich zudem: Es konnten bereits 54 Kulturabos verkauft werden. Und vier der insgesamt zwölf Events, die in der zweiten Saisonhälfte auf dem Programm stehen, sind bereits ausverkauft. Los geht es am 19. Januar mit der Gruppe Pflanzplätz.

Schwarze Null möglich

«Wir sind finanziell auf einem guten Weg. Wenn es mit den Anlässen so weitergeht wie in der ersten Saisonhälfte, kommen wir gut über die Runden», sagt Michael Schärer. Dem Kulturbetrieb komme auch zugute, dass die Raiffeisenbank Wasseramt-Buchsi als Hauptsponsor habe gewonnen werden können. Mit einem wei­teren Sponsor führt man derzeit Gespräche.

Schärer rechnet damit, dass der Verein seine erste Saison letztlich mit einer schwarzen Null abschliessen wird. «Unser Ziel ist es, dass der Kulturbetrieb selbsttragend läuft. Das sollte möglich sein.»

«Unser Ziel ist es, dass der Kulturbetrieb selbsttragend läuft. Das sollte möglich sein.»

Michael Schärer

Noch nicht ganz zufrieden ist der Verein hingegen mit der Akustik im Gewölbekeller. Diese sei zwar erstaunlich gut, meint Michael Schärer. Bei einigen Konzerten, insbesondere bei solchen mit einem Schlagzeug, sei der Raum aber noch zu laut.

Mit schwarzen Vorhängen habe man dies bereits verbessern können, sagt der Verwaltungsrat. Mittlerweile habe man sich den Raum auch noch mit einem Akustiker angeschaut. Es würden nun weitere Massnahmen geprüft.

Auslastung von 40 Prozent

Dass die Kulturveranstaltungen gut besucht waren, komme auch der Gastronomie und der Hotellerie im Kreuz zugute, ist sich Schärer sicher. «Die Leute wollen ein Kombipaket.» So hätten bei grösseren Events jeweils auch 20 bis 30 Essen fürs Restaurant herausgeschaut. «Es kamen Leute von auswärts, die allein wegen des Restaurants vielleicht nicht nach Herzogenbuchsee gekommen wären. Einige haben sogar übernachtet.»

Geschäftsführerin Jsabelle Trachsel bestätigt dies. «Bei Events im Keller können wir uns jeweils darauf einstellen, dass das Restaurant an diesem Abend sehr gut besucht sein wird.» Aber auch sonst gibt es im Bereich Gastronomie derzeit keinen Grund zur Klage: «Es lief sehr viel in den letzten vier Monaten», freut sich Jsabelle Trachsel. «Wir hatten das Restaurant fast jeden Abend voll, und auch die Mittagessen laufen ­weiterhin gut.»

Sehr zufrieden ist sie auch mit der Anzahl Bankette. Allein im Dezember fanden im Kreuz rund dreissig «grössere Essen» statt. Der Ansturm in den letzten Wochen und Monaten war sogar so gross, dass die Geschäftsführerin einen weiteren Koch, vorerst nur befristet, anstellen musste. Das Küchenteam umfasst nun sechs Personen.

«Wir hatten das Restaurant fast jeden Abend voll, und auch die Mittagessen laufen ­weiterhin gut.»

Jsabelle Trachsel

Gerade bei den Mittagessen werde sich die Situation künftig wahrscheinlich ein wenig beruhigen, vermutet Jsabelle Trachsel. Angst, dass die Anzahl Essen bald stark abnehmen könnte, hat die Geschäftsführerin aber keine. «Zum einen haben noch nicht alle das umgebaute Kreuz besichtigt, zum anderen haben wir uns mittlerweile etabliert. Zu unseren Gästen gehören jetzt auch viele ‹Wiederholungstäter›.»

Das Restaurant verfügt in der Gaststube und im Säli über rund 70 Plätze. Hinzu kommt die gleiche Anzahl Plätze auf der Terrasse.

Die Auslastung im Bereich Hotellerie liegt laut Jsabelle Trachsel derzeit bei ungefähr 40 Prozent. Budgetiert sind deren 34. Wobei der November mit 50 Prozent besonders positiv heraussticht.

«Angesichts der Tatsache, dass wir erst vor kurzem angefangen haben, ist dies eine gute Auslastung. Wir haben mit tieferen Zahlen gerechnet», sagt Jsabelle Trachsel, stellt aber auch klar: «Wenn es immer so bleiben sollte, wären wir natürlich nicht zufrieden.» Ihr persönliches Ziel seien 70 Prozent. «Das ist sehr ambitioniert, das weiss ich.» Realistisch sei wohl eher eine Auslastung von 50 Prozent.

Noch Luft nach oben gebe es auch bei den Buchungen der Seminarräume und bei der Nutzung der Co-Working-Arbeitsplätze im Obergeschoss. Diese Angebote seien nicht so gut angelaufen, sagt die Geschäftsführerin. Beiden wolle man nun aber genügend Zeit einräumen, sich zu etablieren. «Es muss sich zuerst herumsprechen, dass man im Kreuz jetzt auch Seminare durchführen kann», sagt Jsabelle Trachsel.

Über dem budgetierten Wert

Was die Finanzen betrifft, ist Marc Guggenbühler, Verwaltungsratspräsident der Kreuz Herzogenbuchsee Holding AG, zuversichtlich. So liege man zwar bei den Löhnen derzeit leicht über dem budgetierten Wert. Grundsätzlich sei man aber gut auf Kurs: «Wir liegen bisher plus/minus im Budget. Ich bin deshalb guter Dinge, dass wir am Ende eine schwarze Null schreiben werden.» Um gleich hinterherzuschieben: «Und wenn es knapp nicht reichen sollte, wäre das auch nicht so schlimm. Im ersten Jahr dürften wir uns ein Defizit noch leisten.»

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