Zum Hauptinhalt springen

«Das wird bestimmt ein Renner»

In gut drei Wochen ist das 50-Meter-Aussenbecken des Freibads mit einem Zelt überdacht worden. Das «Aquazeltia» dient als Provisorium während der Umbauarbeiten. Es dürfte keine so grosse Energieschleuder werden wie vielleicht vermutet.

Sebastian Weber
Projektleiter Kurt Grossenbacher freut sich: Die Arbeiten für das Provisorium sind beinahe abgeschlossen.
Projektleiter Kurt Grossenbacher freut sich: Die Arbeiten für das Provisorium sind beinahe abgeschlossen.
Daniel Fuchs
Seit Donnerstag wird das Zelt aufgeheizt.
Seit Donnerstag wird das Zelt aufgeheizt.
Daniel Fuchs
50 Meter lang, 20 Meter breit: Das Zelt auf dem Badigelände bietet einen eindrücklichen Anblick.
50 Meter lang, 20 Meter breit: Das Zelt auf dem Badigelände bietet einen eindrücklichen Anblick.
Daniel Fuchs
1 / 5

Er ist eindrücklich und zugleich ungewohnt: Der Blick in das Zelt, das in den letzten gut drei Wochen über dem Aussenschwimmbecken des Freibads in Herzogenbuchsee aufgebaut worden ist. 55 Meter lang, 20 Meter breit thront es wie ein riesiges Festzelt im Gelände und zieht die Blicke an.

Es seien schon einige «gwund­rige» Buchser vorbeigekommen und hätten sich den speziellen Bau angeschaut, erzählt Pro­jektleiter Kurt Grossenbacher von der Aquarena Sport + Wellness AG. Dieser sei vermutlich schweizweit einzigartig. «In un­serem Einzugsgebiet sowieso. Auch in Bern kennen sie so etwas nicht», sagt der frühere Gemeinderat stolz.

Aus der Bundesstadt hat sich denn auch bereits ein Schwimmclub angemeldet. Und auch das Fernsehen will für eine Berichterstattung vorbeischauen. Grossenbacher ist überzeugt, dass das Projekt Schule machen wird. Er hofft auf täglich 600 Besucher, sobald das Provisorium, das sogenannte «Aquazeltia», am 6. Oktober einmal seine Türen geöffnet hat.

Mit einem 60-Meter-Kran

Während die pünktlich Anfang August gestarteten Um- und ­Ausbauarbeiten am Hallenbad nebenan auf Hochtouren laufen, sind jene für das Zelt beinahe ­abgeschlossen. Das Wasser im 50-Meter-Aussenbecken und im zusätzlich eingebauten Nichtschwimmerbecken ist bereits eingefüllt worden.

Am Donnerstag nun konnte mit dem Aufheizen des Wassers begonnen werden. «Das dauert zehn Tage», sagt Kurt Grossenbacher, der in den letzten Wochen selbst beim Aufbau mit angepackt hat. Alles, was jetzt noch an Aufgaben anfalle, sei nur noch Kosmetik. Vor allem verglichen mit dem, was zuvor abgegangen ist.

Die Vorbereitungsarbeiten starteten bereits im Juli. Zuerst bauten freiwillige Helfer neben dem Becken ein Podest auf. Darauf konnten anschliessend die mit einem Pneukran angelieferten Garderoben- sowie WC- und Duschcontainer installiert werden. Auch sie wurden später vom Zelt überdeckt. Am 3. September folgte dann die Schliessung des Freibads.

Nun konnten die Arbeiten erst so richtig losge­hen: Zuerst wurden die Träger im Boden verankert, bevor schliesslich der Aufbau der Stahlgerüste erfolgte. Jene Arbeiten seien spektakulär gewesen, erzählt Kurt Grossenbacher. Um die vorgefertigten Bögen platzieren zu können, musste nämlich ein ­60-Meter-Kran aufgefahren werden.

Überdruck hält kalte Luft fern

Die fertige Konstruktion überzeugt vor allem durch ihre gute Wärmespeicherung: Nicht nur bestehen die Wände alle aus dicken, mit Blachen überdeckten Isolationsplatten, auch das Dach erfüllt seine Funktion. Dessen Blache ist zweischichtig und lässt sich zur besseren Wärmespeicherung mit Luft füllen. Zudem sorge die heisse Luft, die ins Zelt gepumpt werde, dafür, dass ein Überdruck entstehe, sagt Grossenbacher. Sodass die kalte Luft gar nicht erst reinkomme. Die Temperatur im Zelt wird 28 Grad, jene im Becken 26 Grad betragen.

«Komplett dicht ist das Zelt natürlich trotzdem nicht», sagt der Projektleiter. Vor allem bei einem starken Wind lasse es sich nicht verhindern, dass kalte Luft eindringe. Das «Aquazeltia» sei aber längst keine so grosse Energieschleuder, wie man das auf den ersten Blick vielleicht vermuten könnte, meint Grossenbacher. Wie gross der Energieverbrauch in Kilowattstunden letztlich sein wird und mit welchen Kosten gerechnet werden muss, diese Fragen lässt er jedoch offen.

«Das lässt sich derzeit noch nicht sagen.» Nur so viel steht fest: Die Aquarena AG rechnet für das Provisorium mit einem Verlust von 250 000 Franken, mit inbegriffen sind hier laut Grossenbacher auch die Heizungskosten. Das Zelt wird mit Gas, das Wasser mit Holzschnitzeln beheizt.

«Alles nach Plan»

Für den Projektleiter gibt es keinen Zweifel: Den Betrieb in den Wintermonaten im Zeltprovisorium weiterzuführen, das ist für alle Beteiligten die beste Lösung. Neben den Schulen und Vereinen profitieren vor allem auch die Angestellten der Badi davon, die nun weiterbeschäftigt werden können. Denn dank dem «Aquazeltia» musste die Badi nur gerade diesen Monat vollständig geschlossen werden.

Ohne das Provisorium hätte der Betrieb für längere Zeit komplett eingestellt oder die Sanierung und Erweiterung des Frei- und Hallenbads auf zwei Jahre verteilt werden müssen. Nun hingegen soll die Badi bereits im August eingeweiht werden können. Kurt Grossenbacher ist zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann: «Die Bauarbeiten verlaufen bisher alle nach Plan.»

Seine Vorfreude auf die Eröffnung des Zeltprovisoriums, das bis im April geöffnet bleiben wird, ist gross: «Das wird bestimmt ein Renner.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch