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Der Bären will mit Gourmet punkten

Das Hotel Bären in Langenthal prescht mit einem neuen Gourmetangebot vor und hebt sich damit im Wortlaut von anderen gehobenen Gasthäusern der Region ab.

Richten im Hotel Bären einen Gourmetgang an: Küchenchef Lajos Szabo und sein Team.
Richten im Hotel Bären einen Gourmetgang an: Küchenchef Lajos Szabo und sein Team.
Marcel Bieri
Frisch auf den Tisch: Das neue Gourmetangebot in der Bärenstube.
Frisch auf den Tisch: Das neue Gourmetangebot in der Bärenstube.
Marcel Bieri
Hoteldirektor Bernard Raemy.
Hoteldirektor Bernard Raemy.
Marcel Bieri
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Gut und gediegen essen kann man im Oberaargau in diversen Restaurants. Doch wer die Internetauftritte der renommiertesten Gasthäuser der Region prüft, stösst kaum auf den Begriff Gourmet. In Langenthal etwa wagte sich bislang nur das Hotel Auberge mit seinen 15 «Gault Millau»-Punkten an die Bezeichnung heran.

Nun tut es neuerdings auch das Hotel Bären, dessen Küche schon heute einen guten Ruf geniesst. Ab Mitte März sollen in der heimeligen, holzgetäfelten Bärenstube Gourmetmenüs auf die Tische kommen. Doch was steckt dahinter? Gar schnell ist das Wort Gourmet in den Mund genommen. Leistet Langenthals historische Gaststätte künftig wirklich einen Sondereffort in Sachen Kulinarik, oder wird bloss die Bärenküche neu und hübsch in eine Worthülse verpackt?

Küchenchef als Grundpfeiler

Geht es nach Hoteldirektor Bernard Raemy, soll das neue Gourmetangebot keinesfalls bloss ein Lippenbekenntnis sein. «Wir haben uns sehr bewusst mit dem Begriff auseinandergesetzt», sagt er. Dreh- und Angelpunkt des Konzepts ist gewissermassen Küchenchef Lajos Szabo, der seit nunmehr drei Jahren im Bären arbeitet. Seine Philosophie: «Hochwertige Produkte gekonnt in Szene setzen, ohne ihren Charakter zu verändern.» Der Eigengeschmack der Lebensmittel sowie passende Garmethoden seien ihm sehr wichtig, betont der gebürtige Ungar.

Auf Szabos Erfahrung – er arbeitete unter anderem in Sternerestaurants im Ausland – soll im Bären also gebaut werden. Und tatsächlich kommt die Menükarte in der Bärenstube künftig anders daher als drüben an der Bar und im Speisesaal. Statt ­Bärenburger gibts beispielswei­se eine Pastinakenmousse mit Nüsslisalat und einer Feigen-Vinaigrette. Die Gourmetmenüs in der Bärenstube sollen laut Bernard Raemy eine Ergänzung des bestehenden Angebots sein.

Gästen einen Hinweis geben

«Wir wollen ein neues Publikum erschliessen. Eines, das affin ist für hochwertige Speisen.» Der Begriff Gourmet gebe solchen Leuten einen Hinweis darauf, was sie im Restaurant erwarte. «Deshalb haben wir die Bezeichnung ganz bewusst gewählt», sagt Raemy.

Der Bären-Direktor räumt ein, dass die Gourmetmenüs nicht ausschliesslich mit regionalen Produkten bestritten werden. Man achte zwar sehr wohl auf ­Regionalität, etwa beim Gemüse. «Entscheidend ist für mich aber die Herkunft der Produkte. Wir wollen wissen, womit wir arbeiten und woher die Ware stammt.» Fischprodukte aus nachhaltiger Quelle und mit dem entspre­chenden Label seien für ihn ein Muss, nennt Raemy ein Beispiel. Ausserdem wollen die Bären-Köche ausschliesslich mit Frischprodukten arbeiten.

Hemmschwelle bleibt

Der Direktor ist überzeugt davon, dass das neue Angebot in hiesigen Gefilden auch tatsächlich nachgefragt wird. Zwei Testanlässe in der Bärenstube seien ein voller Erfolg gewesen. Dass eine gewisse Hemmschwelle schafft, wer sich Gourmet auf die Fahne schreibt, stellt Bernard Raemy zwar nicht in Abrede. Doch: «In Langenthal und dessen Umgebung gibt es genügend Leute, die Freude an hochwertigem Essen haben.» Weitere potenzielle Kunden seien Hotelgäste, Firmen und Geschäftskunden, Seminargäste, Behörden sowie Menschen, die etwas zu feiern hätten wie Hochzeiten oder Jubiläen.

Das Angebot dürfe durchaus einen exklusiven Charakter haben, meint Raemy. Entsprechend klein ist das Platzangebot in der Bärenstube. Im Konzept ist die Rede von maximal sieben Tischen. Wie bei der Küche auch soll die Atmosphäre in der Bärenstube keinesfalls abgehoben sein. «Es soll gelacht werden dürfen, die Stimmung darf locker sein», sagt Bernard Raemy. Zum Gourmetrestaurant wird die Bärenstube indessen nur am Abend von Dienstag bis Samstag. Zur Mittagszeit soll nach wie vor Normalbetrieb herrschen.

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