Der Kirche steht ein grosser Umbau bevor

Langenthal

Das reformierte Gotteshaus Geissberg soll neu gestaltet und damit einer breiteren Nutzung zugeführt werden. Es wäre die dritte ­umfassende Sanierung in der Geschichte.

So präsentiert sich das Gebäude heute. Ende der 1950er-Jahre erfolgte der letzte umfassende Umbau.

So präsentiert sich das Gebäude heute. Ende der 1950er-Jahre erfolgte der letzte umfassende Umbau.

(Bild: Marcel Bieri)

«Die reformierte Kirche auf dem Geissberg hat eine hohe Symbolkraft für Langenthal», ist Kirchgemeinderatspräsident Reto Steiner überzeugt. Er weiss aber auch, dass sie in vielerlei Bereichen veraltet ist.

«Sie entspricht weder hinsichtlich Nutzungsflexibilität und Funktionalität noch in Bezug auf die technische Ausstattung und das innere Erscheinungsbild den heutigen Bedürfnissen der Kirchgemeinde.» Diese beabsichtigt daher, die Kirche umzubauen.

Die angedachten Massnahmen werden an der Kirchgemeindeversammlung von heute Abend erstmals vorgestellt. «Es gibt diverse Anpassungen bei den Einbauten, der Möblierung und der Beleuchtung», erklärt Reto Steiner bereits vorab. «Bei Konzerten werden immer wieder die fixen Bänke kritisiert.

Es kann also sein, dass diese einer mobilen Einrichtung weichen», nennt er ein Beispiel. Weiter sollen der Hauptzugang sowie die seitlichen Zugänge grosszügiger gestaltet werden. «Die Eingänge sind nicht behindertengerecht und sehr eng. Zudem fehlen Toiletten», fährt der Kirchgemeindepräsident fort.

Die technischen Anlagen müssen saniert oder erneuert und die Kirche energetisch an­gepasst werden. Konkrete Vorstellungen, wie diese Modernisierung aussehen wird, hat der Kirchgemeinderat nicht. «Die interessierten Architekten erhalten von uns nur die Vorgaben.»

Diese historische Aufnahme zeigt die Kirche um 1910 im damaligen ­neugotischen Stil. Bild: Burgerbibliothek Bern

Im historischen Kontext

Von Gesetzes wegen muss der Umbau öffentlich ausgeschrieben werden. «Die Auswahl des Architekturbüros erfolgt in selektiven Planerwahlverfahren durch ein Beurteilungsgremium», erklärt Karin Gerber. Sie ist Inhaberin der Baukontext GmbH, Bern, und sie ist für die Verfahrensorganisation engagiert worden.

Das Gremium besteht aus zwei unabhängigen Fachexperten und vier Vertretungen der Kirche. «Die kantonale Denkmalpflege ist ebenfalls dabei, allerdings in der Rolle der Expertin, aber ohne Stimmrecht», erklärt Heini Hasler, der in der Kirchgemeinde für die Immobilien verantwortlich ist.

Den definitiven Zuschlag erhält, wer die Vorgaben am besten und im Rahmen der finanziellen Vorgaben umsetzt.

Wie sich die Kirche Geissberg künftig präsentieren wird, ist also noch offen. Sicher ist jedoch, dass die Umbau- und Sanierungsmassnahmen im historischen Kontext stehen müssen und der sakrale Charakter beibehalten wird. «Es gibt künftig sicher keine privaten Partys», geht Reto Steiner auf diesbezügliche Ängste ein.

Für Anlässe dieser Art stehe das Zwinglihaus zur Verfügung. Die Kirchgemeinde hat zudem die Möglichkeit, Wünsche und Vorschläge einzubringen. «Voraussichtlich im Juni 2018 wird das Vorprojekt vorgestellt», nennt Steiner den dafür richtigen Zeitpunkt.

Baubeginn frühestens 2019

Der Projektierungskredit von ­etwa 300 000 Franken wird der Kirchgemeindeversammlung voraussichtlich am 4. Dezember vorgelegt. Über den Baukredit von etwa 3,5 Millionen Franken stimmt die Versammlung gemäss provisorischem Zeitplan im November 2018 ab.

«Wenn alles planmässig verläuft, reichen wir das Baugesuch im Dezember 2018 ein», sagt Steiner. Mit dem Bau kann circa Mitte 2019 begonnen werden. «Über den Verlauf und die einzelnen Schritte werden wir laufend informieren», verspricht er.

Kirchgemeindeversammlung: Mittwoch, 19 Uhr, Forum Geissberg.

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