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Der Zug kommt ennet der Geleise wieder ins Rollen

Nach längerem Unterbruch soll die Umsetzung des Spielplatzkonzepts jetzt wieder in die Gänge kommen: mit einer neuen ­Anlage im Hard.

Wurde bereits saniert: Der Spielplatz Haldeli.
Wurde bereits saniert: Der Spielplatz Haldeli.
Hans Wüthrich

Gut Ding will Weile haben: Ein Sprichwort, das in Langenthal in so manchen Belangen Anwendung finden könnte. Auch in Sachen Kinderspielplätze hinkt die Stadt ihrem ursprünglichen Zeitplan längst hinterher.

Erst drei Anlagen sind saniert worden seit der Bewilligung des Spielplatzkonzeptes mit einem Rahmenkredit über 1,8 Millionen Franken im Jahr 2012. Mehr als zehn – drei neue Anlagen inbegriffen – sollen es dereinst sein.

An einen Abschluss des Projekts bis 2021 denkt heute aber niemand mehr. Inzwischen sind die Mittel für die Umsetzung des Spielplatzkonzepts im Investitionsplan der Stadt bis ins Jahr 2026 aufgeteilt.

«Man kann auch im Wald spielen»

Die Verzögerungen sind denn auch vereinzelten Parlamentariern nicht entgangen, und so gaben die Spielplätze an der Stadtratssitzung vom vergangenen Montag einmal mehr zu Fragen Anlass. Wie es mit der Umsetzung des Konzeptes stehe und welches die nächsten Schritte seien, wollte Pascal Dietrich im Rahmen eines Vorstosses wissen.

Der FDP-Stadtrat hatte in seiner im Juni eingereichten Interpellation zugleich leise Kritik geübt an den bislang erfolgten Spielplatzsanierungen: Hätten diese bei ­Eltern und Kindern gemäss seiner Wahrnehmung doch «nicht gerade Begeisterungsstürme» ausgelöst, und fehle es weiterhin an einem eigentlichen Erlebnisspielplatz. Ein Punkt, den Stadtpräsident Reto Müller (SP) am Montag nicht ungern aufzunehmen schien.

Der Gemeinderat habe nichts gegen mehr «Gamification» in Langenthal, verwies er auf die ­allgemeine Tendenz, Spielerisches im Alltag einzuflechten. ­Allerdings frage sich die Exekutive auch, ob es denn immer ein Spielplatz sein müsse.

«Nein. Unseres Erachtens kann man auch im Wald spielen», erinnerte er etwa an den neuen Erlebnispfad im Schulwald. Damit Kinder spielen könnten, brauche es aber auch die Initiative von Eltern, die Toleranz von Nachbarn und die Rücksicht von Verkehrsteilnehmenden.

Nichtsdestotrotz soll es nun aber einen Schritt vorwärtsgehen bei der Umsetzung des Spielplatzkonzepts. «Diesmal ennet der Geleise», erklärte Müller.

Standort noch nicht bestimmt

Schon im Frühling hatte er angekündigt, dass im Gebiet Hard ein neuer Spielplatz entstehen könnte. Nun werden diese Pläne konkret. Nach den Plätzen im Haldeli, im Rumipark und im Kreuzfeld werde jetzt das Gebiet Hard zum Zug kommen, bestätigte der Stadtpräsident am Montag. 190 000 Franken sind im Investitionsplan für dieses nächste Teilprojekt im Jahr 2018 vorgesehen.

Wo genau der neue Spielplatz zu stehen kommen wird, ist noch nicht entschieden. Der Umkreis der Grubenstrasse sei eine Option, sagte Müller gestern. Aber auch ein Standort näher beim Bäregg sei denkbar.

Der Name ist nicht entscheidend

Auch wie die neue Anlage im ­Detail aussehen wird, bleibt offen. «Die Langenthaler Spiel­plätze sollen möglichst viele und vielfältige Erlebnisse bieten», erklärte Müller am Montag im Stadtrat. Wie sie bezeichnet würden, sei dabei allerdings nicht entscheidend.

Die Ausführung der einzelnen Teilprojekte im Rahmen des bewilligten Gesamtkredits für das Spielplatzkonzept liegt in der Kompetenz des Gemeinderats. Dieser schliesse Anpassungen seines ursprünglichen Konzepts oder weitere Massnahmen zu gegebenem Zeitpunkt nicht aus, so der Stadtpräsident.

Wichtig sei nach Auffassung der Exekutive nur, dass die Spielplätze über das ganze Stadtgebiet verteilt seien. «So schützen wir uns auch vor einem Spielplatztourismus, der wiederum Verkehr mit sich zieht.»

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