Die «einmalige Chance» gepackt

Bleienbach

Die Gemeinde will neben der Mehrzweckhalle neue Parkplätze bauen lassen. Dafür muss sie aber zuerst Land kaufen. Nach der Gemeindeversammlung ist das möglich.

Neben der Mehrzweckhalle (Bild) sollen Parkplätze entstehen.

Neben der Mehrzweckhalle (Bild) sollen Parkplätze entstehen.

(Bild: Andreas Marbot)

Das Angebot an Parkplätzen in Bleienbach ist begrenzt. Autos parken bereits heute täglich entlang der Strasse. An Veranstaltungen sind die Kapazitäten rasch aufgebraucht. Kommt hinzu, dass sich die Situation laut dem Gemeinderat zusätzlich verschärfen wird, sobald die Überbauung Neumatt beendet ist. Bleienbach sieht sich zum Handeln gezwungen, schliesslich haben die einzelnen Liegenschaftsbesitzer ein Anrecht auf unein­geschränkten Zugang zu ihren Parzellen. Zudem muss zu jeder Zeit der Durchgang für Blaulichtorganisationen frei sein. Das ist mit dem aktuellen Parksystem (Einbahnverkehr via Lehmgrube) derzeit nicht immer der Fall.

Die Lösung: Gleich neben der Mehrzweckhalle besteht eine freie Parzelle, die der Gemeinderat nun kaufen will. 31 neue Parkplätze sollen darauf entstehen. «Dieser Kauf ist eine Gelegenheit, die wir so nie mehr bekommen werden», sagte Andreas Moser, Gemeinderat Ressort Bau und Planung, gegenüber den 67 anwesenden Stimmberechtigten.

Das Bauunternehmen Sutter, das die besagte Parzelle besitzt, bot diese mitsamt dem Bau der Parkplätze an. Kostenpunkt: 360 000 Franken. Laut Moser kostet dabei das Land etwa die Hälfte des Gesamtpreises. Weitere 40 000 Franken will der Gemeinderat beiseitelegen, um allfällige Zusatzarbeiten auszuführen. «Ein wahnsinniger Preis», fand zwar einer der Anwesenden. Trotzdem stimmte die Versammlung am Ende ohne Gegenstimme und mit nur wenigen Enthaltungen zugunsten des geplanten Kredits.

Bleienbach zahlt ein

Als eine der wenigen Gemeinden im Oberaargau zählt Bleienbach zu jenen, die in den Finanz- und Lastenausgleich einzahlen müssen. Dies vor allem aufgrund der hohen Steuererträge von 2016. Das Budget fürs nächste Jahr sieht allerdings ein Defizit im Gesamthaushalt von 254 539 Franken vor.

Trotz dieses hohen Verlusts will der Gemeinderat den im letzten Jahr gesenkten Steuerfuss nicht wieder erhöhen. Der Bilanzüberschuss (früher Eigen­kapital) kann dieses Defizit noch problemlos decken, betrug dieser doch 2016 circa 3,9 Millionen Franken. Mit sinkenden Steuereinnahmen wird Bleienbach künftig auch wieder weniger in den Finanz- und Lastenausgleich einzahlen müssen. Das Budget 2018 wurde diskussionslos und einstimmig genehmigt.

Ebenfalls einstimmig bestätigte der Souverän die beiden Ratsmitglieder Andreas Moser und Peter Rüedi (Ressort Licht, Wasser, Abwasser) für weitere vier Jahre im Amt. Obwohl Gemeindepräsident Daniel Benevento protokollhalber in die Runde fragte, ob es Gegenkandidaten gebe, stellte er fest: «Es scheint sich niemand aufdrängen zu wollen.» Erst schwiegen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, nun lachten und applaudierten sie. Nochmals Glück gehabt.

Langenthaler Tagblatt

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