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«Die Kandidatur war mein Recht»

Für Hans-Jürg Schmied (54) ist der Wahlkampf vorbei. Seine Anliegen will der parteilose Konstrukteur aber nicht aufgeben.

Hans-Jürg Schmied ist am Sonntag ausgeschieden. Der 54-Jährige erzielte im ersten Wahlgang 318 Stimmen. Video: Martin Bürki

Herr Schmied, Sie hatten am ­Ende etwas mehr als 300 Langenthalerinnen und Langenthaler auf Ihrer Seite. Welches Resultat haben Sie erwartet?Hans-Jürg Schmied:Etwa das, was ich erreicht habe: zwischen 200 und 500 Stimmen. Mit 318 Stimmen ist es ungefähr so eingetroffen.

Wie zufrieden sind Sie demnach?Ich bin zufrieden. Das Resultat ist ja nur das eine. Mir ging es bei meiner Kandidatur auch um anderes. Zum Beispiel darum, dass die Porzi endlich einmal zum Thema wird.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal von vorne beginnen könnten mit Ihrer Kandidatur?Vermutlich wäre es vernünftig gewesen, ein bisschen früher in den Wahlkampf einzusteigen. Ich habe ja keinerlei Werbung gemacht.

Genau das hat viele Leute zweifeln lassen an der Ernsthaftigkeit Ihrer Kandidatur. Zu Recht?Nein, überhaupt nicht. Ich selber schaue nie auf all diese Wahlplakate. Ich brauche nicht einmal die Wahlprospekte, um mir eine Meinung zu bilden. Mir reichen dazu die vorgedruckten Listen. Ich fülle meine Wahlunterlagen aus, ohne dass ich mich von Gesichtern beeinflussen lassen muss.

Auch das ist also ein klares Statement Ihrerseits. Trotzdem gibt es nun Ihretwegen einen zweiten Wahlgang . . .Gegen diesen Vorwurf verwehre ich mich deutlich. Man hätte einen zweiten Wahlgang meiner Ansicht nach trotz meiner Kandidatur vermeiden können. Bei einer Initiative mit Gegenvorschlag muss man ja jeweils auch eine Stichfrage beantworten.

Hier hätte man nun einfach drei Stichfragen gehabt, weil es bei drei Kandidierenden drei mögliche Paarungen für den zweiten Wahlgang gibt. Diesen Zettel hätte man dem Wahlmaterial doch gleich beilegen können, dann wäre der zweite Wahlgang schon mit dem ersten erledigt gewesen.

Das widerspräche allerdings dem Wahl- und Abstimmungsre­glement.Das hat man mir auch erklärt. Ich war der Auffassung, dass es machbar wäre, sofern Stefan Costa, Reto Müller und ich damit einverstanden sind. Aber offenbar ist es tatsächlich nicht machbar.

Hätten Sie nicht kandidiert, wenn Sie sich darüber von Beginn weg im Klaren gewesen wären?Doch, ich hätte mich trotzdem zur Wahl gestellt. Weil es in unserer Demokratie mein Recht ist, zu kandidieren. Und weil ich mich wie gesagt aktiv einbringen wollte mit gewissen Themen. Und ich werde an diesen Themen auch weiterhin dranbleiben. Ich finde einfach, dass auf dem Porziareal ein riesiges Potenzial brachliegt, das man endlich einmal nutzen sollte.

Wenn man nun einfach sagt, mit dem Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof und allenfalls noch dem Markthallenareal könne man die Porzi nicht auch noch dazunehmen, weil sonst die Bauverwaltung überlastet sei, dann finde ich das schlicht nicht gut. Weil solche Sachen grundsätzlich als Ganzes betrachtet werden müssen.

Natürlich muss ein Stadtentwicklungskonzept Rücksicht nehmen auf die Agglomerationsplanung und den Siedlungsrichtplan. Aber immer nur einzelne Sachen in Angriff zu nehmen, kommt nicht gut.

Sie gehören keinem politischen Gremium an. Auf welche Weise wollen Sie sich weiterhin für Ihre Anliegen einsetzen?Ich werde nun konkrete Vorschläge machen müssen, die man diskutieren kann.

Zum Stadtpräsidenten gewählt ist vorerst niemand, der Entscheid fällt erst am 16. Oktober. Stefan Costa oder Reto Müller: Wer erhält Ihre Stimme?Ich selber habe nur ein einziges Wahlversprechen gemacht, nämlich dass die Badi eine Woche länger offenbleibt. Derjenige, der dieses Versprechen übernimmt, den wähle ich.

khl

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