Diesmal gibt der Souverän sein Okay

Heimenhausen

Überraschend deutlich haben die Stimmbürger dem neuen Kostenverteiler der Schule Aare-Oenz zugestimmt. Die Nachbargemeinde Berken bleibt dem Verband somit erhalten.

Sollte Berken irgendwann wieder Schüler anmelden, werden diese auch in Zukunft wieder mit dem Bus der Schule Aare-Oenz abgeholt.

Sollte Berken irgendwann wieder Schüler anmelden, werden diese auch in Zukunft wieder mit dem Bus der Schule Aare-Oenz abgeholt.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Sebastian Weber

Vor einem Jahr hatten sie noch die Rolle des Spielverderbers eingenommen: die Stimmbürger in Heimenhausen. Mit einer deutliche Mehrheit hatten sie damals den Antrag Berkens bachab geschickt.

Die Nachbargemeinde, die derzeit keine Schüler angemeldet hat, wollte vom Kostenverteiler des Schulverbands Aare-Oenz befreit werden und nur noch einen jährlichen Pauschalbetrag bezahlen. Nun ging es diesen Herbst mit einer Vernehmlassung für einen neuen, dreiteiligen Kostenverteiler in eine zweite Verhandlunsgrunde. Erneut müssen alle vier Verbandsgemeinden der nötigen Teilrevision des Organisationsreglements zustimmen.

«Zwängerei von Berken»

Mit Spannung wurde die Gemeindeversammlung in Heimenhausen vom Donnerstagabend erwartet. Denn Graben, Inkwil und Berken haben dem neuen Kostenverteiler zwar bereits zugestimmt. Die Stimmbürger in Berken ­haben am Mittwoch aber auch einen Austritt beschlossen – für den Fall, dass Heimenhausen seine Zustimmung verweigern sollte. Heimenhausen und Graben wären ­jene beiden Gemeinden, die nach dem neuen Verteiler künftig mehr bezahlen müssten.

«Heute haben wir eine neue ­Situation», stellte Gemeindepräsidentin Verena Schertenleib-Helbling zu Beginn des Geschäfts gleich klar. Letztes Jahr habe Berken eine Ausnahmeregelung gewünscht. Dies sei der nun vor­liegende «faire» Verteiler nicht. «Dieser funktioniert nach dem Verursacherprinzip und gilt für alle Gemeinden gleich.»

Die anschliessende Diskussionsrunde war kurz. Ob der Kostenverteiler nur aufgrund der «Zwängerei» von Berken abgeändert werden sollte, wollte einer der 32 anwesenden Stimmberechtigten (total 832) aber doch noch wissen. Von einer «Zwängerei» wollte Verena Schertenleib nicht sprechen.

«Nach der An­frage aus Berken haben wir erst realisiert, dass Gemeinden ohne Schüler zwar die Lehrerlöhne im Verband mitfinanzieren, gleichzeitig aber kein Geld aus dem ­Lastenausgleich erhalten.» Diese Kosten würden nun mit der Anpassung des Organisationsreglements gerechter verteilt.

Heimenhausen zahlt mit dem neuen Kostenverteiler in Zukunft jährlich rund 709'000 Franken statt wie bisher 683'600 Franken. Die Gemeinde erhält aber auch, wie Gemeindeverwalter Bruno Zimmermann vorrechnete, rund 270'000 Franken aus dem Lastenausgleich.

Der Antrag des Gemeinderates, die Teilrevision zu genehmigen, wurde schliesslich von einer deutlichen Mehrheit der Stimmberechtigten genehmigt – bei nur zwei Nein-Stimmen. Der Antrag eines Versammlungsteilnehmers, über das Geschäft geheim abzustimmen, war zuvor klar abgelehnt worden.

Das angepasste Organisationsreglement wird nun zur Genehmigung dem kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung zugestellt. Es tritt per 1. Januar 2018 in Kraft.

Langenthaler Tagblatt

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