Ein emotionales Thema

Rohrbach

Eigentlich war allen klar, dass ein Armenwald ­heute nicht mehr zu den Aufgaben einer Einwohnergemeinde gehört. Trotzdem bewegte der Verkauf an die Burgergemeinde die Gemüter an der Gemeindeversammlung.

Die Verwendung des Erlöses von rund 15 000 Franken vom Verkauf des Armenwaldes an die Burgergemeinde sorgte für Emotionen.

Die Verwendung des Erlöses von rund 15 000 Franken vom Verkauf des Armenwaldes an die Burgergemeinde sorgte für Emotionen.

(Bild: Keystone)

Jürg Rettenmund

«Es ist das falsche Signal, das wir hier aussenden», gab sich ein Rohrbacher an der Gemeindeversammlung überzeugt. Ein Wald sei etwas Nachhaltiges. Mit Holzschnitzeln aus diesem liesse sich zum Beispiel das Gemeindehaus umweltfreundlich heizen und über die Jahre viel Heizöl ein­sparen.

Es waren allerdings nicht diese Bedenken, die unter den 54 Rohrbacherinnen und Rohrbachern (5 Prozent von 1086 Stimmberechtigten) für Diskussionen und Emotionen sorgten. Denn mit einem Verkauf an die Burgergemeinde bleibe der Wald in Rohrbacher Besitz, wurde anerkannt.

Es war vielmehr die Verwendung des Erlöses von rund 15 000 Franken, die für Emotionen sorgte. Der Einfachheit halber wollte der Gemeinderat diesen dem Fonds Anzeiger zuweisen, dessen Mittel für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden.

In Erinnerung behalten

Mehrere Votanten wünschten, genauer zu wissen, für was die Mittel verwendet würden, damit die Erinnerung an den Armenwald auf diese Art erhalten bleibe. Während der Verkauf an die Burger mit 50 zu 4 Stimmen klar angenommen wurde, unterstützten immerhin 22 Stimmberechtigte einen Antrag aus ihrer Mitte: Bis zur nächsten Versammlung sollte der Gemeinderat einen neuen Verwendungszweck für den Erlös bestimmen.

Der Gemeinderat obsiegte aber mit 29 Stimmen für seinen Antrag. Gemeindepräsidentin Elisabeth Spichiger (SVP) versprach den Unterlegenen, künftig über die Verwendung der Mittel aus dem Anzeiger-Fonds zu informieren.

Allmendstrasse wird saniert

Ja sagte die Versammlung zu einem Kredit von 645 000 Franken für die Sanierung der Allmendstrasse. Diese Arbeiten sind schon lange pendent und sollen nun nach dem Abschluss der Bauarbeiten am Seniorenpark nächstes Jahr in Angriff genommen werden. Gleichzeitig nahm der Gemeinderat die Anregung entgegen, auf den Quartierstrassen rund um den neuen Seniorenpark die Einführung einer Tempo-30-Zone zu prüfen.

Neue Weihnachtssterne

Das Budget 2018 sieht bei einer unveränderten Steueranlage von 1,5 Einheiten im Gesamthaushalt bei einem Umsatz von 6,5 Millionen Franken ein Defizit von 141 000 Franken vor. Knapp 142 000 Franken beträgt das Minus im allgemeinen Haushalt. Das Budget war ebenso unbestritten wie eine kleine An­passung von Kommissionsentschädigungen im Personalreglement. Zur Kenntnis genommen wurde, dass die Sterne der neuen Weihnachtsbeleuchtung aus dem Anzeiger-Fonds unterstützt wurden.

Berner Zeitung

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