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Ein Kunstprojekt, von dem beide Seiten profitieren

Die Fassade der Pura Huttwil ziert ein Gemälde junger Künstler. Auftraggeberin Mariann Bracher ­Mathys hat ihnen viel Freiheit bei der Gestaltung gelassen.

Lassen sich nicht stören: Die Jugendlichen gestalten die Fassade neu.
Lassen sich nicht stören: Die Jugendlichen gestalten die Fassade neu.
Daniel Fuchs

An diesem warmen Vormittag sitzen zahlreiche Gäste im Café Pura in Huttwil. Die vier jungen Künstler, welche die Fassade verschönern, lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Sie mischen ihre Farben neben dem Gebäude und schlängeln sich dann hinter den Gästen vorbei, um sie mit Walzen auf die Wand aufzutragen. Schon am Tag vor der Fertigstellung kann man erkennen, wohin die Reise geht.

Das Gemälde, welches entsteht, zeigt verschiedene Personen, die an runden Tischen in einem Café sitzen. «Wir haben uns von der Szenerie hier inspirieren lassen», sagt Marc Tschumi. Er und seine drei Kolleginnen und Kollegen haben diesen Sommer den Vorkurs an der Neuen Schule für Gestaltung in Langenthal abgeschlossen. Für den Auftrag opfern die 17-Jährigen eine Woche ihrer Ferien.

Nicht ganz ohne Hintergedanken: «So ein Projekt kann man gut für sein Portfolio verwenden», sagt Tschumi. Da sie in der Gestaltung der Fassade so gut wie keine Vorgaben gehabt hätten, sei es nicht ganz einfach gewesen, sich auf ein Thema zu einigen, ­erzählt er.

Nach langem Grübeln am Montag habe man sich dazu entschieden, dass alle noch mal zu Hause ihre Idee in Form einer Skizze zu Papier brächten. Anschliessend habe man festgestellt, dass allen eigentlich das Gleiche vorgeschwebt habe.

Unterschiedliche Stilrichtungen

Die Fassade soll den Gastrobereich davor widerspiegeln. Ihre Skizzen haben die Künstler auf die Fassade übertragen und dann bemalt. Jeder einzelne hat einen Bereich der Wand für sich ­beansprucht.

Trotz ähnlichen Motiven haben alle ihren eigenen Stil mit einfliessen lassen. Während ein Fassadenabschnitt in gedeckten Farben gehalten ist, besticht ein anderer durch intensive, knallige Töne im Pop-Art-Stil.

Nur eine Zwischenlösung

Den Auftrag haben die jungen Künstler von den Pura-Betreibern erhalten. «Kunst ist uns sehr wichtig, sie soll immer Platz haben in unserem Café», sagt Inhaberin Mariann Bracher Mathys.

«Wir haben uns von der Szenerie hier ­inspirieren lassen.»

Marc Tschumi

Sie muss am geschichtsträchtigen Haus die Fassade erneuern und hatte daraufhin die Idee, sie in der Zwischenzeit verschönern zu lassen. Hierzu wurden provisorisch Holzbretter an der Wand angebracht.

Nachdem sie an der Jahresabschlussausstellung der Neuen Schule für Gestaltung gewesen war, hat sie bei allen Abgängern angefragt, ob jemand Interesse an einem solchen Projekt habe. Woraufhin besagte vier Künstler sich meldeten. Sie ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis und hat den Entstehungsprozess mit grossem Interesse verfolgt.

Es sei sehr spannend, wie neue Bilder entstünden und verschiedene Stile zusammengefügt würden, sagt sie. Lange kann die kunstvoll gestaltete Fassade wahrscheinlich nicht bestaunt werden. Laut Bracher Ma­thys muss die Fassade noch vor dem Winter erneuert werden. Was danach mit dem Werk geschieht, ist noch nicht klar.

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