Zum Hauptinhalt springen

Ein Quartett bringt die Farben zum Singen

Am Samstag wird im Schulhaus Oschwand die zweite Ausstellung des Amiet-Hesse-Wegs eröffnet. Diesmal sind auch Werke von Hermann Hesse und Eveline Hasler zu sehen.

Bei den letzten Vorbereitungen: Beat Hugi, Präsident des Vereins Pro Amiet-Hesse-Weg, im Schulhaus.
Bei den letzten Vorbereitungen: Beat Hugi, Präsident des Vereins Pro Amiet-Hesse-Weg, im Schulhaus.
Marcel Bieri
Farbenfroh: So zeigt Autorin und Malerin Eveline Hasler das Tessin.
Farbenfroh: So zeigt Autorin und Malerin Eveline Hasler das Tessin.
Marcel Bieri
Tessiner Dorf: Ein Werk von Hermann Hesse.
Tessiner Dorf: Ein Werk von Hermann Hesse.
Marcel Bieri
1 / 3

Beat Hugi weiss, wie er die Besucher auf die Oschwand holt. Die erste Ausstellung des im August 2016 eröffneten Amiet-Hesse-Wegs, dessen Trägerverein er ­präsidiert, hatte rund 2500 Leute angelockt. Im Fokus damals: die beiden Künstler Cuno Amiet und Bruno Hesse.

Jetzt steht die nächste Kunstausstellung im alten Schulhaus vor der Tür: Unter dem Titel «Die Farben zum Singen bringen» gibt es dort ab Samstag erneut Bilder von Cuno Amiet und Bruno Hesse sowie diesmal auch von dessen Vater Hermann und Eveline Hasler zu entdecken. Insgesamt rund 200 Werke.

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Veranstaltungsreihe mit Gesprächen und Lesungen im Schulhaus sowie einer Verkaufsgalerie im Soussol der Bibliothek Herzogenbuchsee mit rund 100 Werken.

Heiner Hesse als Nachbar

Die Idee, alle vier Künstler in einer einzigen Ausstellung zusammenzubringen, verfolgt Projektleiter Beat Hugi schon länger. Und diese kommt nicht von ungefähr. «Das Kunst- und Kulturquartett war miteinander verbandelt. Es gibt viele Zusam­menhänge», sagt er. Bekannt ist die Verbindung zwischen Cuno Amiet und Bruno sowie Hermann Hesse. Der deutsche Schriftsteller hatte seinen ältesten Sohn als Fünfzehnjährigen bei Anna und Cuno Amiet in Obhut gegeben und pflegte auch sonst eine Freundschaft zum Kunstmaler.

Wie diese genau aussah und auch, welche Beziehung Vater und Sohn Hesse zueinander hatten, wird in den Begleitveranstaltungen Thema sein. An diesen werden unter anderen auch Amiet-Kenner Peter Killer und Hesse-Herausgeber Volker Michels teilnehmen (siehe Kasten).

Weniger bekannt ist hingegen die Tatsache, dass auch Eveline Hasler eine Verbindung zur Familie Hesse besitzt. Die Schweizer Schriftstellerin, die durch Bücher wie «Anna Göldin» oder «Die Wachsflügelfrau» Bekanntheit erlangte, hat mehrmals über Hermann Hesse geschrieben. Vor allem aber wohnt sie seit langem im Tessiner Dorf Ronco sopra Ascona.

Wie es der Zufall will, war Bruno Hesses Bruder, Heiner, dort bis zu seinem Tod ihr Nachbar. Vater Hermann war 1919 ins Tessin gezogen, wo er 1962 auch gestorben ist. Bis ins hohe Alter hat er rund zweitausend Aquarelle gemalt, die meisten davon Liebeserklärungen an seine Wahlheimat. Auch Bruno verbrachte viel Zeit im Tessin.

Eveline Hasler hegt ebenfalls eine Leidenschaft fürs Malen. Beat Hugi erzählt, wie sie seine Einladung, auf der Oschwand auszustellen und dort auch selbst aus ihren Büchern über Hesse vorzulesen, ohne lange zu überlegen angenommen hat. «Ihre Bilder habe ich selbst mit dem Auto im Tessin abgeholt.»

Gemeinsames Motiv

Während vor einem Jahr noch der Bezug zur Oschwand im Fokus stand, beherrschen deshalb nun bei der neuen Ausstellung die Tessiner Motive die Szenerie. Hermann und Bruno sowie auch Eveline Hasler haben die Tessiner Hügellandschaft mit ihren ­typischen Dörfern und Villen in allen möglichen Farben und Stilrichtungen abgebildet.

Auffallend ist dabei auch der Einfluss, den die Werke von Vater Hermann und Cuno Amiet auf das Schaffen des jungen Bruno Hesse gehabt haben. Beat Hugi zeigt auf zwei Aquarelle, die eine verblüffende Ähnlichkeit aufweisen.

Ohne das Amiet-Haus

Die zweite Ausstellung sollte ursprünglich mit der Eröffnung des umgebauten Amiet-Hauses, gleich vis-à-vis vom Schulhaus, verbunden werden. Dieses wird von den Erben des Kunstmalers zu einem Begegnungsort umgebaut. Der Abschluss der Arbeiten verzögert sich allerdings. «Ich hoffe nun, dass es für die nächste Ausstellung im kommenden Jahr reicht», sagt Hugi.

Die Besucher bekommen im Schulhaus insgesamt 16 Werke von Cuno Amiet zu sehen. Diese stammen grösstenteils aus der Privatsammlung von Eduard Gerber. Zudem werden in der Bibliothek 12 Amiet-Lithografien ausgestellt, die auch zum Verkauf stehen.

Ausstellung im Schulhaus Oschwand, 12. August bis 3. September; Öffnungszeiten: Sa 10 bis 18 Uhr, So 13 bis 18 Uhr, Do 16 bis 19 Uhr, Fr 10 bis 18 Uhr. Freier Eintritt. Verkaufsgalerie in der Bibliothek Herzogenbuchsee, 12. August bis 2. September; Vernissage am Samstag, 12. August, 10.30 Uhr; während der normalen Bibliotheksöffnungszeiten zugänglich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch