Ein Regenbogen für die Engelskinder

Langenthal

Bis Ende ­September erhält der Friedhof Langenthal eine Begräbnisstätte für ­Tot-und Fehlegeburten. ­Zudem wird es möglich, am Gemeinschaftsgrab Namen einzugravieren.

In Herzogenbuchsee besteht das Engelsgrab seit rund einem Jahr. onb

In Herzogenbuchsee besteht das Engelsgrab seit rund einem Jahr. onb

Die Grundlage dazu legte der Stadtrat von Langenthal, als er im Frühling vor einem Jahr das ­Bestattungs- und Friedhofreglement revidierte. Nun wird es ­realisiert: das Engelsgrab für Tot- und Fehlgeburten. Es entsteht in der nordwestlichen Ecke des Friedhofareals und erhält eine Skulptur, die an einen Regen­bogen erinnert.

Dieses Symbol wird häufig im Zusammenhang mit Engels­gräbern verwendet, wie Judith S. Voney festhält, die Vorsteherin des Amtes für öffentliche Sicherheit der Stadt. Engelsgräber sind vorgesehen für Kinder, die im Leib der Mutter oder bei der Geburt sterben.

Es sei ein Anliegen der Bevölkerung, dass es auch für diese Kinder einen Ort gebe, an dem man ihrer gedenken und um sie trauern könne, schreibt der Gemeinderat. Möglich werden sowohl anonyme Bestattungen wie auch Einzelgräber mit beschrifteten Steinplatten am Boden.

Investitionskredit von 95 000 Franken Als zweite Neuerung auf dem Friedhof werden Angehörige künftig auf dem Gemeinschaftsgrab die Namen ihrer Verstorbenen auf fünf Stelen eingravieren können – und zwar auch rückwirkend für Beisetzungen seit 2014. Die betroffenen Angehörigen werden gemäss Mitteilung derzeit durch das Amt für öffentliche Sicherheit persönlich angeschrieben.

Der Gemeinderat bewilligte für die beiden Vorhaben bereits am 3. Mai einen Investitionskredit von 95 000 Franken. Im Stadtrat war die Teilrevision unbestritten. Ausgeklammert wurde bei der damaligen Revision die Frage von besonderen Grabfeldern für Verstorbene nicht christlicher Glaubensrichtungen. Diese Frage dürfte kontroverser diskutiert werden, wie bereits die Debatte im Frühjahr 2016 zeigte. Sie ist laut Judith Voney immer noch pendent.

Bereits ein Engelsgrab gibt es im Oberaargau auf den Friedhöfen von Herzogenbuchsee und Wiedlisbach.

jr

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