Einburgerungen sollen in Zukunft leichter werden

Seeberg

Die Burgergemeinde kämpft mit einer Über­alterung. Mit einem neuen Reglement will sie nun für die Zukunft vorsorgen.

Rund 50 Prozent der Seeberger Burger sind über 65 Jahre alt.

Rund 50 Prozent der Seeberger Burger sind über 65 Jahre alt.

(Bild: Thomas Peter)

Aktuell ist die Situation noch ­einigermassen komfortabel: 54 Burgerinnen und Burger gibt es in Seeberg noch. Doch die Zahl ist rückläufig. Und wer genauer hinschaut, erkennt auch, wo das Problem liegt: Die Burgergemeinde sieht sich mit einer Überalterung konfrontiert. Rund 50 Prozent der Burger, erklärt deren Präsident Bruno Gygax, seien mittlerweile über 65 Jahre alt. «Die Jungen ziehen fort.»

Kommt hinzu, dass die Burgergemeinde die Auswirkungen des 2013 in Kraft getretenen neuen Namens- und Bürgerrechts zu spüren bekommen hat. Dieses sieht unter anderem vor, dass Frauen und Männer ihr Kantons- und Gemeindebürgerrecht behalten – selbst wenn sie den Namen des Ehepartners annehmen. Womit Ehepartner und Kinder nicht mehr wie zuvor automatisch das Burgerrecht erhalten (wir berichteten).

Junge sollen Ämter besetzen

Der Burgerrat will deshalb nun den Weg frei machen für erleichterte Einburgerungen und hat für die Burgerversammlung die Genehmigung eines entsprechenden Reglements traktandiert. Ein solches wurde den Gemeinden vom Verband Bernischer Burgergemeinden im Zuge der Einführung des neuen Namens- und Burgerrechts empfohlen. Mehrere von ihnen haben daraufhin bereits reagiert.

In Seeberg hatte man bisher auf ein solches Reglement verzichtet. Angesichts der Überalterung wollen die Burger nun aber handeln. «Wir müssen vorbereitet sein, wenn die Zahl der Burger weiter abnehmen sollte», sagt Gygax. Er sieht in dem neuen Reglement «eine Öffnung nach aussen» und hofft, dass sich damit vermehrt auch wieder Junge an Bord holen lassen. «Auch solche, die bereit sind, künftig ein Amt zu übernehmen.»

Sollte die Versammlung dem neuen Reglement zustimmen, könnte dieses bereits kommendes Jahr rückwirkend auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Weitere Öffnung kein Thema

Bruno Gygax ist guter Dinge, dass mit dem neuen Reglement die Zahl der Burger künftig wieder zunehmen wird. Eine Alternative hierzu wäre es ansonsten noch, sich für weitere Teile der Gemeinde zu öffnen. Zur Erklärung: Aktuell kann nur Burger werden, wer seinen Wohnort im Dorf selbst hat. Andere Ortsteile werden nicht berücksichtigt. Gygax betont jedoch, dass diese Alternative derzeit gar kein Thema sei und man diese im Burgerrat auch noch nie diskutiert habe.

swl

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