Eine Frage der Sicherheit

Langenthal

Die Stärne-Wiehnacht soll die Besucher nicht nur in besinnliche Stimmung versetzen. Auch sicher sollen sie sich fühlen. Erstmals kamen heuer deshalb Betonelemente zum Einsatz. Eine Massnahme, die allerdings für Diskussionen sorgt.

<b>Marktchefin Marianne Steiner weiss,</b> worauf es bei einem friedlichen Markt ankommt.

Marktchefin Marianne Steiner weiss, worauf es bei einem friedlichen Markt ankommt.

(Bild: Daniel Fuchs)

Kathrin Holzer

Zahlreiche Besucher haben sich am Wochenende im Langenthaler Stadtzentrum eingefunden, um über den Weihnachtsmarkt zu flanieren. Für die organisierende Stadtvereinigung Langenthal (SVL) stellt sich bei der Stärne-Wiehnacht auch immer die Frage der Sicherheit. Viel Spielraum bleibt den Verantwort­lichen dabei allerdings nicht, wie Marktchefin Marianne Steiner erklärt.

«Die Stadt gibt die genauen Richtlinien für die Sicherheitsvorkehrungen vor.» Es würden dabei jene generellen Sicherheitsvorschriften gelten, die bei jedem Grossanlass mit über fünfhundert Besuchenden gewährleistet sein müssen. Da es sich beim Langenthaler Weihnachtsmarkt laut dem Amt für öffentliche Sicherheit nicht um einen Anlass mit erhöhtem Risiko handle, müssten über die standardisierten Vorschriften hinaus keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden.

Wirksamkeit umstritten

Dennoch: Auch bei den Eingängen zum Langenthaler Weihnachtsmarkt sind dieses Jahr Betonklötze platziert worden, um Kraftfahrzeuge aufzuhalten. Es ist eine Massnahme, die durchaus für Gesprächsstoff gesorgt hat, ist ihre Wirksamkeit doch höchst umstritten. So haben Tests bewiesen, dass die Betonelemente einen Lastwagen nicht wirklich aufzuhalten vermöchten und bei einem Aufprall sogar selber zum Geschoss werden könnten.

Kaum sichtbar unter Tannenästen stehen die Betonelemente eingangs des diesjährigen Weihnachtsmarkts. Bild: Kathrin Holzer

Eine Problematik, die auch Marianne Steiner bekannt ist. Die Auflage sei allerdings vom Amt für öffentliche Sicherheit so verfügt und vom Werkhof umgesetzt worden, erklärt sie.

Eine Gefahr sehe sie deswegen aber nicht für die Langenthaler Marktbesucher. «Schon allein aus topografischer Sicht sind wir durch die verwinkelten Strassen und hohen Trottoirs gut geschützt», erklärt die Marktchefin. Auch sei der Langenthaler Weihnachtsmarkt weniger populär als ähnliche Anlässe in grösseren Städten.

Die Betonklötze sind dabei so gelegt, dass grosse Fahrzeuge die Geschwindigkeit bis aufs Schritttempo drosseln müssten, um ins Marktgeschehen zu gelangen. Der Sanität und auch der Feuerwehr indes bleibt der Weg im Notfall frei.

Jedem Häuschen sein Platz

In Anbetracht der zahlreichen Feuerschalen mag dies beruhigen. Die über den ganzen Weihnachtsmarkt verteilten Feuerrohre der Design Sorglos AG erwärmen die Flanierenden auf eine besonders sichere Art und Weise, da das Feuer nicht offen inmitten der Menschenmenge brennt.

Indem die SVL die Anzahl der Feuerrohre erhöht hat, erhofft sie sich, die Leute zum ­längeren Verweilen einzuladen. Denn nur wer sich gelegentlich etwas erwärmt, hält die winter­liche Kälte und Nässe an diesem Wochenende aus.

Heisse Getränke gibt es am Langenthaler Weihnachtsmarkt an jeder Ecke. «Dass es manchmal unter Konkurrenten zu einem Zähneknirschen kommt, lässt sich nicht leugnen», weiss Marianne Steiner. Bei der Organisation der Stärne-Wiehnacht stelle die Anordnung der Standhäuschen deshalb die grösste ­Herausforderung dar.

Zusätzlich zu den rund 74 Holzhäuschen vermietet die Stadtvereinigung auch Stellplätze für Imbisswagen. Dazu kommen das altbekannte Karussell sowie die neue überdachte Konzertbühne vor dem Choufhüsi, auf der Rockbands, traditionelle Treichler, Blasorchester und Gospelchöre auftreten und Alphorn- und Drehorgelkonzerte zu hören sind.

Bei der Anordnung der zahlreichen Attraktionen muss die Marktchefin nicht nur darauf achten, die Konkurrenzkämpfe zu minimieren, sondern auch darauf, dass die Flanierenden auf ihre Kosten kommen.

Gedränge vermeiden

Die Marktbesucherinnen und Marktbesucher sollen in regelmässigen Abständen etwas Warmes in den Bauch bekommen und keine langen Durststrecken bewältigen müssen. Dass sich die Leute über den ganzen Markt verteilen, ist letztlich auch im ­Interesse der Sicherheit. «Wir wollen Gedränge vermeiden.

Die Leute fühlen sich wohler, wenn sie Platz haben. Und es kommt nicht zu Entreissdiebstählen», erklärt Steiner. Käme den Marktbesuchern tatsächlich der Geldbeutel weg, würde das wohl auch die Standbetreiber ärgern. Sie erhoffen sich schliesslich ein gutes Weihnachtsgeschäft.

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