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Eine längst fällige Pflicht

Für den gerodeten Wald hätte die Onyx an sich schon bis Ende 1999 eine Ersatzaufforstung leisten sollen. Dem kommt die Kraftwerksbetreiberin aber erst jetzt nach.

Unterhalb des Kraftwerks wurden seinerzeit mehr als 700 Quadratmeter Wald gerodet.
Unterhalb des Kraftwerks wurden seinerzeit mehr als 700 Quadratmeter Wald gerodet.
Thomas Peter

Dreissig Jahre sind vergangen, seit der Kanton Bern dem da­maligen Elektrizitätswerk Wynau die Konzession für die Erneuerung des Kraftwerks erteilte und zwei Bauetappen zustimmte. Doch gegen das Vorhaben gab es vonseiten der Umweltorganisationen Einsprachen, sodass bis heute erst eine Etappe umgesetzt wurde.

Die Bewilligung für die Rodung von 715 Quadratmetern Wald war jedoch bereits für beide Etappen erteilt und umgesetzt worden. Dies mit der Auflage, die Ersatzaufforstung im Umfang von 1000 Quadratmetern nach dem kompletten Ausbau bis Ende Dezember 1999 vorzunehmen. Doch erst heute, also fast zwanzig Jahre später, will die Onyx Energie Mittelland dieser Pflicht nachkommen.

Vom Ausbau entkoppeln

Weshalb erst so spät? Das stehe im Zusammenhang mit den Einsprachen und späteren Beschwerden bis vor Bundesgericht, erklärt Sabrina Schellenberg, stellvertretende Leiterin Kommunikation der Muttergesellschaft BKW. «Das Gesuch für die zweite Etappe wurde danach für mehrere Jahre sistiert. Deshalb konnte auch die vorgesehene Ersatzaufforstung nicht fristgerecht vorgenommen werden, da die gerodete Fläche für den Bau des Stollens ausgehoben werden müsste.»

Mit dem selbstständigen Rodungsgesuch werde die Ersatzaufforstung nun von der zweiten Ausbauetappe entkoppelt und könne so unabhängig von deren weiterem Bewilligungsverfahren eingereicht und behandelt werden, so Sabrina Schellenberg ­weiter. Die Verlegung der Ersatzaufforstung innerhalb derselben Parzelle hat allerdings bereits mit der Wiederaufnahme der ­Planungsarbeiten zu tun. Denn der Stollen muss an das Einlaufbauwerk anschliessen. Deshalb sei es nicht sinnvoll, die Ersatzaufforstung jetzt an diesem Standort zu leisten, heisst es in den Gesuchsunterlagen.

Auf diesem Landstück etwas oberhalb des Kraftwerks soll die verlorene Waldfläche nun wieder aufgeforstet werden. Bild Thomas Peter
Auf diesem Landstück etwas oberhalb des Kraftwerks soll die verlorene Waldfläche nun wieder aufgeforstet werden. Bild Thomas Peter

250 Meter flussaufwärts

Die neue Lage der Aufforstung liegt ungefähr 250 Meter südlich der definitiven Rodung auf derselben Parzelle, direkt am Aare­ufer. «Der Standort befindet sich unmittelbar am Rand eines Natur- und Landschaftsschutzgebietes. Die Aufforstung verbessert somit die Vernetzung der Lebensräume sowie die ökologische Situation rund um die Kraftwerksanlage», heisst es dazu im Bericht.

Wie weit die Planung der zweiten Etappe fortgeschritten und wann mit einem Baugesuch zu rechnen ist, darüber gibt die BKW keine Auskunft. Nur, dass man daran sei, «die Ausbauetappe 2 erneut hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und der Rahmenbedingungen zu überprüfen». Das Gesuch für die Verschiebung der Ersatzaufforstung liegt noch bis zum Montag, 19. Februar, in der Gemeindeverwaltung auf.

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