Eine Versammlung, zwei Überraschungen

Herzogenbuchsee

Damit hatten wohl die wenigsten gerechnet: Die Bahnhofunterführung gab wenig Anlass zu Diskussionen. Und das Frei- und Hallenbad erhält im Winter eine innovative «Zeltlösung».

Die Personenunterführung soll verbreitert und verlängert werden.

Die Personenunterführung soll verbreitert und verlängert werden.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Sebastian Weber

Er sei enorm froh, meinte Gemeindepräsident Markus Loosli (FDP) nach Versammlungsende. «Es war ein absolut zentraler Entscheid für die Entwicklung des Dorfes.» Die 73 anwesenden Stimmbürger hatten zuvor überraschend deutlich (69 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen) den Projektierungskredit von 847 000 Franken für die Vergrösserung der Personenunterführung beim Bahnhof bewilligt. Der Gemeinderat sei auf mehr Fragen vorbereitet gewesen, verriet Loosli. Die grosse Diskussion blieb aber aus.

Die Vertreter der Ortsparteien BDP, FDP und SP erkannten in ihren Stellungnahmen die Wichtigkeit des Projekts an. Dieses sei im Interesse des Dorfes und der ganzen Region, meinte etwa FDP-Präsident Christoph Schär. Er stellte aber gleichzeitig auch klar, dass seine Partei vom Gemeinderat erwarte, alles zu unternehmen, um den Kostenrahmen einzuhalten. Die BDP hatte Stimmfreigabe beschlossen. Hans Kaspar Schiesser wiederum machte klar, dass die SP das Vorhaben nicht nur als unterstützenswert, sondern als nötig erachte. «Eine Entwicklung des Gebiets westlich des Bahnhofs ist nur mit einer neuen Unterführung möglich», stellte er klar. Diesbezüglich hatte Loosli erfreuliche Nachrichten: Seit feststehe, dass die Gemeinde mit der Unterführung «vorwärtsmachen» wolle, hätten bereits Investoren Interesse am Fenaco-Areal gezeigt.

Der Gemeinderat geht davon aus, dass nun bis Ende Oktober das Bauprojekt vorliegt. Über den eigentlichen Baukredit für die Unterführung wird voraussichtlich im März 2019 an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung abgestimmt.

Keine Infos zum Schulraum

Ohne Gegenstimmen bewilligt wurde der Verpflichtungskredit von 671 000 Franken, um die sanitären Einrichtungen und die ­Heizung im Burgschulhaus zu sanieren. Beides muss dringend ­gemacht werden. Dies, nachdem 2017 sämtliche Sanierungsprojekte für das Schulhaus zurückgestellt worden waren, weil man die Ergebnisse der Schulraumplanung 2030 abwarten wollte. Mittlerweile steht nun aber fest: Das Burgschulhaus wird auch in Zukunft weiter genutzt.

Die Schulraumplanung war auch Thema im Anschluss an die ordentlichen Traktanden. Die SP in Person von Co-Präsident Hans Wyssmann wünschte, über diese orientiert zu werden. Viel zu sagen gebe es derzeit nicht, stellte Gemeinderat Hans Moser (BDP) klar. Fest steht nur: Buchsi will die Planung gemeinsam mit dem Gemeinderat von Niederönz an die Hand nehmen und hat auch den Oberstufenverband an Bord geholt. Es ist nun vorgesehen, dass im zweiten Halbjahr 2018 ausführlicher über das Projekt informiert wird.

Ein Provisorium vorgesehen

Wesentlich mehr Neuigkeiten hatte da schon Hans Zimmermann zu bieten. Der Aquarena-Verwaltungsratspräsident ist zuversichtlich, dass die Bewilligung für die Sanierung und Erweiterung des Frei- und Hallenbads Anfang Juli vorliegt und im August mit den Arbeiten begonnen werden kann. Überraschend: Die Badi wird während der Bauphase nur gerade im September komplett geschlossen. Anschliessend wird im Oktober der Betrieb in einem Provisorium wiederaufgenommen.

Hierfür wird das 50-Meter-Schwimmbecken im Aussenbereich mit einem isolierten Zelt überdeckt. In diesem Anbau werden auch die Garderoben und die WC-Anlage Platz finden. Das «Aquazeltia» für die Wintermonate kostet zwar rund 250 000 Franken, ist aber laut Zimmermann unter dem Strich trotzdem kostengünstiger als eine Schliessung des Betriebs oder eine Etappierung der Arbeiten. Zudem kann die Badi so bereits im August 2019 eingeweiht werden.

Die Rechnung, die bei einem Gesamtaufwand von knapp 37 Millionen Franken mit einem Gewinn von 438 000 Franken abschliesst, wurde bewilligt. Budgetiert war ein Verlust von 544 000 Franken.

Berner Zeitung

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