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Kirchenbrand in Herzogenbuchsee: Sachschaden in Millionenhöhe

Der Brand im Turm der reformierten Kirche schien unter Kontrolle. Doch an Heiligabend begann das Feuer wieder zu lodern.

So sieht es am Tag danach in Herzogenbuchsee aus. Video: SDA

Ausgerechnet an Heiligabend ist der Turm der reformierten Kirche im bernischen Herzogenbuchsee in Brand geraten. 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers laufen die aufwendigen Aufräumarbeiten. Erste Schätzungen gehen von einem Schaden von über einer Million Franken aus.

Am Mittwochmorgen gab die Kantonspolizei Bern bekannt, dass der zweite Brand in der Kirche gelöscht sei. Eine Brandwache sei installiert worden. Nun liefen Ermittlungen zur Brandursache sowie die Aufräumarbeiten. «Diese dürften einige Zeit in Anspruch nehmen.»

Der Kirchturm kurz nach 22.30 Uhr. Bild: Leser-Reporter
Der Kirchturm kurz nach 22.30 Uhr. Bild: Leser-Reporter

Rund eine Viertelstunde später stürzte die Spitze des Turms ein. Video: Leser-Reporter

Am späten Dienstagabend war ein Teil der Dachkonstruktion eingestürzt und hatte ein Loch ins Kirchenschiff gerissen. Die stark beschädigte Kirche bleibt vorerst weiträumig abgesperrt. Denn es könnten Teile des Kupferdachs herunterfallen, sagt Kommandant Simon Schär der Feuerwehr Buchsi-Oenz. Mit einem grossen Kran werden die übriggebliebenen Blechteile des demolierten Kupferdachs weggebracht und die Resten des Kirchenspitzes demontiert. Schär rechnet damit, dass diese Arbeiten am Mittwochabend abgeschlosssen werden können.

Kupferdach bereitet Probleme

Ausser einem Feuerwehrmann, der während des stundenlangen Einsatzes vor Ort medizinisch versorgt worden war, wurden laut der Polizei keine weiteren Personen verletzt. Die Bewohner der beiden vorübergehend evakuierten Häuser hätten mittlerweile wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

Die Löscharbeiten in der Nacht auf den 25. Dezember. Bild: brknews
Die Löscharbeiten in der Nacht auf den 25. Dezember. Bild: brknews

Dass der zweite Brand nicht früher hatte gelöscht werden können, hat laut Feuerwehrkommandant Simon Schär mit der Stelle zu tun, an welcher das Feuer erneut ausgebrochen war. So weit oben im Kirchturm habe es kaum bekämpft werden können. «Wir haben keinen Zugang gefunden», sagt Schär. Weshalb man sich schliesslich entschlossen habe, den Kirchturm ausbrennen zu lassen. Erst als ein Teil des Turmes auf das Kirchenschiff heruntergefallen sei, habe das Feuer dann gelöscht werden können. Durch die hinuntergestürzten Teile des Turms wurde allerdings das Dach der im Jahr 1728 erbauten Kirche beschädigt.

Enge Platzverhältnisse

Über achtzig Angehörige von mehreren Feuerwehren waren am Dienstagmorgen ausgerückt, um den Brand im Turm der reformierten Kirche zu löschen. Der Notruf war um kurz nach acht Uhr eingegangen. Gegen Mittag war das Feuer zwar unter Kontrolle. Am Abend geriet der Turm dann erneut in Brand.

Die Löscharbeiten hatten sich auch wegen der räumlichen Verhältnisse rund um die Kirche schwierig gestaltet. So war der Platz eng. Beispielsweise habe eine Autodrehleiter nicht direkt vor den Turm gestellt werden können, sagte ein Mediensprecher der Polizei am Dienstag.

Erst kürzlich saniert

Nebst der Feuerwehr, der Sanität und der Polizei waren auch Angehörige des Zivilschutzes aufgeboten worden. Sie brachten vereinzelt schützenswerte Kulturgüter aus dem Innern der Kirche in Sicherheit. Die Weihnachtsfeierlichkeiten wurden örtlich verschoben.

Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten am Kirchturm. (Bild: Thomas Peter)
Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten am Kirchturm. (Bild: Thomas Peter)

Besonders ärgerlich ist der Brand für die Kirchgemeinde auch insofern, als die Innenräume der Kirche erst kürzlich saniert worden waren. Die Arbeiten hatten vor rund einem Jahr abgeschlossen werden können. Kirchgemeindepräsident Christoph Tanner rechnet damit, dass bei dem Feuer auch die Stromverteilung im Kirchturm komplett zerstört wurde. Noch unklar sei, ob die ebenfalls erst kürzlich revidierte Orgel durch die grosse Feuchtigkeit im Innern der Kirche beschädigt worden ist.

Zivilschützer bringen Kulturgüter in Sicherheit

Neben der Feuerwehr, der Sanität und der Polizei waren auch Angehörige des Zivilschutzes aufgeboten, die vereinzelt schützenswerte Kulturgüter aus dem Innern der Kirche in Sicherheit brachten. Während des Einsatzes mussten die Zufahrtsstrassen zur Kirche gesperrt werden. Die Hauptverkehrsachsen waren nicht betroffen.

Die engen Platzverhältnisse erschwerten die Löscharbeiten. (Bild: Thomas Peter)
Die engen Platzverhältnisse erschwerten die Löscharbeiten. (Bild: Thomas Peter)

SDA/we/nag/swl/mb

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