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Früh fördern statt später bezahlen

Der Langenthaler Gemeinderat will das Projekt «Schritt:weise» für Kinder aus sozial benachteiligten Familien unbegrenzt weiterführen.

Durch Hausbesuche sollen in Langenthal sozial benachteiligte Kinder gefördert werden.
Durch Hausbesuche sollen in Langenthal sozial benachteiligte Kinder gefördert werden.
iStock

Dreimal schon hat das Projekt die politische Hürde genommen. Die nächste soll nun die letzte sein. Nach der Einführung als Pilot 2010 und zweimaliger Verlängerung soll der Stadtrat an seiner Sitzung vom 14. Mai über die definitive Einführung von «Schritt:weise» befinden.

Demnach würden auch fortan jährlich 20 Kinder profitieren vom freiwilligen Frühförderprogramm der Fachstelle Interunido für 1- bis 5-Jährige aus sozial benachteiligten Familien in Langenthal.

Integriertere Eltern

103 Kinder haben bereits am Projekt teilgenommen und wurden so während jeweils 18 Monaten einmal wöchentlich von einer Hausbesucherin daheim aufgesucht. Basis des Programms sei die Erkenntnis, wonach die ersten Lebensjahre entscheidend seien für den späteren Bildungserfolg, schreibt der Gemeinderat in seinem Bericht.

Und «Schritt:weise» habe seine Wirkung bisher nicht verfehlt: bei den Kindern ebenso wie bei den Eltern, bei denen neben einer verbes­serten Erziehungskompetenz auch bessere Deutschkenntnisse, eine höhere Kooperationsbereitschaft und eine bessere soziale Integration festgestellt würden.

In Langenthal seien heute rund 100 von 270 Kindern auf eine zusätzliche Förderung in Deutsch als Zweitsprache angewiesen, verweist der Bericht auf die Stellungnahme des Amtes für Bildung, Kultur und Sport.

«Es ist unbestritten, dass die Förderung dieser Kinder ihre Bildungschancen verbessert.»

Stellungnahme des Amtes für Bildung, Kultur und Sport

Nach Auffassung des Amtes müssten angesichts von rund 300 Kindergartenkindern denn auch sogar «mehr als 20 Kinder mit ihren Familien erreicht werden können». Sei es doch unbestritten, dass die Förderung dieser Kinder die Voraussetzungen für den Schuleintritt und somit ihre Bildungschancen verbessere.

Präventiver Nutzen

Entsprechend positiv steht einer Weiterführung des Programms auch das Sozialamt gegenüber: «Schritt:weise» diene letztlich der Reduktion späterer Vollzugskosten in Sozialhilfe und Kindesschutz und sei daher von präventivem Nutzen, verweist das Amt auf fehlende Bildung als einen der Hauptfaktoren für Sozialhilfebedürftigkeit und die hohe Sozialhilfequote von aktuell 7,48 Prozent in Langenthal.

2017 seien in Langenthal 166 Erziehungsbeistandschaften geführt worden im Kindesschutz. Und 145 Kinder hätten ein von der Kesb angeordnetes Unterstützungsangebot benötigt.

75'000 Franken jährlich

Wie bis anhin soll der jährliche Beitrag der Stadt maximal 75'000 Franken betragen. Mit gut 41'000 Franken ein Drittel der Gesamtkosten von 125'500 Franken steuert der Kanton bei.

khl

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