Heute geht «Post-Wale» in Pension

Röthenbach

Nach 45 Jahren und 10 Monaten geht Briefträger und Posthalter Walter Siegenthaler zum allerletzten Mal auf seine Tour durch Heimenhausen.

Walter Siegenthaler hat viele Veränderungen bei der Post miterlebt. <i>leu</i>

Walter Siegenthaler hat viele Veränderungen bei der Post miterlebt. leu

Als 16-Jähriger begann Walter Siegenthaler am 13. April 1971 seine «Lehre» als Briefträger auf dem Postbüro von Herzogenbuchsee. Was heute als 3-jährige Ausbildung zum Logistiker ein anerkannter Beruf ist, wurde damals als postinterne Schulung in einem Monopolbetrieb bezeichnet, und diese war als Beruf nicht anerkannt.

Nach einigen Jahren, welche Walter als Briefträger unter anderem nach Niederönz, Wabern, Grossaffoltern und zwei Jahre als Sprachaufenthalter sogar nach Lausanne brachte, wurde er nach der Pensionierung seines Vater Hans Siegenthaler per 1. April 1977 als dessen Nachfolger zum Posthalter gewählt.

Zu dieser Zeit war dem Postbüro Heimenhausen auch das Postbüro Röthenbach unterstellt, wo Walter Siegenthaler mit seiner jungen Familie das Haus seines Vaters übernahm und ausbaute. Neben dem anspruchsvollen und vielseitigen Beruf und den zahlreichen Veränderungen bei seinem Arbeitgeber hat «Post-Wale», wie er im Volksmund genannt wird, auch noch Zeit gefunden, sich sportlich zu betätigen.

Für den Unteroffiziersverein Wiedlisbach bestritt er viele Waffenläufe und erzielte dabei zahlreiche Spitzenplatzierungen. Als ihm ein Rückenleiden zu schaffen zu machen begann, sattelte er auf das Rad um und begab sich mit seinen Vereinskameraden auf zahlreiche Touren, welche ihn auch mehrmals ins Ausland führten.

Neue Herausforderungen

Von den permanenten Umstrukturierungen bei der Post blieb auch der Oberaargau nicht verschont. 1998 wurde des Postbüro Heimenhausen jenem in Röthenbach unterstellt. Siegenthalers Gattin Susanne half ab diesem Zeitpunkt am Schalter in Röthenbach aus, später wurde sie zur Filialleiterin befördert. Das alles stellte immer wieder neue Herausforderungen an die Eheleute Siegenthaler.

In all den Jahren habe er nur gerade zweimal verschlafen, erzählt Walter Siegenthaler und lacht. Dabei erwähnt er seinen Berufskollegen, der an einem Samstagmorgen die Post aus Herzogenbuchsee anlieferte und ihn absichtlich nicht weckte, damit jedermann sehen konnte: «Ah, der Wale het sich verpfuuset.»

Langenthaler Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt