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In Schoren ist doch alles möglich

Eine Machbarkeitsstudie der Kunsteisbahn Langenthal AG kommt zum Schluss, dass es drei Module für die Sanierung der Eishalle gibt. Die Maximalvariante birgt einige Knackpunkte: Sie würde unter anderem zu einer Waldrodung führen.

Wo heute der Kubus des Curlingclubs steht (Rückseite), könnte das zweite Eisfeld entstehen. Für die Erweiterung müsste der Wald auf einer Breite von zehn Metern gerodet werden.
Wo heute der Kubus des Curlingclubs steht (Rückseite), könnte das zweite Eisfeld entstehen. Für die Erweiterung müsste der Wald auf einer Breite von zehn Metern gerodet werden.
Thomas Peter

Es wäre also doch möglich: Mit entsprechenden Anpassungen wäre ein Nationalliga-A-Eisstadion für gut 5000 Zuschauer auch in Schoren machbar. Zu diesem Ergebnis gelangt zumindest die Studie der Kunsteisbahn Langenthal AG (KEB) im Rahmen des Projekts Retrofit.

Nachdem mit Hard und Reitplatz zwei mögliche Standorte für eine neue Eissporthalle festgelegt worden waren, sollte das Anfang Jahr ge­startete Projekt Retrofit sicherstellen, dass das Stadion Schoren bis zum Bezug der neuen Halle funktionstauglich gehalten werden kann.

Im Juli kam plötzlich der Standort Schoren doch wieder ins Spiel. Man wolle das Projekt Retrofit zu Ende denken, liess der Langenthaler Gemeinderat damals verlauten. Das Gremium hat nun vom Verwaltungsrat der KEB ein Dossier mit mehreren Sanierungsvarianten der Eishalle eingereicht bekommen. Diese Machbarkeitsstudie werde nicht veröffentlicht, sagt Stefan Costa. Im Rahmen der Generalversammlung der KEB stellte er die drei möglichen Varianten vor. Da diese aufeinander aufbauen, werden sie Module genannt.

Mindestens Hülle und Dach

Modul «2021» sähe eine minimale Sanierung der bestehenden Eishalle für den freien Eislauf vor. Dies würde eine Sanierung der derzeit unisolierten Gebäudehülle und des Dachs mit Kosten von ungefähr 5 Millionen Franken beinhalten. «Das Dach wurde 1981 gebaut und war damals nur für zehn Jahre gedacht», sagt Costa. «Diese Variante käme infrage, wenn man innert kürzester Zeit eine neue, beispielsweise privat finanzierte Halle realisieren könnte», sagt er.

Als realistischer sieht der Verwaltungsratspräsident das Modul «2031». Ein Planungsprozess nehme in der Regel zehn Jahre in Anspruch, so Costa. ­Wolle man bis 2031 im Schoren Nationalligasport betreiben, seien recht grosse Investitionen notwendig. So müssten nebst der Erneuerung der Gebäudehülle und der Überdachung energietechnische Investitionen getätigt werden.

«Wir haben verschiedene Auflagen des kantonalen Amts für Umweltkoordination und Energie, der Gebäudeversicherung und der Nationalliga zu erfüllen.» Ausserdem habe auch die Hauptnutzerin SC Langenthal AG den Anspruch, sich hier während der nächsten Jahre noch wirtschaftlich bewegen zu können. «Sie müssen ihren Be­suchern und Investoren eine Perspektive bieten können.»

Geschätzte Kosten für Modul «2031»: 10 Millionen Franken. Es stelle sich auch die Frage, wie dieses Unterfangen politisch zu realisieren wäre, sagt Stefan Costa. «Wie sagt man dem Stimmbürger, dass wir eine neue Eishalle bauen, aber bei der alten erst mal noch eine derart hohe Summe investieren müssen?»

Jeden Quadratmeter nutzen

Das laut Costa «volle Programm», also eine dauerhafte ­Sanierung, würde das Modul «2071» mit Investitionen von ungefähr 30 Millionen Franken bieten. Hier hat sich der Ver­waltungsrat am Beispiel der Ilfis­halle in Langnau orientiert. «Auch wir wollen möglichst jeden Quadratmeter nutzen, der uns zur Verfügung steht», sagt Stefan Costa. Nebst der Sanierung der bestehenden Halle mit Tribünenerweiterung sieht diese Va­riante die Erweiterung der Parkplätze sowie einen Anbau mit zweitem Eisfeld und unterirdischer Curlinghalle vor.

«Schwierige Angelegenheit»

Dass dafür mehr Platz gebraucht wird, liegt auf der Hand und könnte sich als Knackpunkt herausstellen. Für die Erweiterung der Tribünenplätze würde das Gebäude auf der Waldseite um zehn Meter verbreitert. Dazu müssten 2500 Quadratmeter Burgerwald gerodet werden. Sie hätten im Sommer gemeinsam mit Vertretern des kantonalen Amtes für Wald eine Begehung gemacht, so Costa. «Eine Rodung ist grundsätzlich eine schwierige Angelegenheit.»

Ihnen seien die Bedingungen aufgezeigt worden, die zu erfüllen sind, damit das Begehren bewilligt wird. «Der Kanton muss spüren, dass Politik, Wirtschaft, Landbesitzer und Sport alle hinter dem Projekt stehen», sagt Costa. «Ausserdem ist die Standortgebundenheit von grosser Bedeutung. Man muss die Gründe aufzeigen können, warum die Anlage nur an diesem Standort realisiert werden kann.»

Wo heute hinter der Eishalle – auf dem Grundstück der KEB – Schafe weiden, sollen zudem 38 Parkplätze für Personal und Spieler entstehen. Dazu, mehr Parkplätze für die Besucher zu schaffen, würde der bestehende Parkplatz auf der Matte der Burger­gemeinde vor der Eishalle auf das Vierfache vergrössert. Man habe die Burgergemeinde Schoren von Beginn an orientiert, aber noch keine Verhandlungen aufgenommen. «Noch ist natürlich nichts verbindlich. Es sind schliesslich erst Ideen», sagt Costa.

Mobilitätskonzept erstellen

Des Weiteren müsste ein Mobi­litätskonzept erstellt werden. «Den motorisierten Individualverkehr würden wir über die Thunstettenstrasse herleiten», erklärt der Verwaltungsratspräsident, «der öffentliche Verkehr käme von der Dorfstrasse her.» Um Anreize zu schaffen, die öffentlichen Transportmittel zu nutzen, müssten die Verbindungen verbessert werden, so Costa.

Ihre Ideen seien bewusst modulartig aufgebaut, sagt Stefan Costa. «Würde man sich für ‹2071› entscheiden, könnte man beispielsweise zuerst die Halle sanieren und das zweite Eisfeld erst in einem zweiten Schritt bauen.»

Der Verwaltungsrat habe nun mit der Machbarkeitsstudie seinen Beitrag geleistet, damit der Gemeinderat den Grundsatzentscheid fällen könne, sagt Costa. Ende November werde auch der SCL seine Studien zu den anderen beiden Standorten einreichen. «Dann sind alle Puzzlesteine für eine Entscheidung beisammen. Wir sehen dieser mit Spannung entgegen.»

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