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Informatik-Aufwände werden zu gross

Die Stadtverwaltung Langenthal möchte ihre Informatikinfrastruktur an eine Partnerfirma auslagern. Damit will sie nicht nur die Sicherheit gewährleisten, sondern auch noch Geld sparen.

Die Stadt bietet seit Jahren ein Informatik-Service-Center an – unter anderem fürs Alterszentrum Haslibrunnen.
Die Stadt bietet seit Jahren ein Informatik-Service-Center an – unter anderem fürs Alterszentrum Haslibrunnen.
Raphael Moser

Schon seit Jahren betreibt die Stadtverwaltung für sich, das Alterszentrum Haslibrunnen, die gesamte Langenthaler Volksschule sowie für zwei weitere Gemeinden und eine Volksschule in der Region Oberaargau ein Informatik-Service-Center (ISC). Diese Organisationsform hat sich bis heute aus betrieblicher und finanzieller Sicht bewährt, zudem geniesst die Stadt so raschen und uneingeschränkten Zugang.

Die heutige ISC-Organisation ist unter anderem zuständig für die strategische Informatikplanung, das Beschaffen und Warten von Hard- und Software, den Unterhalt des Service-Centers sowie für die Informationssicherheit.

Günstigstes Angebot gewählt

Doch die gegenwärtige IT-Struktur zeigt gemäss dem Gemeinderat mittlerweile immer mehr Schwächen, denn die technische und ausbildungsbezogene Entwicklung schreitet rasch voran, die Serversysteme veralten, das Personal ist nur dünn besetzt, und bei neuen Applikationen fehlt das Fachwissen. Dies birgt Gefahren, gerade bei Ernstfällen, und deshalb will die Stadtverwaltung ihre Informatikinfrastruktur lieber auslagern.

Für Langenthal sei dies die beste Variante, heisst es in den Unterlagen zur Stadtratssitzung vom 18. März. Den Zuschlag soll eine Partnerfirma aus Zürich, die OBT AG, erhalten. Sie ging als Siegerin aus der Evaluation hervor, weil sie das günstigste Angebot offerierte und auch alle anderen Kriterien erfüllte oder gar übertraf.

Mit der OBT AG soll nun ein Vertrag abgeschlossen werden, der sämtliche IT-Infrastruktur-Aufgaben der Stadtverwaltung sowie der Drittgemeinden übernimmt. In einem zweiten Schritt und mit separatem Kreditgeschäft ist geplant, den Vertrag dann auch noch um den Schulbereich zu erweitern (siehe Kasten ganz unten).

Gestaffelte Auslagerung

Bei der Vorlage, über die erst der Stadtrat und am 19. Mai auch noch die Stimmbevölkerung befinden wird, handelt es sich nicht etwa um eine Luxuslösung, sondern eine kostengünstigere Variante: Die jährlichen Betriebskosten für die Verwaltungs-IT belaufen sich derzeit auf fast 1,44 Millionen Franken. Bietet die Stadt auch künftig eine interne Lösung an, rechnet sie im nächsten Budget mit deutlich höheren Kosten von total 2,21 Millionen Franken.

Mit einer Auslagerung könnten dagegen rund 322'000 Franken eingespart werden. Dass diese dennoch mehr kostet als die bisherige interne Lösung, hat seinen Grund: Der Vorentscheid des Gemeinderates zum Migrationsprojekt hat ihn dazu bewogen, in der Informatik nur noch die nötigsten Ausgaben zu veranlassen. Der Wechsel zu einem Drittanbieter wäre mit einmaligen Kosten von 374'000 Franken verbunden. Die verschiedenen Mandate und etwa 300 Konten würden gestaffelt ausgelagert.

Wird im Mai an der Abstimmung die Vorlage mit dem Namen ICT-Plattform-Outsourcing angenommen, sieht der Zeitplan vor, das Projektmanagement und die Konzeption kurz darauf zu vollenden. Der Vertragsabschluss mit der OBT AG ist auf den 1. Juli angesetzt, eine Testphase soll bis Mitte September dauern. Im Herbst erfolgt dann die Informatikmigration bei den beteiligten Gemeinden. Diese hat zusätzliche Kosten von 166'000 Franken für den Betrieb in diesem Jahr zur Folge. Die Schlussabnahme des Projekts ist auf Ende Januar 2020 angesetzt.

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