Jetzt wird Tempo 30 abgeklärt

Herzogenbuchsee

Nach der Überprüfung des Knotenpunkts bei der Bitziusstrasse in Herzogenbuchsee steht fest: Es besteht Handlungsbedarf.

Auf dieser Kreuzung ereignete sich der tödliche Unfall.

Auf dieser Kreuzung ereignete sich der tödliche Unfall.

(Bild: Beat Mathys)

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall vom letzten Dezember bei der Kreuzung Unter-/Bitziusstrasse war in Herzogenbuchsee der Ruf nach Massnahmen lautgeworden. Neben schriftlichen Reaktionen aus der Bevölkerung war bei der Gemeinde auch eine Forderung der Grünliberalen Partei (GLP) Oberaargau eingegangen.

Deren Ortsvertreter für Buchsi, Thomas Kalau, verlangt eine Tempo-30-Zone für die Unter- und die Oberstrasse. Der Gemeinderat hatte daraufhin die Firma Kontextplan mit der Überprüfung des Knotenpunkts bei der Bitziusstrasse beauftragt (wir berichteten). Nun teilte die Gemeinde mit, dass ein erster Bericht vorliegt. Und dieser zeigt: Es besteht Handlungsbedarf.

Sichtfeld ungenügend

Die Überprüfung der Sichtweiten bei den Fussgängerstreifen habe ergeben, dass die nach Norm benötigten minimalen und maximalen Sichtfelder nicht eingehalten würden, heisst es in der Medienmitteilung. Vor allem die Parkfelder versperrten die Sicht. Und auch der Knoten an sich weist Defizite auf: Zum einen ist die Sicht von den Einmündungen auf den motorisierten vortrittsberechtigten Verkehr ungenügend.

Zum anderen ist auch die Sicht auf die zwei Fussgängerstreifen auf der Unterstrasse mangelhaft. Die Einsichtswinkel von der Einmündung Bitziusstrasse in die Unterstrasse für Velo- und Mofafahrer hingegen entsprächen den geltenden Normen. Das Fazit: Wird die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern beibehalten, bleibt als Massnahme einzig die Versetzung, und dort, wo das nicht möglich ist, die Aufhebung der Parkfelder auf der Unterstrasse.

Anders bei Tempo 30. Dann könnten fünf von sechs Parkfeldern beibehalten werden, und gleichzeitig könnte die Parkierung auf der Unterstrasse weiterhin der Verkehrsberuhigung dienen. So das Ergebnis der Planer. Es bestehe deshalb die Idee, heisst es, im Bereich der Kindertagesstätte in der Oberstrasse bis zum Knoten Unterstrasse/ Bitziusstrasse Tempo 30 zu signalisieren. «Was die Verkehrssicherheit auf dem gesamten Abschnitt für alle Verkehrsteilnehmer erhöhen würde.»

Bei Tempo 30könnten fünf von sechs Parkfeldern beibehaltenwerden.

Es bestehe auch die Option, den Knoten Mittelstrasse/ Unterstrasse miteinzubeziehen, weil dort die Sichtverhältnisse ebenfalls nicht optimal seien. Weitere denkbare Massnahmen sind geschwindigkeitsreduzierende Elemente oder bauliche Massnahmen gegen zu hohe Geschwindigkeiten des Veloverkehrs aus der Bitziusstrasse sowie die Markierung eines Stopps an beiden Einmündungen.

Parkverbot beschlossen

Der Gemeinderat hat nun beschlossen, dass in einem ersten Schritt auf der Unterstrasse Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden sollen. Weil vermutet wird, dass der motorisierte Verkehr bei Nichtbelegung der Parkfelder schneller fährt, werden zusätzliche Auswertungen bezüglich der Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der Belegung der Parkfelder vorgeschlagen. In einem zweiten Schritt soll ein Projekt für eine Streckensignalisation Tempo 30 erstellt und zusammen mit dem Kurzgutachten dem Kanton zur Genehmigung vorgelegt werden.

Im Rahmen der Erarbeitung des Projektes sollen auch die bestehenden Vortrittsregelungen an den Knoten überprüft und allfällige zusätzliche Massnahmen betreffend den Veloverkehr in der Bitziusstrasse erarbeitet werden. Für die Erhebung der Verkehrsdaten durch Kontextplan sowie das Projekt Streckensignalisation T30 genehmigte der Gemeinderat einen Nachkredit von 16 000 Franken.

Als Sofortmassnahme wurde beschlossen, auf der Unterstrasse vor der Mobiliar zwei Parkfelder und auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein Parkfeld zu sperren. Das Parkverbot gilt ab sofort – solange auf der Unterstrasse mit Tempo 50 gefahren werden darf.

swl

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