Keine Luxuslösung beim Mühleareal

Langenthal

Eine Motion verlangt, das Silo bei der Alten Mühle zu renovieren. Denn die Räume liessen sich ideal als Ateliers für Menschen mit Beeinträchtigung nutzen.

Das leere Silo darbt vor sich hin. Drei Stadträte wollen das nicht länger hinnehmen.

Das leere Silo darbt vor sich hin. Drei Stadträte wollen das nicht länger hinnehmen.

(Bild: Nicole Philipp)

Julian Perrenoud

Erneut ging im Stadtrat eine Motion zum Mühleareal ein. Diesmal parteiübergreifend von Beat Hasler (parteilos), Michael Schenk (SVP) und Roland Bader (FDP). Mit dem Vorstoss wollen die drei den Gemeinderat beauftragen, die Renovation des Silos bei der Alten Mühle so rasch als möglich zu planen, um das Gebäude an interessierte Organisationen vermieten zu können. Es ist dies nach jener Motion der FDP bereits die zweite innert kürzester Zeit zum selben Anliegen: das Areal wiederzubeleben.

«Wir werden immer wieder vertröstet.»Michael Schenk, SVP-Stadtrat

Die drei Stadträte fokussieren sich dabei bewusst auf das Silo, dessen jahrelanger Leerstand ein grosses Ärgernis sei. Im Investitionsbudget der Stadt Langenthal sind für den Zeitraum 2021 bis 2024 total drei Millionen Franken und für 2025 bis 2028 nochmals 800'000 Franken für «dringende Renovationsarbeiten» am Gebäude eingestellt. Deshalb, finden die Motionäre, soll das Silo bereits jetzt so bald als möglich saniert und danach vermietet werden. Bei einem Gespräch sagt Michael Schenk: «Wir werden immer wieder vertröstet. Doch was das Areal die Stadt jährlich kostet, ist enorm.»

Interesse ist vorhanden

Deshalb soll nun endlich eine Lösung her. Konkrete Nutzungsmöglichkeiten hat Beat Hasler bereits im Kopf. An den Räumlichkeiten im Silo bestehe grosses Interesse eines Betriebs, der Atelierplätze für Menschen mit Beeinträchtigung anbiete. Gleichzeitig wäre mit ähnlichen Organisationen eine Zusammenarbeit möglich, um Synergien zu nutzen. «Dafür würde sich der Standort der Mühle sehr gut eignen», sagt Hasler, der als Mitglied der Geschäftsleitung im Wohnheim im Dorf in Bleienbach amtet und auch für die Finanzen bei Calendula in Herzogenbuchsee zuständig ist. Genaueres über die Interessenten will Hasler jedoch nicht preisgeben.

«In der Stadt wirst du ständig darauf angesprochen.»Beat Hasler, parteiloser Stadtrat

Für Schenk ist indes klar, dass beim Silo keine Luxuslösung hermuss. Hauptsache, das Gebäude ist endlich vermietet. «Denn der Frust ist, dass auf dem Areal nie etwas vorwärtsgeht.» Und Hasler ergänzt: «In der Stadt wirst du ständig darauf angesprochen.» Den parteilosen Stadtrat irritiert, dass die Alte Mühle mitunter zum Gewinn des Wakkerpreises beigetragen hat. Dabei stehe sie seit Jahren leer.

Nun wollen die Motionäre also baldmöglichst Ateliers für Menschen mit Beeinträchtigung einrichten. Eine Hauruck-Übung, wie sie die Stadt mittlerweile ablehnt, soll es indes nicht sein. Hasler sagt: «Wir streben ganz klar eine langfristige Lösung an.»

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