Kirche kann nicht ohne Steuererhöhung saniert werden

Langenthal

Damit die Kirche Geissberg saniert werden kann, braucht die reformierte Kirchgemeinde mehr Einnahmen. Trotzdem war der Tenor am Informationsabend zum Projekt positiv.

4 Millionen Franken kostet die Sanierung. Der Kirchgemeinderat kann die Hälfte davon selber finanzieren.

4 Millionen Franken kostet die Sanierung. Der Kirchgemeinderat kann die Hälfte davon selber finanzieren.

(Bild: Thomas Peter)

Die Kirche Geissberg in Langenthal muss saniert werden. Letzten Dezember genehmigte die Kirchgemeindeversammlung ei­nen Projektierungskredit. Nun wird konkret, wie das Gotteshaus nach dem Umbau aussehen könnte – und was es kosten wird.

Der Kirchgemeinderat rechnet laut dem zuständigen Kirchgemeinderat Roland Knobel mit Kosten von rund 4 Millionen Franken. Diese können nur zur Hälfte aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Der Rat wird daher eine Erhöhung der Kirchensteuern von 0,138 auf 1,148 Einheiten beantragen. Dies sei insofern notwendig, als das vorgestellte Projekt sonst massgebend reduziert werden müsse oder gar nicht realisierbar wäre, so Reto Steiner, Präsident des Kirchgemeinderats. Auch mit der geplanten Erhöhung sei Langenthal ­immer noch die zweitgünstigste reformierte Kirchgemeinde im Kanton Bern, ergänzte er.

Der letzte Umbau sei gut sechzig Jahre her, betonten die beige­zogenen Architektinnen Miyuki Inoue und Silvia Radlinski vom Büro Hull Inoue Radlinksi GmbH. Deshalb soll die Kirche nun den heutigen Anforderungen an Flexibilität und Funktionalität angepasst werden.

Im Eingangsbereich sind eine behindertengerechte Toilette und ein Büro eingeplant. Zudem soll unter der Empore ein Begegnungsraum entstehen, welcher mit faltbaren Glastüren vom Kirchenschiff abgetrennt werden kann. Der Raum kann für Apéros oder als Kinderecke genutzt werden.

Gemütlicher und flexibler

Zudem soll die Kirche gemütlicher und flexibler gestaltet werden. Die fixen Kirchenbänke weichen deshalb mobilen Sitzgelegenheiten. Auch die Elektronik, die Heizungsleitungen und die Beleuchtung werden vollständig ersetzt. Zusammen mit einer Leinwand und einem Beamer werden jene über ein Touchpad steuerbar sein.

Zudem sollen energetischen Anpassungen an der Gebäudehülle für eine bessere Wärmespeicherung sorgen. Und von der Südseite her soll die Kirche künftig mittels einer Rampe auch mit Rollstühlen und Kinderwagen bequem erreichbar sein.

Der Tenor im Publikum war trotz der angekündigten Steuererhöhung durchaus positiv. Dem Konzept müsse zugestimmt werden, so eine Anwesende, die sich in der Fragerunde zu Wort meldete. Die Wünsche, welche Mitglieder der Kirchgemeinde in den vergangenen Monaten eingebracht hätten, seien im Vorprojekt sichtbar geworden, meinte eine andere Votantin.

Im Oktober wird der Kirchgemeinderat nochmals über das Geschäft beraten. Unter anderem werden die Anliegen aus der Fragerunde vom Dienstag diskutiert werden. Am ersten November will der Rat das Bauprojekt dann verabschieden.

Am ersten Dezember wird an der Kirchgemeindeversammlung über das definitive Projekt abgestimmt werden. Und ab Mai 2019 können die Räume der Kirche nicht mehr reserviert werden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis 2020 dauern.

Langenthaler Tagblatt

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