Zum Hauptinhalt springen

Kritik an neuer Messweise

Etwa 35 Per­sonen besuchten den Infor­mationsanlass zur Teilrevision der Ortsplanung in Niederönz. Thematisiert wurden neue Begriffe im Bauwesen und die Ausscheidung der Gewässerräume.

«Gewisse Rege­lungen im Bau­reglement sind kaum praktikabel», sagt Daniel Beck, Gemeindepräsident von Niederönz.
«Gewisse Rege­lungen im Bau­reglement sind kaum praktikabel», sagt Daniel Beck, Gemeindepräsident von Niederönz.

«Es geht hier nicht um eine neue Ortsplanung, sondern um zwei Anpassungen, die wir von Ge­setzes wegen machen müssen», stellte Gemeindeverwalter Marc Hess zu Beginn klar. Es gehe einerseits um die Umsetzung der kantonalen Verordnung über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV) und andererseits um die Ausscheidung der Gewässerräume. Zudem seien gewisse Regelungen im Baureglement kaum praktikabel, sodass oft Ausnahmen bewilligt worden seien, ergänzte Gemeindepräsident Daniel Beck. Namentlich betreffe dies den Aufbau von Attikawohnungen und vorspringende Gebäudeteile.

Die wesentlichen Anpassungen erläuterte Silvio Zala, Projektleiter der mit der Teilrevision beauftragten Basler und Hoffmann West AG (Zollikofen). Neben neuen Begriffen gemäss BMBV wird die Höhe eines Gebäudes einheitlich gemessen, egal, ob es sich um ein Sattel- oder ein Flachdach handelt. Neu de­finiert sind bei Attikageschossen die zulässige Höhe, die nötige Rückversetzung zur Längsfassade und die maximale Fläche des darunter liegenden Geschosses sowie die Masse bei vorspringenden Gebäudeteilen.

«Diese Zahlen sind wichtig»

Mehr als diese Änderungen interessierte die etwa 35 anwesenden Personen die Ausscheidung der Gewässerräume. Diese werden neu auf bundesrechtlicher Ebene geregelt. Die Kantone hingegen legen den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer fest, der erforderlich ist für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer wie Durchfluss und Geschiebetransport, den Schutz vor Hochwasser sowie die Gewässernutzung.

Neu gehören zum Gewässerraum (früher geschützter Uferbereich) sowohl das Gerinne als auch die Uferbereiche auf beiden Seiten dazu. Deren Berechnung wurde von einigen Zuhörern infrage gestellt. Ebenso tauchte die Frage auf, bei wie vielen Kubikmetern Wasser dieses überfliesse. «Diese Zahlen sind wichtig», befand der Votant, nachdem er informiert worden war, dass diese nicht berechnet worden seien. Ebenfalls kritisch beurteilten einige Anwesende die neue Messweise der Abstände bis zur Verwendung von Dünger und Pflanzenschutzmittel im Gewässerraum.

In der Mitwirkung äussern

«Genau solche Gedanken müsst ihr in der Mitwirkung einbringen», forderte Gemeindepräsident Daniel Beck die Anwesenden auf. Die Unterlagen dazu sind bis Ende Oktober in der Gemeindeverwaltung einsehbar oder können heruntergeladen werden. Ebenso ein Mitwirkungsfragebogen, in dem sich Interessierte zu folgenden Punkten äussern können: zum angepassten Baureglement, zum neu erstellen Anhang dazu und zum angepassten Zonenplan, der neu die Gewässerräume in einem Korridor als überlagernde Zone enthält.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch