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«Magischer als jede Technologie»

Die Installation «Hyperscope» des spanischen Bildhauers Nano Valdes eröffnet ihren Betrachtern seit Donnerstag einen ungewöhnlichen Blick auf den Wuhrplatz. Das Werk soll noch bis zur Kulturnacht bleiben.

Das Prinzip der Camera obscura diente Nano Valdes als Vorlage für sein Werk «Hyperscope».
Das Prinzip der Camera obscura diente Nano Valdes als Vorlage für sein Werk «Hyperscope».
Thomas Peter

Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit, und erste Konturen werden deutlich. Wie Wattebällchen sehen die Wolken am Himmel aus. Die Äste einer Baumkrone zeichnen sich immer detaillierter ab. Dreht die Betrachterin sich um 180 Grad, kann sie das Chrämerhus ausmachen. Und plötzlich werden die Wände ganz transparent. Alles steht auf dem Kopf.– Gestern wurde die Installation «Hyperscope» des spanischen Bildhauers Nano Valdes auf dem Langenthaler Wuhrplatz aufgebaut. Durch die äussere Beschichtung der metallisch glänzenden, 2,3 Meter breiten Kugel weiss der Betrachter nicht, was sich in ihr verbirgt. Mit dem Oberkörper im Innern der Kugel stehend, blickt er durch ein riesiges Kaleidoskop auf seine Umgebung.

Das Ganze funktioniere nach dem Prinzip der Camera obscura, erklärt Nano Valdes. «Ich finde das magischer als jede Technologie», so der Künstler. «Es braucht nur ein Loch und eine Projektionsfläche, damit ein Bild entsteht. So funktioniert auch unser Auge.» Bereits Leonardo da Vinci habe mit der Camera obscura verschiedene Perspektiven studiert, sagt Valdes. Statt nur einem hat Hyperscope jedoch ganze 150 Löcher. Diese verschaffen dem Betrachter einen Rundumblick auf den Wuhrplatz.

Verschiedene Perspektiven

Nachdem er die Idee mehrere Jahre im Kopf hatte, realisierte Nano Valdes im vergangenen Jahr das Projekt «Hyperscope» für die Ausstellung «Uster wächst – eine Utopie in drei Akten» im zürcherischen Uster.

«Ich wollte eine Arbeit machen, die verschiedene Perspektiven zeigt. Schliesslich haben verschiedene Personen unterschiedliche Perspektiven auf eine Stadt», sagt der Künstler. Die Installation sei aber erst ein Modell. Valdes möchte demnächst eine grössere und stabilere Version seines Werks bauen. In dessen Inneres soll der Betrachter dann gelangen, ohne sich bücken zu müssen. Statt Karton und Aluminium möchte der Künstler dafür Metallplatten verwenden.

2015 war Nano Valdes bereits einmal zu Gast in Langenthal, als er gemeinsam mit drei anderen Künstlern im Sommeratelier der Chrämerhuus-Galerie arbeitete.

Nachdem die Installation mehrere Monate in Uster ausgestellt worden war, holte die Künstlergruppe Baumann-Blume-Bärtschi das Werk mit finanzieller Unterstützung der städtischen Kulturkommission nach Langenthal. Die diversen Blickwinkel auf den Wuhrplatz können noch bis zur Kulturnacht am 5. Mai bestaunt werden.

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