Nicht auf Kosten der Hausbesitzer

Wynau

Eine Erhöhung der Liegenschaftssteuer hätte der Gemeinde Mehreinnahmen generieren sollen. Doch die Stimmberechtigten schickten den Antrag bachab.

Die Schule soll profitieren. Sowohl in die Informatik als auch in eine neue Turnhalle soll investiert werden.

Die Schule soll profitieren. Sowohl in die Informatik als auch in eine neue Turnhalle soll investiert werden.

(Bild: Thomas Peter)

Mit einem Minus von gut 290 000 Franken im steuerfinanzierten Haushalt hat der Wynauer Gemeinderat für das Jahr 2018 gerechnet. Nun aber fällt der budgetierte Fehlbetrag bei Aufwendungen von gut 5 Millionen noch ­etwas höher aus (6,3 Millionen sind es im Gesamt­haus­halt). Der Grund: Eine von der Exekutive beantragte Anhebung der Liegenschaftssteuer fand bei den 52 anwesenden Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung keine Mehrheit.

Gemeinden im Wettstreit

Rund 40 000 Franken hätte der Gemeinderat durch den Aufschlag von den heutigen 1,0 auf neu 1,2 Promille – analog etwa zu Roggwil und Lotzwil – 2018 zusätzlich einnehmen wollen. Bei einem amtlichen Liegenschaftswert von 400 000 Franken erhöhe sich die jährliche Steuer des Hausbesitzers um nur 80 Franken, die erst noch zu 100 Prozent der Gemeinde zugutekämen, rechnete Finanzminister Peter Gerber (SVP) den Anwesenden vor. Die Gemeinden seien mit immer höheren Ausgaben konfrontiert, die sie nicht beeinflussen könnten, verwies er auf steigende Kosten in den Bereichen Schule und Fürsorge. Eine Erhöhung der Steueranlage von heute 1,6 Einheiten möchte der Gemeinderat auch angesichts des Wettbewerbs mit anderen Gemeinden so lange wie möglich vermeiden.

Das Argument des Steuervergleichs zwischen den Gemeinden wollte Versammlungsteilnehmer Peter Brunner so aber nicht gelten lassen. Hauseigentümer würden schon seit der Anpassung des Eigenmietwerts 2015 stärker besteuert, wehrte er sich gegen eine Erhöhung der Liegenschaftssteuer, «nur, um bei den Steuern besser auszusehen». Sein Antrag, auf die Anhebung sei zu verzichten, wurde mit 26 Ja gegenüber 19 Nein schliesslich angenommen.

Keine Gegenwehr widerfuhr indes die Erhöhung der Hunde­taxe von heute 50 Franken auf neu 95 Franken pro Hund (für das zweite und jedes weitere Tier waren es bisher 100 Franken). Jährlich rund 3000 Franken sollen dadurch nun zusätzlich generiert werden zur Deckung der Kosten für den Unterhalt der Robidog-Kästen.

4 Millionen für die Halle

Investiert werden sollen 2018 insgesamt 735 000 Franken, wobei die grössten Brocken bei der Informatik der Schule, beim Strassenwesen und beim Werkhof sowie beim Abwasser anfallen. Für 2020 seien dann Investitionen in Höhe von 4 Millionen Franken für einen Turnhallenneubau eingerechnet, erklärte Peter Gerber. Die Finanzplanung 2018–2022 rechnet auf diesen Zeitpunkt hin denn auch mit einer Erhöhung der Steueranlage um ein bis zwei Zehntel.

Genehmigt wurden an der Versammlung ferner der Erlass oder die Überarbeitung mehrerer Reg­le­mente, unter anderem im Hinblick auf die Rückkehr der Oberstufe. Wie Gemeindepräsident Christian Kölliker (FDP) informierte, sollen bei der Bahnhofunterführung nun Verbotstafeln dafür sorgen, dass die SBB mit einer Busse gegen Pferdehalter vorgehen können. Dass Reiter den Mist ihrer Tiere in der Unterführung zurücklassen, ist in Wynau schon lange ein Ärgernis.

khl

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