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Plan ums Bahndepot sorgt für Zündstoff

Wie es auf dem Areal rund um das geplante Bahndepot aussehen wird, haben Vertreter des RBS der Bevölkerung erstmals gezeigt. Und auch dieser Plan stösst auf Kritik.

Die Stimmung ist angespannt: Viele Bätterkinder sind mit der Standortwahl nach wie vor nicht einverstanden.
Die Stimmung ist angespannt: Viele Bätterkinder sind mit der Standortwahl nach wie vor nicht einverstanden.
Thomas Peter

Nun haben die Verantwortlichen des RBS also den mit Spannung erwarteten Plan präsentiert. Wie das Bahndepot in Bätterkinden dereinst zu liegen kommt, wird darauf in groben Zügen skizziert. Dass dieser Plan Zündstoff birgt und für Diskussionen sorgen wird, war schon vor dem Informationsanlass am Donnerstagabend absehbar.

Schliesslich hat sich bereits vor einiger Zeit eine Interessensgruppe mit mittlerweile 680 Mitgliedern gegen den Standort Leimgrube formiert. Und auch die Gemeinde ist mit der Standortwahl nach wie vor nicht einverstanden, wie sie in ihrem Positionspapier im Juli festhielt.

Ehe die Kritiker zu Wort kamen, wurde den Anwesenden das präsentiert, was der RBS auch in Zusammenarbeit mit der Projektbegleitgruppe erarbeitet hat. Einer Gruppe, in der auch Anwohner und Vertreter der Gemeinde Einsitz haben.

Ein grober Entwurf

Aus vier Varianten hat sich jene herauskristallisiert, bei der das Depotgebäude nahe bei der Landi steht und die Züge von südlicher Seite her ins Depot fahren. «Diese Variante ist von den machbaren jene, die am wenigsten Land benötigt», sagt RBS-Projektleiter Mathias Widmer.

Rund 5 Hektaren müssen für Depot, Zufahrt und Abstellgleise herhalten. Zudem werde der Bahnübergang Kyburgstrasse mit dieser Variante nicht tangiert. Auch führe die Zufahrt zum Depot nicht durch Wohngebiete. «Dieser Plan ist aber erst ein grober Entwurf», betont Widmer. Er soll als Grundlage für den Architekturwettbewerb dienen.

«Das Land gehört Stand jetzt nicht dem RBS.»

Mathias Widmer, RBS

Derzeit laufen die Vorausscheidungen. Im Oktober wird der Architekturwettbewerb starten. Gebaut soll dann von 2019 bis 2020 werden, und Ende 2023 sollte das Depot in Betrieb genommen werden. Dass dieser grobe Plan noch einige Fragen offenlässt, stösst allerdings auf Widerstand.

«Wir wüssten gern, was der Bau des Depots für unsere Gemeindestrassen und die Schulwege bedeutet», hält Gemeindepräsident Beat Linder (SVP) fest. Auch die Standortwahl hinterfragt Linder nach wie vor. Ein ­solches Depot nahe bei den Anwohnern zu bauen, sei nicht ­sinnvoll – schon allein wegen der Emissionen.

Ins selbe Horn stösst Jürg Eberhart von der IG Bätterkinden. Man habe ak­zeptiert, dass Bätterkinden als Standort im Vordergrund stehe. «Aber wir wollen nicht das beste Land mitten im Dorf für das Depot verschwenden.»

Eberhart bringt die Standorte Schalunen und Lohn, beide in Waldnähe, ins Spiel. «Der Schutz des Waldes wurde höher ge­wichtet als jener der Anwohner», meint er. Man habe sich wohl nur für jenen Ort entschieden, weil man «einfach» ans Land gekommen sei.

Mathias Widmer (links) stellte sich den Fragen. Hier diskutiert er mit Markus Grossenbacher (Begleitgruppe, rechts) und Paul Krummen­acher (Moderator). Bild: Thomas Peter
Mathias Widmer (links) stellte sich den Fragen. Hier diskutiert er mit Markus Grossenbacher (Begleitgruppe, rechts) und Paul Krummen­acher (Moderator). Bild: Thomas Peter

Dem hält Mathias Widmer entgegen: «Das Land gehört Stand jetzt nicht dem RBS.» Die Gespräche mit den Landbesitzern würden erst noch folgen. Doch ein alternativer Standort stehe nicht zur Diskussion. Die Vorlage sei durch den Grossen Rat verabschiedet worden.

Weshalb man denn jene Variante mit dem unterirdischen Depot nicht weiterverfolgt habe, will ein Mann wissen. Diese sei schlichtweg nicht finanzierbar gewesen, so der Vertreter des RBS. «Das hätte 250 Millionen Franken Mehrkosten verursacht.»

Mehr Verkehr

Nebst dem Depot waren der Ausbau des Bätterkinder Bahnhofs und das Wendegleis Thema. ­Beides soll bis 2020 in Betrieb ­genommen werden. Und beides wird nötig, weil der RBS in Zukunft mit mehr Passagieren rechnet.

Um den Mehrverkehr auffangen zu können, wird also ein zusätzliches Gleis beim Sportplatz gebaut. So können künftig drei Züge gleichzeitig im Bahnhof verkehren. Beim Bahnhof wird unter anderem das Perron auf 180 Meter verlängert werden. Zudem soll es neu einen direkten Zugang zum Perron von der Kyburgstrasse her geben.

Sowohl beim Depotbau wie auch beim Ausbau des Bahnhofs sollen Gemeinde und Begleitgruppe weiter einbezogen werden. Zwar wird dieses Mitwirken von allen Beteiligten als wichtig erachtet, so der Tenor.

Was Mitwirken genau bedeutet, darüber scheint man sich allerdings nicht einig. «Wir sind kein Mitwirkungs-, sondern nur ein Anhörungsgremium», findet Jürg Eberhart.

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