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Rekruten mit Hitlergruss: Schaden für Waffenplatz «überbewertet»

Die sechs Rekruten, die auf einem Bild mit Hitlergruss und Hakenkreuz posierten, sind wieder auf freiem Fuss. Armeesprecher Daniel Reist glaubt nicht, dass der Vorfall der Reputation schadet.

Auf den Waffenplatz Wangen-Wiedlisbach pilgern zum Besuchstag der Rekruten jeweils Hundertschaften Interessierte.
Auf den Waffenplatz Wangen-Wiedlisbach pilgern zum Besuchstag der Rekruten jeweils Hundertschaften Interessierte.
zvg

Sechs Männer in Armeeuniformen posieren vor einem in den Schnee gestampften Hakenkreuz, die Arme zum Hitlergruss erhoben: Diese Aufnahme, entstanden auf dem Waffenplatz Wangen-Wiedlisbach und veröffentlicht im «SonntagsBlick», zieht Konsequenzen nach sich. In erster Linie für die sechs Armeeangehörigen selber, die daraufhin während mehrerer Tage unter Arrest gestellt wurden.

Damit nicht genug: Die Militärjustiz hat ein Verfahren gegen das Sextett eröffnet. Sie wird klären, ob der Vorfall beziehungsweise dessen Aufnahme gegen die Rassismusstrafnorm verstösst. Falls ja, können die Rekruten zu Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren verurteilt werden. Sie stellten sich, nachdem das Bild öffentlich gewesen war, von sich aus und rückten früher ein.

Seit letztem Dienstag sind sie wieder auf freiem Fuss, zurück bei ihrer Truppe. Die Rekrutenschule könne das Sextett «normal» beenden, sagt Armeesprecher Daniel Reist. Er meint damit: Sie haben nach ihrer Bestrafung während der RS ansonsten keine weiteren Einschränkungen zu gewärtigen. Die Militärjustiz führt ihr Verfahren unabhängig davon.

Zwei der sechs Rekruten hätten laut Reist eine militärische Karriere einschlagen wollen und aspiriert. Dieser Weg bleibt ihnen nach dem Vorfall jedoch verwehrt. «Als Kader sind sie nicht tragbar», stellt er klar.

Die Auswirkungen

Von aussen würden die Auswirkungen auf den Waffenplatz an sich wohl «eher überbewertet», sagt Reist. So schwer verständlich das Vorgefallene auch sei: Die Aktion der Rekruten wirke sich nicht auf die ganze Schule aus. Sicher habe sie vielen Leuten zu denken gegeben. Für die Mitrekruten seien das Vorgefallene und die Resonanz darauf aber auch «heilsam»: weil sie dadurch sensibilisiert würden. Reist: «Es ist für jeden klar, dass das ein Blödsinn war.»

Die Kommunikation

Dass durch das rassistische Verhalten der Rekruten das Image der Armee im Allgemeinen und jenes des Waffenplatzes Wangen-Wiedlisbach im Besonderen ramponiert worden ist, glaubt Reist nicht. «Es gibt keinen Schaden, wenn wir handeln», sagt der Mediensprecher. Will heissen: Dazu stehen, das Vorgefallene untersuchen und Massnahmen ergreifen. «Und eben offen kommunizieren. Sagen, was schiefgelaufen ist.»

Nicht nur gegen aussen wird informiert, sondern auch nach innen. Mindestens die Bestrafung habe der zuständige Kommandant bekannt gegeben. Mehr sei in der Regel nicht nötig: Die Rekruten seien informiert, wenn ein Vorfall wie dieser in den Medien sei, stellt Daniel Reist fest.

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