Schlechte Saison

Langenthal

Sowohl sportlich als auch finanziell kämpft der SC Langenthal mit Rückschlägen. Ein weiteres Mal will der Club seine Finanzen sanieren.

Es sei keine leichte Aufgabe, den SC Langenthal für die Zukunft fit zu machen und strategisch zu positionieren, hält Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker in seinem Jahresbericht fest.

Es sei keine leichte Aufgabe, den SC Langenthal für die Zukunft fit zu machen und strategisch zu positionieren, hält Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker in seinem Jahresbericht fest.

(Bild: Marcel Bieri)

Viele Verletzte, verpasste Saisonziele, Auseinandersetzungen mit der Fandachorganisation, dazu die unsichere betriebliche Zukunft. Das letzte Geschäftsjahr bezeichnet die SC Langenthal AG selbst aus finanzieller Sicht als eines der schwierigsten.

Bekannt ist, dass sich die finanzielle Lage des Clubs in den letzten Jahren zunehmend zugespitzt hatte, im vergangenen Jahr umso mehr. Zwar wies der SCL in der vorhergehenden Meistersaison noch einen minimalen Gewinn von 500 Franken aus. Das war aber nur möglich, weil die Kernaktionäre Beiträge versprochen hatten, bis dass ein Entscheid gefallen war, an welchem Ort eine Arena geplant werden könnte.

Um den Bau einer solchen Arena voranzutreiben, war im Februar die Arena Oberaargau AG ins Leben gerufen worden. Sieben Monate später zog der Verein seine Tochtergesellschaft aus der Projektplanung zum neuen Stadion zurück– unter Vorwürfen an die Stadt (wir berichteten). Viel zu verlieren – ausser noch mehr Zeit – hat der SC Langenthal in Stadionbelangen also nicht mehr.

Ein deutlicher Verlust

Dass die Dinge nicht zum Besten stehen, bestätigt sich auch angesichts von Liquidität und Eigenkapital. Letzteres beläuft sich gerade mal auf 320 400 Franken bei einem tieferen Aufwand von 3,5 Millionen Franken. Einmal mehr steht fest, dass der SCL ohne ­neuerlichen Kapitalschnitt nicht auskommen wird. Auf dem Spiel stehe nichts Geringeres als die Spielberechtigung, wie die AG im Jahresbericht festhält.

Ins Bild passt auch der Verlust, den die SC Langenthal AG im vergangenen Jahr eingefahren hat: 86'450 Franken stehen hinter dem Minuszeichen. Auch die Tochtergesellschaft SC Langenthal Nachwuchs AG weist mit einem Minus von knapp über 4000 Franken rote Zahlen aus. Allerdings hat sich dieser Bereich ganz schön sportlich gesteigert, war der Nachwuchs doch mit einem stolzen Minus von 70'000 Franken in die Saison gegangen.

Fokus auf das Kerngeschäft

Es sei keine leichte Aufgabe, den SC Langenthal unter diesen Vor­aussetzungen für die Zukunft fit zu machen und strategisch zu positionieren. Verwaltungsrat und Management seien in den kommenden Monaten gefordert, hält Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker in seinem Jahresbericht fest. Erfreulich sei, dass man sich über die Grundausrichtung einig sei: Fokus auf das Kerngeschäft, Eishockeysport und Nachwuchsausbildung in und für Langenthal. Diese Ausrichtung hatten die Verantwortlichen zuletzt im September zum Rückzug aus der Arenaplanung propagiert.

Bereits zur Sprache gekommen ist auch, dass die Stadt als Aktionärin der Kunsteisbahn Langenthal AG die teuersten Eismieten für die im Nationalligabereich leistungsschwächste Infrastruktur verlangt: über 200'000 Franken netto jährlich alleine für den Nachwuchs. Gesprächsstoff für die Generalversammlung am Montag. Traktandiert sind Wahlen; neu im rein männlichen Verwaltungsrat Platz nehmen soll Marketing- und Kommunikationsleiterin Angela Kölliker.

cd

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