Seifenkisten-Bauen ist ein Familienprojekt

Langenthal

Zum letzten Mal haben am Samstag in Langenthal Kinder mit ihren Eltern unter Anleitung Seifenkisten hergestellt. Mit diesen wollen sie Ende Mai den Oberaargauer Seifenkisten-Grand-Prix bestreiten.

Jan (links), Loris und Vater Roger Zulliger basteln gemeinsam am Lenkrad. Foto: Susanne Keller

Jan (links), Loris und Vater Roger Zulliger basteln gemeinsam am Lenkrad. Foto: Susanne Keller

Melissa Burkhard

Es geht in den Endspurt in der kleinen Werkstatt im Kulturstall der Kinder- und Jugendfachstelle Tokjo. Drei Männer und fünf Jungs arbeiten an diesem Samstagvormittag noch ein letztes Mal an ihren Seifenkisten. Mit diesen wollen sie am 26. Mai am Oberaargauer Seifenkisten-Grand-Prix antreten.

Bis dahin ist aber noch einiges zu tun: An zweien der Kisten fehlt noch das Lenkrad, während eine weitere sogar noch ohne Räder dasteht. Deshalb herrscht hohe Konzentration in der erst vor kurzem eröffneten «Wärchbar». Es wird laut gehämmert, mit Bohrmaschinen hantiert, und der eine oder andere lässt mit der Winkelschleifmaschine die Funken sprühen.

Rennen stand auf der Kippe

Der mehrtägige Seifenkistenworkshop wird von Tokjo organisiert. Die Jugendfachstelle steht auch hinter der Idee zum Oberaargauer Seifenkisten-Grand-Prix, der dieses Jahr zum vierten Mal durchgeführt wird. Unterstützt wird sie mittlerweile von einigen Partnern und Sponsoren. «Der Anlass ist so gross geworden, dass wir ihn allein nicht mehr stemmen können», sagt Thomas Bertschinger, Stellenleiter von Tokjo.

So stand das diesjährige Rennen dann auch kurz auf der Kippe, weil zuerst nicht genügend OK-Mitglieder hatten gefunden werden können. Nun können Workshop und Rennen aber wie gewohnt durchgeführt werden. Besonders wichtig sei, dass sich Kinder mit ihren Eltern unter fachkundiger Betreuung handwerklich betätigen könnten, sagt Bertschinger.

Jede Seifenkiste muss, bevor sie an den Start kann, einen Sicherheitscheck bestehen.

Angeleitet werden die Teilnehmenden von Elias Bannwart. Der studierte Künstler und angehende Sozialarbeiter zeigt, wie die Produktion einer Seifenkiste mit eingebauter Bremse und Lenkung funktioniert. «Besonders wichtig ist die Sicherheit», sagt Bannwart. Die Standards seien nämlich hoch, so müsse jede Seifenkiste, bevor sie an den Start gehe, einen Sicherheitscheck bestehen.

Den Zeitaufwand für den Bau einer Kiste schätzt Bannwart auf 15 Stunden. Mit der Gestaltung könne es je nachdem sogar das Doppelte werden. Die Materialkosten belaufen sich auf 250 Franken, die können die Teilnehmenden durch Sponsoren, wie etwa Gotte und Götti, finanzieren.

Ein Familienprojekt

So hat es auch Jan Zulliger gemacht. Der Neunjährige hat sich den Workshop zu Weihnachten gewünscht. Auf das Seifenkistenrennen ist er durch einen Freund aufmerksam geworden. Er baut deswegen schon den dritten Samstag zusammen mit seinem Vater an seinem Fahrzeug.

Zum ersten Mal ist heute auch Zwillingsbruder Loris dabei, der gerade das Lenkrad schleift. Für die Kinder sei es einfach schön, etwas selbst herzustellen, sagt Vater Roger Zulliger: «Für uns steht das Bauen klar im Vordergrund.»

So ähnlich wird das auch eine Seifenkiste weiter gesehen. Der siebenjährige Kilian hat Bruder und Vater zum Kurs motiviert. An diesem Tag wollten sie fertig werden, erzählen die drei, schauen dabei aber etwas kritisch auf ihre Kiste, der derzeit noch die Räder fehlen.

«Es ist ein Familienprojekt, wir sind sonst nicht so handwerklich unterwegs», sagt der Vater. Am Rennen wollen sowohl Kilian als auch sein älterer Bruder Adrian an den Start gehen. «Wir haben uns für das Zeitrennen angemeldet», sagt Adrian stolz.

Über die Dekoration ihrer Kiste haben sich die beiden indes noch keine Gedanken gemacht. Etwas weiter ist da schon Marc. Der Elfjährige, der an diesem Samstag mit seinem Götti baut, möchte einen grossen Blitz auf seine Seifenkiste malen. Vielleicht ist er damit ja besonders schnell.

Langenthaler Tagblatt

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