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So wird die Nutzung legitimiert

Die Garage Gautschi in Langenthal stellt für das alte Zeughaus ein Baugesuch, ohne dort bauen zu wollen. Nötig ist die Formalität trotzdem. Der bisherige Gebrauch des Gebäudes muss korrekt deklariert werden.

Werkstatt und Bar: Das alte Zeughaus an der Bützbergstrasse 94 wird seit Jahren von der Garage Gautschi gebraucht. Jetzt muss die Nutzung als Werkstatt und nicht öffentliche Bar offiziell bewilligt werden.
Werkstatt und Bar: Das alte Zeughaus an der Bützbergstrasse 94 wird seit Jahren von der Garage Gautschi gebraucht. Jetzt muss die Nutzung als Werkstatt und nicht öffentliche Bar offiziell bewilligt werden.
Thomas Peter

Ein aktuell bei der Stadtverwaltung aufliegendes Baugesuch lässt aufhorchen: Das ehemalige Zeughaus an der Bützbergstrasse 94 in Langenthal soll umgenutzt werden. Lagerräume sollen als Werkstatt gebraucht werden. Ausserdem sind ein Personal- und Präsentationsraum sowie ein nicht öffentlicher Gastgewerbebetrieb geplant.

Wer die Lokalität kennt, weiss: Diese Nutzung ist eigentlich gar nicht neu. Insbesondere der sogenannte Gastgewerbebetrieb ist vielen ein Begriff. Ortsansässige kennen ihn als Screwdriver Bar – ein beliebter Ort für private Anlässe wie Geburtstagspartys.

Nutzung richtig ausweisen

«Wir bauen nicht. Die Räume werden heute nur anders genutzt als früher», sagt Andreas Gautschi, Geschäftsführer der gleichnamigen Garage an der Bützbergstrasse. Aufgrund dieser ­veränderten Verhältnisse sei ein Baugesuch nötig. Die Nutzung werde damit korrekt deklariert.

Konkret heisst das: Der hintere Teil des Gebäudes wird nicht nur als Lager genutzt, sondern in Stosszeiten, zum Beispiel im Frühling und im Herbst, wenn die Pneuwechsel anstehen, als zusätzliche Werkstatt.

Ähnlich sieht es beim vorderen Raum und bei der Galerie aus. Laut Andreas Gautschi dient dieser Gebäudeteil dem Personal bereits heute als Aufenthaltsraum. Oder er wird für bestimmte Kundenanlässe als Präsentationsraum genutzt. In diesem Zusammenhang wird ein Ausnahme­gesuch gestellt. Gemäss den aufliegenden Unterlagen soll die Fensterfläche unterschritten werden. Als Projektverfasserin fungiert das Architekturbüro Roos Huser aus Aarwangen.

Tanzveranstaltungen möglich

Deklariert wird im Baugesuch auch der Barbetrieb. Dieser ist für 24 Sitzplätze am Tisch und 16 Sitzplätze auf Barhockern ausgerichtet. Im Erdgeschoss soll für spezielle Anlässe mobiles Mobiliar mit maximal 100 Sitzplätzen im Innern und für höchstens 50 im Aussenbereich aufgestellt werden können. In den Unterlagen ist zudem von Tanzveranstaltungen mit oder ohne Livemusik die Rede.

Das sei alles lediglich für interne Zwecke vorgesehen, betont Andreas Gautschi. Er meint damit den «nicht öffentlichen Gastgewerbebetrieb» – so, wie er auch im «Anzeiger Langenthal und Umgebung» publiziert ist. Auf den internen Charakter der Bar weist auch die Toilettensituation hin. Der Einbau einer WC-Anlage ist nicht vorgesehen. Stattdessen wird auf diejenige vom Gebäudetrakt nebenan verwiesen.

Doch Vermietung an Dritte?

Die Nutzung des Gastgewerbe­betriebs lautet derweil nicht nur auf «geschlossene Gesellschaft ohne Erwerb», sondern zusätzlich auch auf «öffentlich zugänglich mit Einzelgastgewerbebewilligung». Heisst das, dass die Räume allenfalls an Dritte für private Partys vermietet werden sollen? Andreas Gautschi wollte sich dazu nicht weiter äussern.

Die Baukosten sind im Gesuch mit 40 000 Franken angegeben. Dabei handle es sich um die ­bereits getätigten Investitionen. Vom Baugesuch nicht betroffen ist der ehemalige Tankstellenshop. Dieser ist laut Gautschi immer noch vermietet.Das Baugesuchliegt noch bis zum 4. April beim Stadtbauamt Langenthal auf.

BZ/iba/paj

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