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Umstrittene Folgen eines Sturzes

Auch Jahre nach einem abrupten Halt leidet eine Langenthaler Passagierin noch an Schmerzen. Die Versicherung hat die Leistungen längst einstellen wollen – muss nun aber noch einmal über die Bücher.

Durch ein abruptes Abbremsmanöver des Busfahrers stürzte eine stehende Passagierin. Von diesem Sturz blieben ihr offenbar auch Jahre später noch Schäden.
Durch ein abruptes Abbremsmanöver des Busfahrers stürzte eine stehende Passagierin. Von diesem Sturz blieben ihr offenbar auch Jahre später noch Schäden.
Fotolia

Die Frau, damals noch keine 60, stand an jenem Tag im August 2013 im fahrenden Bus, als dieser plötzlich stark bremsen musste. Die Passagierin prallte dadurch gegen eine Abschrankung. Ein Unfall, bei dem sie sich gemäss Unfallprotokoll und Akten ihrer Versicherung eine Stauchung im linken Nacken- und Schulterbereich zugezogen hat.

So kurz der eigentliche Unfallhergang, so lange die Nachgeschichte. Offenbar leidet die Langenthalerin bis heute an den Folgen des Vorfalls. Der Versicherer, bei dem sie gegen die durch Unfälle verursachten Kosten obligatorisch versichert ist, hat seine Leistungen indes bereits vor bald drei Jahren eingestellt: Das heutige Beschwerdebild könne nicht mehr auf den Unfall zurückgeführt werden, beschied die Versicherung der Frau mit Verfügung vom Juni 2014, es würden daher keine weiteren Versicherungsleistungen mehr erbracht.

Es haben sich ­verschiedene Fachpersonen mit dem Fall befasst. Die Meinungen der ­beigezogenen Ärzte gehen jedoch ­auseinander.

Ein Entscheid, an dem die Versicherung auch auf Einsprache der Frau hin festhielt. Vor Verwaltungsgericht hat die Einsprecherin nun aber zumindest einen Teilerfolg erzielt: Die Instanz hat ihre Beschwerde gegen den Einspracheentscheid des Versicherers vom Januar 2015 gutgeheissen und «die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen». Heisst: Die Versicherung wird den Ablauf des Unfalls noch einmal abklären, ein externes medizinisches Gutachten einholen und danach erneut über den Leistungsanspruch der Frau verfügen müssen.

«Zumindest geringe Zweifel»

Das angeforderte neue Gutachten ist eines von zahlreichen, die in den vergangenen vier Jahren bereits erstellt worden sind. Wie dem Urteil des Verwaltungsgerichts zu entnehmen ist, haben sich bereits verschiedene Fachpersonen mit dem Fall befasst. Die Meinungen der einerseits von der Frau und andererseits der Versicherung beigezogenen Ärzte gehen jedoch auseinander. Dabei würden die fachärztlichen Berichte teils «zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Beweiskraft der versicherungsinternen Beurteilungen zu begründen vermögen», hält das Gericht fest. Der angefochtene Einspracheentscheid der Versicherung sei deshalb aufzuheben.

Ob die Versicherung der Frau weiterhin Leistungen wird erbringen müssen, bleibt damit vorerst offen. Zahlen muss sie der Frau die Parteikosten von 5500 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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