Vom SCB via Visp nach Langenthal

Der 19 Jahre alte Colin Gerber hätte bei Visp die Saison starten sollen, wird aber heute für Langenthal gegen Visp antreten.

Aufsteiger: Colin Gerber (Nummer 2) überzeugt bei Langenthal.

Aufsteiger: Colin Gerber (Nummer 2) überzeugt bei Langenthal.

(Bild: Marcel Bieri)

Colin Gerber wird heute Abend mit dem SC Langenthal gegen den EHC Visp antreten. Das klingt logisch, ist es aber nicht. Denn obwohl der 19-jährige Verteidiger mittlerweile 21 Spiele für Gelb-Blau absolviert hat, war das zu Beginn der Saison keineswegs vorgesehen. Die Saisonvorbereitung hat der SCB-Junior nämlich beim EHC Visp absolviert. «Wir sind vier Junioren, die um einen Platz im Team des SCB kämpfen», sagt Colin Gerber.

Neben Yannik Burren, der grösstenteils bei den Stadtbernern eingesetzt wird, spielen Tim DuBois und Bernd Wolf in Visp. Dort war eigentlich auch Colin Gerber – der jüngste im Verbund, der sogar noch Elitejunioren spielen könnte – geplant, bis in Langenthal Aurélien Marti zu Saisonbeginn ausfiel und ein Verteidiger fehlte. Und seither spielt Colin Gerber in Langenthal. «Die Situation für mich ist perfekt», sagt Gerber, der von Trainer Per Hånberg viel ­Verantwortung und Einsatzzeit erhält.

100 Prozent – egal für wen

Die zahlreichen Verletzungen beim SC Langenthal bringen ihm deutlich mehr NLB-Spielpraxis ein, als er es sich hatte erhoffen können. Die Elitejunioren und auch Visp sind für ihn bereits weit weg, aktuell plant er das Saisonende sogar beim SC Langenthal. «Wenn in Bern etwas passiert, könnte ich jederzeit zurückgerufen werden. Aber mein Fokus gilt dem SCL.» Das ist speziell – insbesondere wenn Langenthal auf Visp trifft. «Ein paar Sprüche muss man dann ertragen können», sagt Gerber und schmunzelt.

Für den Burgdorfer war aber immer klar: «Dort, wo ich bin, gebe ich 100 Prozent.» Das ist auch nötig, will sich Gerber doch seinen Traum vom Profi verwirklichen. Beim SC Bern hat er noch einen zweieinhalb Jahre dauernden Vertrag, der ihm Sicherheit verleiht und ihm seinen Traum näherbringt. «Ich habe eine ideale Position und kann die Zeit für meine Entwicklung nutzen.»

Starke Bilanz

Dass er nun viel Einsatzzeit erhält, passt bestens ins Schema. «Das alles ist extrem toll. Ich kann mich voll aufs Eishockeyspielen konzentrieren und habe nachmittags auch noch freie Zeit für mich, weil ich meine Sport-KV-Lehre bereits abgeschlossen habe», zeigt er sich begeistert und hängt an: «Schon jetzt lebe ich, wovon andere träumen.»

Gerber hatte schon in der letzten Saison auf sich aufmerksam gemacht, als er einzelne Spiele mit dem SC Langenthal absolvierte, darunter zwei in der Ligaqualifikation gegen Ambri-Piotta. Er ist ein ruhiger Verteidiger, der sich auf die defensive Arbeit konzentriert, wobei seine Postur bei 191 Zentimetern Grösse durchaus hilfreich ist. Sein erstes Tor auf Profilevel gelang dem Spieler mit der Nummer 2 in La Chaux-de-Fonds mit einem nicht abgelenkten Blue-Line-Schuss, viel eher fällt er aber mit einer Plus-9-Bilanz in 21 Spielen auf. Gerade diese Statistik zeigt, dass, selbst wenn die Routiniers nach den Verletzungen ins Team zurückkehren sollten, Gerber dennoch seinen Stammplatz verteidigen kann.

Berner Zeitung

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