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Weiblichkeit in all ihren Nuancen

Die dreiwöchige Kunstausstellung «Augenblicke – Frauenblicke» in der Galerie Leuebrüggli gibt einen Einblick in das künstlerische Schaffen von 15 Frauen. Wer dabei feministische Klischees erwartet, wird enttäuscht.

Jede dieser Künstlerinnen hat ihren eigenen Stil: Korinna Baer, Nadja Lerch, Trix Schönholzer, Margret Senn-Zaugg, Silvia Schaad (sitzend von links nach rechts), Erika Fankhauser Schürch, Inès Bisang-Heller, Doris Kuert, ­Marietta Meier, Elisabeth Schmidiger, Gret Dubach, Sara Rusalem, Margrit Grogg, Erika Wüthrich (stehend von links). Es fehlt Dorothée Rothbrust.
Jede dieser Künstlerinnen hat ihren eigenen Stil: Korinna Baer, Nadja Lerch, Trix Schönholzer, Margret Senn-Zaugg, Silvia Schaad (sitzend von links nach rechts), Erika Fankhauser Schürch, Inès Bisang-Heller, Doris Kuert, ­Marietta Meier, Elisabeth Schmidiger, Gret Dubach, Sara Rusalem, Margrit Grogg, Erika Wüthrich (stehend von links). Es fehlt Dorothée Rothbrust.
Marcel Bieri

«Augenblicke – Frauenblicke» verschafft Kunstinteressierten jeden Alters einen Einblick in das künstlerische Schaffen von 15 Frauen aus der Schweiz. Diese vielfältige Ausstellung, ins Leben gerufen unter anderem von Heidi Schneider und Susanne Fiechter, zeigt keine starre Linie, an die sich die Künstlerinnen zu halten haben. Es werden in der Galerie Leuebrüggli ausgewählte Werke nebeneinander präsentiert, die aber neben der Ausstellung wenig gemeinsam haben.

«Wir haben es den Künstlerinnen selbst überlassen, ob sie sich am Namen der Ausstellung orientieren oder nicht», so Heidi Schneider. «Die Herausforderung bestand darin, all diese Werke für sich zu positionieren, aber doch nicht getrennt voneinander, sodass mit all den Unterschieden eine Einheit entsteht.» Eine Her­ausforderung, die eindeutig bewältigt wurde.

Verschiedene Stile

Jede Frau bringt ihren persönlichen Hintergrund und Stil mit. Eine Vielfalt an Kunstformen ist vertreten: Mit Fototechniken wurde gespielt, Öl auf Leinwand sowie Holz- und Tonskulpturen sind zu sehen. Man kann sich durch Installationen anregen lassen und beim Betrachten der filigranen Wachsgebilde den Geist schweifen lassen zu jenen Welten, in denen die Geschöpfe auf diese Weise geformt sein müssen. Frauen der griechischen Mythologie werden ebenso thematisiert wie das aktuelle Weltgeschehen.

Jede Künstlerin wendet ihr Sprachrohr, die Kunst, anders an – und gerade an dieser Stelle konnten die Besucher der Vernissage am vergangenen Samstag vom Dialog mit den Künstlerinnen profitieren. Es wurden tiefere Einblicke in die Motive und Überlegungen hinter den Werken gewährt.

Eine heterogene Mischung

Das Resultat ist ein sehr heterogenes Gemisch aus Kunst, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnte. Das Bindeglied zwischen den Unterschieden stellt allein die Weiblichkeit dar, die mal mehr und mal weniger im Vordergrund steht.

Die Verallgemeinerung der «männlichen Sicht» und der «weiblichen Sicht» auf die Welt mag im Alltag funktionieren. Bei genauerem Fokus, hier auf die weibliche Perspektive, werden Stereotype aber geringer und verschwinden dann gänzlich. Es wird ersichtlich, wie wenig ein «weiblicher Blickwinkel» dem Archetyp des Weiblichen manchmal entspricht. Es handelt sich in jedem Falle um «Frauenblicke», um die Blickwinkel von Frauen, aber nicht jeder Blick einer Frau erzwingt das Wort «weiblich» als Prädikat.

Wer feministische Klischees erwartet, wird enttäuscht werden. Die Quintessenz der Ausstellung ist eine andere: nämlich Vielfalt, Emotion verschiedenster Natur, die Weiblichkeit in allen, oft überraschenden Farben und Schattierungen.

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