Wenig Interesse am Jodlerfest

Wangen

Am Mittwoch hätte eine grosse Medienkonferenz im Hinblick auf das Kantonale Jodlerfest stattfinden sollen. Der Anlass wurde abgesagt, weil die Organisatoren mit mehr Journalisten gerechnet hatten.

Das Übersetzboot Ma Chérie thront vor dem Bahnhof und weist auf das Jodlerfest hin, das vom 15. bis 17. Juni stattfindet.

Das Übersetzboot Ma Chérie thront vor dem Bahnhof und weist auf das Jodlerfest hin, das vom 15. bis 17. Juni stattfindet.

(Bild: Thomas Peter)

Béatrice Beyeler

Fussmarsch vom Bahnhof ins Festzentrum. Apéro im Schlosskeller. Gelegenheit für Einzelgespräche mit dem OK-Präsidenten Fritz Scheidegger. So steht es auf der Einladung zur Medienkonferenz im Vorfeld des Bernisch-Kantonalen Jodlerfests in Wangen an der Aare geschrieben. Das klingt doch ganz vielversprechend.

Doch wenige Tage vorher folgt die Ernüchterung: Der ­Anlass wird annulliert. Es haben sich lediglich zwei Journalisten – eine Vertreterin dieser Zeitung sowie ein Journalist des «Bieler Tagblatts» – angemeldet. Für die Medienschaffenden keine aussergewöhnliche Situation. Für das OK hingegen nicht ausreichend, um den Anlass durchzuführen.

Seltsame Situation

Michael Forster, Ressortleiter Kommunikation, ist enttäuscht. Er habe zwar damit gerechnet, dass es keine allzu grosse Sache werde. «Aber sieben bis acht Anmeldungen habe ich schon erwartet.»

«Sieben bis acht Anmeldungen habe ich schon erwartet.»Michael ForsterRessort Kommunikation

Als Journalist kenne er zwar die Problematik, dass immer weniger Redaktoren im Büro abkömmlich seien. Aber auf etwas mehr Interesse für das kantonale Jodlerfest habe er trotzdem gehofft. Zumal es der einzige Medienanlass im Vorfeld gewesen wäre.

Forster habe den Zeitpunkt, rund drei Wochen vor dem Fest, eigentlich als ideal erachtet. «Dann ist schon Vorwissen da, und man kann Kontakte knüpfen.» Mit der Absage wolle das ­Organisationskomitee keinesfalls den Aufwand umgehen. «Das meiste war schon vorbereitet», betont Forster.

Vielmehr soll eine seltsame Situation vermieden werden. «Es hätten dann zwei Journalisten gegenüber von acht OK-Vertretern gesessen.» Michael Forster hofft nun auf etwa ein Dutzend Akkreditierungen für das Fest. «Das liegt doch im Interesse der Medien, schliesslich ist es ein Grossanlass.»

«Alibi-Übung»

Mit denselben Arbeiten wie Michael Forster ist zurzeit David Koller beschäftigt. Er ist Medienbeauftragter des Zentralschweizerischen Jodlerfests, das vom 22. bis 24. Juni im luzernischen Schötz über die Bühne geht. Auf einen Medienanlass kurz vor dem Fest hätten sie, im Gegensatz zum Wanger-OK, bewusst verzichtet.

«Ein Telefongespräch mit dem OK-Präsidenten ist in meinen Augen ergiebiger als ein solcher Anlass», sagt Koller. Er sieht grundsätzlich wenig Nutzen in derartigen Pressekonferenzen: «Als ich selber noch Journalist war, empfand ich solche Anlässe eher als Alibi-Übungen.»

Und mit dieser Einschätzung sei er beim OK auf offene Ohren gestossen. Dafür haben die Luzerner 100 Tage vor dem Fest eine Art Medienanlass auf die Beine gestellt – dazu eingeladen waren auch die Sponsoren. «Da sind drei Vertreter der grösseren Regionalzeitungen erschienen», sagt David Koller. Weitere Teilnehmer seitens der Presse hätte das OK gar nicht erst erwartet.

30'000 Besucher erwartet

Das Bernisch-Kantonale Jodlerfest in Wangen an der Aare findet vom 15. bis 17. Juni statt. Etwa 2300 aktive Jodlerinnen und Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser werden am Aarelauf erwartet.

Zudem dürften etwa 30'000 Besucherinnen und Besucher in den Oberaargau strömen (wir berichteten). «Wir liegen gut drin», sagt OK-Mitglied Michael Forster. Auch die Situation bei den Helfern habe sich entspannt.

Die wichtigsten Posten seien besetzt, weitere helfende Hände seien aber nach wie vor willkommen. Viel – etwa der Aufbau – könne sowieso erst in den Tagen unmittelbar vor dem Fest erledigt werden.

Die offizielle Eröffnung erfolgt am Freitag, 15. Juni, um 16 Uhr. Höhepunkte dürften der Mitternachtsjutz am Samstag um 24 Uhr sowie der Umzug am Sonntagnachmittag darstellen. Dann wird zudem Bundesrat Guy Parmelin eine Festrede halten.

Langenthaler Tagblatt

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